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Michael Patrick Kelly macht Halt im Hallenstadion Zürich

Michael Patrick Kelly macht Halt im Hallenstadion Zürich Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Die B.O.A.T.S Tour macht heute in Zürich halt. So heisst auch sein neues Album in Wortform «Based On A True Story». Er wollte mit diesem Album Positive Vibes in die Welt hinaustragen. Es gäbe genug Leid und traurige Nachrichten jeden Tag. Es sind 15 Songs, die alle auf wahren Erlebnissen beruhen.

Das Albumcover ist in einer kargen Landschaft mit einem gelben Boot darauf. Wie zum Beispiel der Song Running Blind, den er seinem blinden Freund Henry Wanyoike Leichtathlet gewidmet hat. Im Jahre 2000 bei den Paralympischen Spielen kurz vor Zieleinlauf brach sein Begleiter zusammen, weil er krank war, und Henry wusste in dem Moment nicht, wie es weitergehen soll. Er habe zu Gott gebetet und durch Zurufe aus dem Publikum wurde er zum Ziel geleitet und hat so die Goldmedaille gewonnen. Der Titelsong Boats basiert auf einer Lügengeschichte. Ein Song darüber, wie wir die Dinge zurechtbiegen oder auch in der Menschheitsgeschichte. Wenn man eine Lüge oft genug wiederholt, gilt sie auf irgendeine Weise als wahr. Dies kann man aus der Doku zum Album auf Youtube nachschauen. Auch die neue Friedensglocke, die aus 840 Kilo ukrainischem Kriegsschrott gegossen wird, wird mit dabei sein. Freunde von ihm haben nebst Hilfsgütern auch Granathülsen und Panzerstücke aus Kiew und teilweise aus Butscha mitgebracht. Mit seinem PeaceBell-Projekt mahnt Paddy schon seit 2018 zum Frieden.

Wir sind gespannt, ob Michael Patrick Kelly das Hallenstadion zum Beben bringt!

Wie immer treffen wir uns schon ein paar Stunden vorher, um uns über Neuigkeiten auszutauschen und gemeinsam bis Konzertbeginn etwas zu essen und zu trinken. Unsere Freundschaft ist uns sehr wichtig und wir geniessen unsere Zeit miteinander. Wir sind in der ganzen Schweiz verteilt und können uns nicht so oft treffen, aber wenn, dann richtig. Eigentlich hätte ich ein Ticket auf den Medienplätzen. Aber da man nie so genau weiss, ob wir eine Zusage für ein Konzert bekommen, kaufe ich mir meistens privat auch ein Ticket. Einerseits verpasse ich das Konzert so nicht, andererseits kann ich dann wie immer in den vordersten Reihen stehen. Auch heute sichern wir uns Plätze in der ersten und zweiten Reihe.

Nun konnten wir es kaum erwarten, dass es losgeht. Wie ich hörte, sind ein bisschen mehr als 6000 Leute da. Licht geht aus, die Anfangsmelodie von Diamond & Metal beginnt. Wir klatschen schon im Takt, während wir auf die gelbe LED-Wand warten, die ihn erleuchtet und er von uns begrüsst wird. Das sieht so cool aus. Seine schwarze Silhouette, die zum Takt kickboxt oder sich wild bewegt. Das Gelb begleitet eigentlich die ganze Show über mit verschiedenen Elementen, ob geschrieben oder bei Earthquake im zerbrechenden Boden. Nun kommt sein gelbes Boot auf die Bühne und er performt im Nebel und einer hellen Landschaft mit kargen Bäumen B.O.A.T.S. Nach 4 Songs kommt dann endlich ein «Grüezi Schwiiz, wie geht es euch?». Natürlich kam tobender Applaus daher. Zu Icon erzählt er von seinem Besuch im Gefängnis und einem Gefangenen, der ihm seine Zelle zeigen möchte. Er erfuhr, dass er ein Schwerverbrecher war und lebenslänglich bekommen hatte, aber er wirkte gar nicht so mit seinem langen, weissen Bart und der lebensfrohen und ausgeglichenen Art. Er kommt in die Zelle, die vollgestapelt mit Ikonen ist: Während seiner Zeit im Gefängnis wurde er zum Ikonen-Maler. Dieser Song ist ihm gewidmet.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Nach Bigger Life und Friends R Family sind wir nicht mehr zu halten. Wir tanzen alle ausgelassen, singen und springen, als gäbe es kein Morgen mehr. Es hat 6 Songs gebraucht, um die Stimmung an sich zu reissen. Wow, nun sind wir froh um eine kleine Pause und er singt den unglaublich romantischen Titel Blurry Eyes, der im Radio auf und ab läuft und danach Best Bad Friend mit Rea Garvey als Einspieler auf der LED-Wand. Ein paar Plakate hat er entdeckt und spasst mit einer Besucherin über ihren Akzent, den er nicht versteht. «Sie will ein Bild mit mir, ja komm doch her», aber eigentlich wollte sie ein Bier. So sitzt sie neben ihm parat für ein Bild und Paddy hat nur noch Augen für all die kleinen Kinder, die ihm Geschenke bringen. Darunter auch Fans von Spanien, die ihm immer einen spanischen Schinken mitbringen. Jedes Kind bekommt ein T-Shirt und mein, dass sie da vielleicht noch ein bisschen reinwachsen müssen. Ach… da war doch noch was? Er hat doch vor lauter Kinder das Bild fast vergessen! Ihr war das auch ein bisschen peinlich. Paddy wird nachdenklich und meint, wir sollten ein bisschen Frieden schicken und an alle denken, die nicht mehr da sind oder Hilfe brauchen. Ob wir einverstanden seien, eine Schweigeminute anzustimmen? Die Peace Bell kommt von oben herab und Paddy läutet den Klöppel von einem Schnellfeuergewehr ein.

Sein Traum: Stadien zu füllen wie Bruce Springsteen

Paddy ist grosser Bruce Springsteen Fan und erzählt seit Jahren von seinem ersten Konzert in Frankfurt, als er noch ein kleiner Junge war. Da darf ein Cover von ihm nicht fehlen, das er mit einer wahnsinnigen Kopfstimme singt: I’m on Fire. Seine Musiker werden vorgestellt. Der langjährige Freund aus Österreich Christian Heidenbauer und Carlos Garcia werden von Paddy aufgefordert, zusammen ein Gitarrenduell auszuführen und wer am meisten Applaus von den Fans bekommt, gewinnt. Das sorgt für richtig Stimmung im Hallenstadion. Rücken an Rücken jammen sie und Paddy trennte die beiden voneinander, um No Fuzz, No Buzz, Back to Rock`n Roll zu singen. Mit seinem Album «Human» geht’s weiter. Bei ID und Shake Away singt das Hallenstadion so laut mit! Paddy strahlt über alle vier Backen und zeigt die Gänsehaut auf seinem Arm. Er dankt uns für dieses Gefühl: «Das ist mehr wert, als jeder Award oder Auszeichnung» und Thank You beginnt. Sein Boot wird parat gemacht und er wird im Chorus durch die Halle gestossen.

Im hinteren Teil des Hallenstadions singt er Home im Boot. Noch 3 Zugaben gab es: Beautiful Madness mit viel Konfetti (die ich zu Hause überall noch fand) und – eine Aufgabe von Marcel - so viele Dollarscheine aufzusammeln, wie ich finden kann. Mein absoluter Lieblingssong dieser Tour ist O.K.O, rockig und zum Tanzen gemacht. Gott, unsere Herzen hüpfen und umarmen uns, denn nun kommt auch leider der letzte Titel. Den hat er in der Klosterzeit geschrieben und heisst Holy. Die LED-Wand ist rot mit einer grossen Sonne in der Mitte. Die Musiker kommen nach vorne, verbeugen sich und gehen langsam hinterrücks nach draussen. Sie kommen nochmals vor die Sonne als Silhouetten. Paddy hält die Hand empor und Tschüss, da war es auch schon wieder vorbei. Man freut sich so lange darauf. Wir sind noch zum Backstagebereich gelaufen, um Paddy zuzuwinken, wenn er geht. Wir sahen noch ein Paar Promis wie Renzo Blumenthal und Zian. Ich fand dies so lustig, weil ich sie erkannt habe, aber niemand hat sie beachtet, weil alle auf Paddy warten. Während er wegchauffiert wird, winkt er uns zu und ruft «Kommt gut nach Hause.» Hach, genau diese Momente brauchen wir als Fans. Und wir konnten uns beseelt auf den Heimweg machen.

Michael Patrick Kelly Ist begnadeter Musiker, Komponist und Friedensaktivist. Das drittjüngste Mitglied der Kelly Family wurde am 5. Dezember 1977 in Dublin auf einem Campingplatz geboren. Mit seinem komponiertem Song An Angel hatte die Kelly Family den kommerziellen Durchbruch 1994. Er war der musikalische Leiter der Band. 2003 hatte Paddy sein Soloalbum «In Exile» veröffentlicht. Dieses Album ist spirituell geprägt, da er auf der Suche zu seinem neuen Ich war. So zog er sich 2004 ganz aus der Öffentlichkeit zurück und lebte als Mönch in einem Kloster im französischen Burgund. Dort studierte er vier Jahre lang Philosophie und ein Jahr Theologie. Im Jahre 2010 hat er aus gesundheitlichen Gründen die Ordensgemeinschaft verlassen und war mit den Kelllys auf Stille Nacht-Tournee.

2012 kam sein Album «Agape» heraus. Mehrheitlich spirituelle Songs, die er im Kloster komponiert hatte. Vom Sommer 2013 bis Oktober 2014 war er mit der Tour «Solo and Unplugged» unterwegs und hat uns Fans wieder voll mitgerissen. Ein Jahr später war er wieder zurück in der kommerziellen Musikwelt. Er konnte den Kelly Family-Stempel ablegen und Shake Away wurde geboren. Sein Album «Human» stieg gleich auf Platz 3 in den deutschen Charts ein. Ein Teil der Ticketerlöse seiner Benefiztour mit dem Album «Ruah» floss in Hilfsprojekte des Bonifatius Werkes und von Caritas International. Im Juni 2017 kam sein viertes Album «ID» auf den Markt , das Platz 5 in Deutschland und der Schweiz erreichte und in Österreich Platz 7. Die erste Single Golden Age hat er bei der TV-Sendung «Sing meinen Song» das erste Mal präsentiert. Mit Gentleman, den er dabei kennengelernt hat, gab es ein Feature mit der zweiten Singleauskopplung ID. Erst 2020 kam endlich neue Musik, und zwar Beautiful Madness und 2021 Throwback und Blurry Eyes als Single, bis dann endlich im November 21 das Album B.O.A.T.S veröffentlicht wurde. Es gab dazu eine Radiosendungs-Tour auch durch die Schweiz, an der ich dabei war. Er stellte in einem Dokumentarfilm seine neuen Songs und Album vor. Im Mai letzten Jahres hat Paddy mit Rea Garvey noch eine Single veröffentlicht, die mindestens 3 Mal am Tag im Radio lief; Best Bad Friends. Und die Geschichte zur aktuellen Single Wonders: 2019 marschierte in den USA ein Jugendlicher bewaffnet in seine Schule, um Mitschülerinnen und Lehrpersonal zu erschiessen. In letzter Minute wurde dieser aber von einem Footballcoach umgestimmt - allein durch eine Umarmung.

 

 

 

Eventdatum: 10.02.2023

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Hallenstadion Zürich

Veranstalter: Act Entertainment

Zuschauerzahl: über 6000

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Konzert

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