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J Balvin trägt die Party in seinen Genen

J Balvin trägt die Party in seinen Genen Linda Käsbohrer / szenemagazin.ch

Im Rahmen der «Que bueno volver a verte»-Tour tourt der kolumbianische Reggaeton-Künstler J Balvin momentan durch Europa. Im Hallenstadion sorgte der Reggaeton-Sänger mit einer heissen Performance bereits für unglaubliche Stimmung und brachte das Publikum zu seinen Beats in Schwung.

Mit einem Knistern in der Luft und einer Atmosphäre, die vor Hitze zu vibrieren scheint, öffnet das Hallenstadion seine Pforten für eine Nacht voller Reggaeton. Über 8000 Fans sollen es heute sein. Und alle wollen nur ihn sehen: J Balvin, einer der weltweit erfolgreichsten Reggaeton-Sänger.

Als sich die Lichter dimmen und das Publikum gespannt in Richtung Bühne schaut, steigt der kolumbianische Sänger aus einer dichten Rauchwolke empor. Hoch oben auf einem Plateau thront er, bereit, die Menge mit seinem ersten Hit Mi Gente zu begeistern. Con lo mío todos se mueven - La fiesta la llevo en mis genes (Mit meiner Musik bewegt sich jeder - Ich habe die Party in meinen Genen) dröhnt seine Stimme über die Menge, während er die Party mit seinem charakteristischen Sound schon lang in Schwung gebracht hat. Die Menge bebt vor Begeisterung, die Spannung ist greifbar. Die Feierlaune erfüllt jeden Zentimeter der riesigen Halle.

 

«Que bueno volver a verte»

Mit seiner «Que bueno volver a verte»-Tour, was übersetzt so viel bedeutet wie «Ich freue mich, euch wiederzusehen!», bereist der 38-jährige Sänger derzeit Europa. Insgesamt 20 Konzerte stehen auf dem Plan. Auch die Schweiz kommt zweimal in den Genuss, denn neben dem Hallenstadion tritt der Latin-Star auch in Genf auf. In einem Interview sagt J Balvin: «Latino Gang – ich kann es kaum erwarten, euch zu sehen! Wir hatten so viel Spass zusammen, dass wir das unbedingt wiederholen müssen! Ich freue mich sehr darauf, nächstes Jahr mit der «Que bueno volver a verte»-Tour mit einer komplett neuen Show und neuer Musik im Ausland unterwegs zu sein. Wir haben etwas ganz Besonderes für euch auf Lager und ich kann es kaum erwarten, das nächste Kapitel der Musik, an dem wir gearbeitet haben, zu enthüllen.» Nach Abschluss der Europa-Tournee wird J Balvin weitere Konzerte geben und reist dafür bis nach Australien und Neuseeland.

 

Viel Haut, Glitzer und etwas Tiefgründigkeit

Vielleicht wurde es mit der dicken Lederjacke etwas zu heiss, denn nun performt J Balvin den Song Amarillo in einem glitzernden Jeansanzug. Die Jacke ist geöffnet, dem Publikum ist der mit Tattoos gezierte Oberkörper zum Greifen nah. «Que Cancion quieren escuchar?» (Welchen Song wollt ihr hören?), will der verheiratete Sänger von seinem Publikum wissen. Das Mikrofon wird herumgereicht. Es geht weiter mit Rojo, dem Song welcher J Balvin 2020 auch an den Latin Grammys performte. In diesem, so wie auch in vielen anderen Songs, ging es dem Künstler nicht nur darum, einen Partyhit zu erschaffen, sondern auch eine Botschaft der Nächstenliebe zu übermitteln.

 

Vom Hundeausführer zum Weltstar

Nicht immer war J Balvins Leben so glamourös wie heute. Am 7. Mai 1985 kommt J Balvin als José Álvaro Osorio Balvin in Medellín, Kolumbien zur Welt. Er wächst in einem bürgerlichen Viertel am Rande der Stadt auf und muss später in ein anderes Viertel umziehen, weil das Geschäft seines Vaters in Konkurs geht. Im Alter von 16 Jahren nimmt der Jugendliche an einem Sprachaustausch in den Vereinigten Staaten teil, wo er anfängt Englisch zu lernen und Musik zu studieren. Zu dieser Zeit lebt der Sänger bei seiner Tante in New York und verdient sein Geld als Hundeausführer und Maler. Schliesslich kehrt er nach Medellín zurück, wo er in städtischen Nachtclubs auftritt und so seiner Leidenschaft für die Musik nachgehen kann.  

 

Der Prinz des Reggaeton

Nachdem J Balvin seine Musik zuerst ohne Hilfe eines Labels promotete, wird er 2009 schlussendlich von EMI Colombia unter Vertrag genommen. Er veröffentlicht die Single Ella me cautivó, die in die Billboard Tropical Songs Charts einsteigt. Sein erstes Studioalbum «Real» wird ebenfalls in diesem Jahr veröffentlicht. 2012 unterzeichnet der Sänger einen Vertrag mit Capitol Latin und veröffentlicht ein Album mit seinen früheren Kompositionen. Nach und nach etabliert er sich so in der kolumbianischen Musikszene und erlangt dann schlussendlich im Jahr 2014 mit dem Hit 6 AM ft. Farruko internationalen Ruhm.

Seitdem hat der 38-jährige eine Reihe von Chart-Erfolgen verzeichnet und ist mit über 35 Millionen verkauften Tonträgern und Milliarden gesammelter Streams einer der kommerziell erfolgreichsten Künstler des Latin Pop. Das wissen vor allem seine spanisch-sprachigen Fans und nennen ihn daher ehrfurchtsvoll den «Príncipe del Reguetón». Dieser Name wird ihm mehr als gerecht, denn zusammen mit anderen Künstlern wie Daddy Yankee, Ozuna, Bad Bunny und Don Omar hat der «Prinz des Reggaeton» seit den späten 2000er-Jahren dafür gesorgt, dass dieser so mitreissende Stilmix aus Reggae, Hip-Hop, Merengue und lateinamerikanischen Folk-Einflüssen weltweit so populär geworden ist.

 

Opening Act: Judeline

Mit nur 21 Jahren gilt Judeline bereits als eine der vielversprechendsten Künstlerinnen ihres Heimatlandes Spanien. Mit einer Mischung aus progressivem R&B und träumerischem Reggaeton hat sie sich in der spanischsprachigen Musikszene etabliert. Ihre künstlerische Vision ist sehr facettenreich: Sie kombiniert Elemente der Elektronik, des Bedroom-Pop und des Flamencos, den sie bereits seit ihrer Kindheit verinnerlicht hat.

Mit ihrer feinen und emotionalen Stimme überzeugte die Sängerin als Opening Act des Abends. Die im Vergleich zu J Balvin eher ruhige Performance bot so die perfekte Ergänzung in dieser Nacht des Reggaeton.

 

Eventdatum: 30.04.2024

Journalistin:   Linda Käsbohrer / szenemagazin.ch

Fotografin:  Linda Käsbohrer / szenemagazin.ch

Location:  Hallenstadion, Zürich

Veranstalter: Gadget abc entertainment group AG

Zuschauerzahl: über 8000

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Linda Käsbohrer
Publiziert in Konzert