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Sarah Connor - HERZ KRAFT WERKE - Tour

Sarah Connor - HERZ KRAFT WERKE - Tour Janine Schönbächler / szenemagazin.ch

Sarah Connor - HERZ KRAFT WERKE - Tour live im Hallenstadion Zürich

Sie ist  endlich da, Sarah Connor hat wegen einer Bronchitis mehrere Konzerte absagt. Jetzt holt sie ihr Zürcher Konzert nach, bringt das Hallenstadion zum Toben und verwandelt es in einen Hexenkessel. Das Hallenstadion ist zur Hälfte gefüllt, interessant ist, dass die VIP-Lounge sehr gut besetzt ist. Trotzdem, das Publikum ist in toller Stimmung und bibbert auf das Konzert zu. Endlich wird es dunkel und Sarah erscheint auf der Bühne des Hallenstadion. Sie trägt eine schwarze Lederhose mit einem breitkrempigen Schlapphut über ihrem Gesicht, der ein Teil ihres  Gesicht abdeckte. Mit viel  power singt sie ihr erstes Lied „Keiner pisst in mein Revier“ das Lied handelt davon das sie Angst hat ihren Partner zu verlieren und droht ihren Rivalinnen  mit Gewaltandrohungen unterschiedlicher Art beispielsweise möchte sie die Rivalinnen behandeln wie Hannibal Lecter. Das Publikum ist so was von begeistert und singt textsicher mit. Der nächste Song war der Song „Hör auf Deinen Bauch“. Sie singt im militärischen Marschrhythmus und fordert dabei alle Menschen auf sich auf die Dächer der Stadt zu stellen  von dort  aus laut zu singen. Sie wird dabei von ihren drei Backgroundsängerinnen in glitzernden Abendkleidern und ihrer Band begleitet. Beim nächsten Song „Kleinstadtsymphonie“ zieht sie ihr Hut ab und Livestreicher treten auf Bühne die ansonsten mit Adele arbeiten. Sie hat bis jetzt alles live gesungen und beweist, dass ihre Stimme nach der Bronchitis noch top ist und Singen ihre grösste Leidenschaft ist.

Ihren Durchbruch hatte sie 2001 mit der Single Let’s Get Back to Bed – Boy! Und startete ihre Karriere mit Songs, die aus dem Leben kommen und jeder sich irgendwie damit identifizieren kann. Sahra singt weitere Hits und das Publikum ist kaum zu halten. Sie schaut sich auch genau im Publikum um und zieht es mit ein. Sie sieht ein Plakat mit der Aufschrift „Mach doch bitte ein Foto mit mir Sarah“, sie dann:„ ja dann kommt auf die Bühne  und wir machen Selfies“. Dabei sing sie den Song aus Dirty Dancing „The Time of My Life“. Die Mädels sind glücklich und fleissig am Selfie machen mit Sarah. Sie setzt sich hin und erzählt über ihren Sohn, der auf während ihres letzten Konzerts im Hallenstadion auf der Muttersprache-Tournee 8 Monate alt war. Den sie vor und nach der Show gestillt hat und sie während der Show das  Babyfon immer auf der Bühne hatte und in Blicknähe war. Sie stimmt in den Song „Sahra of Love“  ein und lässt das Publikum fleissig mitsingen. Danach erzählt Sarah:„Als Kind nahm ich immer die Haarbürste und versuchte alle Songs nachzusingen und nervte mich darüber, dass es nicht geklappt hat so wie ich es wollte“.

Danach singt sie ihre Lieblings Song wie : The Impossible Dream, I’ve Got To Lose My Imagination, Living To Love You, Music Is the Key, Bounce. Das Publikum kann sich nicht mehr zurückhalten. Auch diejenigen welche Sitzplätze haben, stehen auf und klatschen, rocken, tanzen und singen mit. Die Schlagzeuger geben Soli und gehen mit Hilfe von Hebebühnen hoch in die Luft. Aber plötzlich ist sie weg und ihr Gospelchor und Backgroundsängerinnen machen die Show weiter. Es wird ruhig und Sarah taucht in einem Sommerkleid mit Lederjacke und ihre Haare schön gekämmt mit glitzernden Spangen wieder auf. Sie beginnt zu erzählen und es ist muxmäuschen still, so dass man hört wie das Service Personal das Münz zählt. „Mich hat eine unbekannte Frau angerufen, als ich mit den Hunden im Wald unterwegs war. Die Frau erzählt, dass ihr Sohn vor 2 Tagen den Kampf gegen den Krebs verloren hat und wünschen würde, dass ich auf der Beerdigung das Lied „das Leben ist schön“ singe. Leider war es terminlich nicht möglich“. Es ist eine Geschichte die ans Herz geht und so berührend beginnt sie diesen  Song  zu singen. So berührend geht es weiter. Man spürt dass Sarah eine Herzblut Mamma ist und erzählt eine weitere herzberührende Geschichte. „Ich hab im TV ein berührendes Interview gesehen, wie Eltern um ihre im Teich ertrunken Tochter Emmy trauern. Es tat mir so weh, darum musste ich dieses Lied für ihre Eltern schreiben. Es war der Tod der kleinen Emelie, die 2018 im Pool der Nachbarn ertrank – ein Fall, der rauf und runter durch die Medien ging. Es ist das Lied „Flugzeug aus Papier“. Dem Publikum rollen fleissig die Tränen über die Wangen und Sarah singt sehr emotional. Der nächste Song „Kommst du mit ihr?“, sie schwingt ihre Hüften sehr sexy und dabei   kommen viele Lampen von der Decke runter. Und endlich ist es soweit, der lang erwartende Song Vincent startet. Das Publikum geht ab und alle zücken die Handys um den Moment festzuhalten. „Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt" lautet die erste Zeile des Songs. Am Ende  nimmt die Geschichte aber einen positiven Verlauf, denn am Ende des Lieds hat er einen Mann und zwei Kinder und bis dahin war es sicherlich ein Spaziergang. Sie räkelt sich auf dem Boden und hängt sich eine Regenbogenflagge um den Hals und verlässt die Bühne. Es folgen noch weiter Songs. Sie spielt satte zweieinhalb Stunden lang und gibt rund 30 Songs zum Besten. Sie hat dazwischen sogar noch genug Zeit, für den einen oder anderen Plausch mit dem Publikum. Genau diese zahlreichen Anekdoten machen Sarah aus. Aber neben den Plaudereien ist es natürlich die Musik, die an diesem Abend im Vordergrund steht. „Herz Kraft Werke“ heisst Connors neuestes Album und nach dem Riesenerfolg „Muttersprache“, ist es ihr zweites deutschsprachiges Album. Sarah Connor weiss, wo und wie man die richtigen Knöpfe drückt und sie entführt ihre Fans auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, in eine andere Welt, wo man mal einfach vom Alltag abschalten kann. Ihr Auftritt ist so menschlich und nah. Die beeindruckend und abwechslungsreiche Bühnenshow, eine einwandfreie Hallenakustik und eine Sängerin überzeugt, die nicht nur Persönlichkeit hat, sondern vor allem eines: eine Wahnsinnsstimme.

Eventdatum:   01.12.2019

Text: Janine Schönbächler / szenemagazin.ch

Fotograf:  Janine Schönbächler / szenemagazin.ch

Location:  Hallenstadion Zürich

Veranstalter:   Act Entertainment

Zuschauerzahl:   unbekannt

Setlist:   Setlist.fm

Publiziert in Konzert