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Salto Natale Galapremiere - Fantasia

Salto Natale Galapremiere - Fantasia Marcel Kaul / kaulphotographs.com

Salto Natale - Fantasia

Tauche ab in die magische Welt der Feen und des Märchens, finde  dabei das Lächeln wieder. Finde ich das heute bei der Galapremiere?

Beim Eintreten ins Zelt spüre ich schon die Weihnachtsstimmung. Das Vorzelt ist wunderschön dekoriert mit  geschmückten Tannen und Sternen. Es stehen gemütlich antike Sofas im Raum und es riecht lecker nach Essen. Es füllt sich langsam und man sieht viele bekannte Gesichter unter den geladenen Gästen aus Kultur, Film, Fernsehen, Politik und Sport. Es wird geredet, gelacht, getrunken und gegessen. Man hat das Gefühl, man ist in einer grossen Familie. Bald werden wir  gebeteten die Sitzplätze einzunehmen. Es wird dunkel und die Vorfreude auf die Vorstellung ist gross.

"Die Reise in eine andere Welt beginnt "

Ein kleines Mädchen mit ihrem grossen Teddy Bär betritt die Bühne . Es ist die 8 jährige Sofiia. Sie  wirkt traurig, einsam und ängstlich. Plötzlich wird es hell und eine elfenhafte Geigerin in einer Schneekugel spielt wunderschöne zarte Töne und eine Engelsstimme beginnt zu singen. Es tauchen Feen und Kobolde auf der Bühne auf die mit ihrem Tanz das Publikum begeistern. Aus Löchern der Bühne entsteigen Pinocchio, Peter Pan, Aladin, der Froschkönig und Jack Sparrow. Sie tanzen zusammen und die Augen des Mädchens beginnen zu leuchten. Alle Tänzer gehen in die Mitte der Bühne und eine wunderschöne blonde Fee sitzt in ihrem schwebenden Reif. Es ist Alyona Pavlova an mit ihrem Luftring. Bereits mit 10 Jahren begeisterte die Russin die Zirkuswelt mit ihrem Tango-Act. Seither hat sie stets ihr Können verbessert und gilt als „Königin der Lüfte“. Sie nahm an allen grossen Festivals teil. Nun zeigt sie ihrer temporeichen Nummer in Schwindender höhe dem Schweizer Publikum.

Als nächstes betritt Peter Pan die Bühne, es ist der chinesische Akrobat Zhenyu Li. Mit absoluter Präzision zeigt er uns in seinem Handstand Pole-Act an der Strassenlaterne sein können. Der gebürtige Chinese beherrscht seine Disziplin wie kein anderer und ist deshalb nicht das erste Mal  bei Salto Natale in der Manege zu sehen! Seine Beweglichkeit ist unglaublich und teilweise stockt dem Publikum der Atem, besonders als er einen einhändigen Handstand zu Oberst auf der Laterne macht.

Es wird ganz hell. Ein Mann und eine Frau kommen elegant gekleidet auf die Bühne. Es  ist das crazy Künstler-Ehepaar Gaby und Henry Camus mit dem Künstlernamen Duo Fullhouse. Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. denn er kommt aus New York, sie aus Effretikon. Gaby liebt Präzision, Henry Improvisation, sie ist stabil, er labil, er spielt himmlisch Klavier und sie singt höllisch… gern. Alles in allem ein perfektes Ehepaar, das Ihren Ehekrach auf der Bühne austrägt. Sie beginnt mit Keulen zu jonglieren und er will auch, aber sie lässt es nicht zu. Der Streit beginnt und das Publikum krümmt sich vor Lachen. Der Streit um die Keulen eskaliert und mittlerweile fliegen nicht nur die Keulen sondern auch Stühle, Notenständer bis am Schluss der vollbesetzte Wäscheständer fliegt. Aber wer gewinnt am Schluss? Natürlich die Frau.

Der nächste Show Akt ist die Truppe Selnikhin. Ganz in der Tradition russischer Artistik zeigen sie ihre Künste am russischen Barren. Die vier Selnikhin sind einfach perfekt aufeinander abgestimmt und das sieht man bei ihrer nonverbalen Kommunikation während der Nummer. Sie choreographieren sehr  flüssig ihre tänzerische Nummer und gestalteten ihre Abläufe gepaart mit Eleganz und sicher ausgeführten Sprüngen der beiden Fliegerinnen, die ihre doppelten Saltos steht‘s sicher landen. Sie verleihen der Nummer einen hohen Schauwert und unterscheiden sich deutlich von anderen, die oftmals zu ausgeprägtem Sportambiente neigen.

Die Feen tanzen wieder auf der Bühne mit der kleinen Sofiia. Sie hat neue Freunde gefunden, in der Märchenwelt und wirkt sehr glücklich. Besonders als eine grosse Wunderlampe auf die Bühne geschoben wird. Ein grosser Papagei schwebt in der Luft. Aus der Lampe steigt Rauch und die bezaubernde Jenny alias „Mariana Blanco“. Sie lässt sich an den Haaren aus der Lampe ziehen und schwebt in luftiger Höhe und zeigt ihre akrobatischen Kunststücke. Sie zeigt ohne Schmerz, dass die Haare auch für anderes da sind als nur zum Kämmen. So schnell wie sie der Lampe entstieg, so schnell ist sie wieder drin und verschwindet mit den Tänzern zusammen von der Bühne.

Nun steht ein grosser Mann auf der Bühne. Es sind die „Wolf Brothers“, der Mann der nicht aufs Trapez kommt. Seine Brüste kann er zwar munter wackeln lassen, aber ohne seinen etwas dümmlichen Assistenten kommt er einfach nicht hoch auf das Trapez. Mit ihrer urkomischen Trapeznummer werden die Bauchmuskeln des Publikums fleissig trainiert, denn man kann einfach nicht mehr aufhören zu Lachen.

Das Licht geht aus und das Publikum wird gebeten kein Licht zu machen und Handys nicht zu bedienen, da es komplett dunkel sein muss für die nächste Nummer. Warum? Es ist eine LED Nummer. Vorhang auf für die LED Dance Crew „Extreme Light”. Sie sind eine Gruppe von LED Performancekünstlern. Sie vereinen mitreissende akrobatische Elemente, aus Tanz und Illusionen mit der neusten LED Technologie zu einer atemberaubenden Show, die das Publikum von den Sitzen reisst und nicht mehr aus dem Staunen rausbringt.

Nach der Pause reitet Sofiia auf Fuchur aus der unendlichen Geschichte auf die Bühne. Sie verwöhnt ihn mit Streicheleinheiten und verabschiedet sich von ihm. Fuchur macht sich schnell auf den Weg in die Höhe und balanciert auf Pfählen. Unter Fuchur verstecken sich die chinesischen Artisten Signet Gu und lisjang Cheng. Die Nummer begeistert und man fragt sich wie das so koordiniert und harmonisch aussehen kann, zu zweit mit dem Kostüm.

Nun ist Ehepaar Camus an der Reihe. Sie mit Peitsche in der Hand und macht  dem Ehemann  Beine den  Haushalt richtig zu führen. Mit Staubsauger, Staubwedel und einer Schürze bekleidet wird er in der Manege herumgehetzt. Er muss so den Haushalt machen wie die Frau es will. Ihr  Rat zum Publikum

„um ein guter Ehemann zu haben brauchen die Frauen nicht viel und deutet auf die Peitsche“

Weiter geht es mit Duo Fusion HAND TO HAND. Sie zeigen einen Handstand-Act der anderen Art. Virginia (Argentinien) und Giovani (Cuba) überzeugen  mit ihrer Hand in Hand Nummer nicht nur mit ihrer unglaublichen Körperspannung sondern auch mit ein bisschen Erotik. Es ist eine unvergessliche Nummer der Eleganz und Perfektion.

Das Licht wird wieder gedämpft und die kleine Sofiia reitet auf Pegasus rein und will mit ihm schmusen. Sie muss aber Abschied nehmen, da der dumme August ungeduldig auf sie warten und mit ihr spielen will. Es ist ihr Vater von der Truppe Selnikhin bei der die kleine Sofiia auch dazu gehört. Die Kleine wird auf den Füssen des Vaters geschwungen, dass es einem beim Zuschauen schon schwindlig wird.  Die kleine macht Saltos, schwindelerregende Sprünge, das Publikum applaudiert wild und kann kaum aufhören vor Begeisterung. Auch der kleinen ist es nach der Nummer schwindlig und der Vater fragt liebevoll, ob es geht. Aber die Kleine ist bereits jetzt schon ein Profi und versucht sich nichts anmerken zu lassen.

Weiter geht es mit den Duo Romance, ein Pole-Act. Was man nicht alles an einer Stange anstellen kann, zeigt uns das Duo  aus Rumänien, in einer Liebesgeschichte mit Erotik und Witz. Sie brillieren mit einem charmanten Auftritt an der Pole-Stange und zeigen dem Publikum eine atemraubende Show.

Die Musik aus „Fluch der Karibik“ erklingt und viele Piraten stürmen auf die Bühne. Sie bauen fleissig das nächste Show Element auf und der nächste und letzten Show Akt beginnt.

Es sind die Dobrovitzky‘s, mit dem Doppelfangstuhl. Die Truppe Dobrovitzky aus Russland zeigt eine rasante Nummer auf dem Doppelfangstuhl. Die fünf Akrobaten wirbeln sich, zu Hans Zimmers Musik aus „Fluch der Karibik“, von einen zum anderen Kollegen. Das Publikum kann gar nicht mehr still Sitzen und möchte gleich mitfliegen. Es ist eine einzigartige Rhythmik und Artistik auf höchstem Niveau und Eleganz.

Die kleine Sofiia fand ihr Lächeln wieder, so wie ich auch.

Durch die ganze Show sang die Sängerin Mimi aus Spanien, die mit der Stimme begeisterte und jeden Show Akt passend zusammen mit dem Orchester begleitete. Die Show sprühte vor Energie, Farben, wundervoller und exzellenter Artistik. Die Lichter und Klänge der Musik verschmelzen ineinander zusammen. Das Premierenpublikum war begeistert und spendete frenetischen Applaus und Standing Ovation. Besonders rührend war als Rolf Knie dem kürzlich verstorbenen Köbi Kuhn einen Gruss in den Himmel sendete, da er dieses Jahr besonders fehlt. Glücklich und erfüllt gehe ich nach Hause und werde bestimmt nächstes den Circus Salto Natale wieder besuchen.

Eventdatum:   28.11.2019

Text: Denise Stocker / szenemagazin.ch

Fotograf:  Marcel Kaul / kaulphotographs.com

Location:  Kloten

Veranstalter:   Salto Natale

Zuschauerzahl:   unbekannt

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