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Silbermond

Silbermond Janine Schönbächler / szenemagazin.ch

Leichtigkeit und Tiefe, Euphorie und Melancholie, das ist Silbermond.

Heute ist es soweit und Silbermond geben ihr erstes Schweizer Konzert für dieses Jahr. Ich bin echt gespannt, ob Stefanie auch so sympathisch und konziliant ist, wie als Coache bei The Voice of Germany.

Es wird dunkel  und das Publikum schaut gespannt und mit Vorfreude auf die Bühne. Die Musik erklingt und erst sieht man nur die drei Jungs. Stefanie singt zwar aber wo ist sie? Es dauert etwas, bis die Menge merkt, dass Stefanie versteckt im Blumenmeer weiter hinten leicht erhöht steht. Nach dem ersten Song „Was Freiheit ist“ schreitet sie die Treppe runter und geht zu ihren Jungs, wie sie die liebevoll nennt und stimmt den Song „Silbermond“ an. Die Band, welche sich aus Stefanie, Thomas, Andreas und Johannes zusammenstellt, spielt seit 1998 zusammen und bildet eine musikalische Familie. Die Song-Zusammenstellung ist die gewohnte Mischung aus alten und neuen Titeln. Sie hopst rum, schneidet Grimassen und sucht immer wieder Kontakt zu ihrem Partner Thomas und den Bandmitgliedern. Ja, das ist sie, die Stefanie Kloss. Die Sängerin von Silbermond ist echt ein wahres Energiebündel.

Die Band weiss wie sie das Publikum einheizen können. Ich bin positiv vom Auftritt überrascht, da sie musikalisch wirklich etwas drauf haben und auch stimmlich sehr überzeugend sind. Auch ihre unplugged Versionen sind sehr stimmgewaltig und dynamisch, obwohl Stefanie noch mit ihrer Erkältung kämpft. Da sie in der Mitte des Publikums spielen und ihm so nah sind, nimmt sie dankend ein Ricola Bonbon vom Publikum an.

Sie kann aber auch anders und schlägt viele ruhige Töne an. Mit „Hand aufs Herz” überraschten sie die Fans mit einem völlig neuen Song. Mit den Zeilen „Mit der Hand auf dem Herz, schwör ich dir solang ich leb, werd ich für dich alles tun, was in meiner Macht steht…” besingt sie das kleinste Silbermond Mitglied, und gibt ein Versprechen fürs Leben. Den Stefanie und Thomas bekamen 2018 Nachwuchs. Sie beginnt zu erzählen, von Amy, einer Geschichte die real ist und sie sehr berührte.

„Amy gibt es wirklich. Sie kam nach einem Konzert zu mir, um mir zu sagen, dass ihr unsere Songs total viel Kraft geben. Sie wirkte sehr unsicher. Aber sie gab mir zu verstehen, dass sie mich total tough findet. Ich konnte ihre Bewunderung in diesem Moment gar nicht annehmen. Amy hat mich an mich erinnert, als ich 14 Jahre alt war. Ich gehörte nicht zur Clique der Mädels mit den dünnen Beinen, mit Markenklamotten und erstem Freund. Ich hatte einen Mittelscheitel und kaputte Spitzen, und hab mich auch nicht geschminkt. Ich wünsche mir, dass junge Leute wie Amy nicht glauben, dass all das, was auf Instagram und Facebook passiert die reale Welt ist. Viele Bilder sind mit Filter gemacht und entsprechen nicht der Realität. Ich wünsche den jungen Menschen dass jeder wie Amy seine eigene Realität findet.“

Danach beginnt sie ganz gefühlvoll „Amy“ zu singen. Eine Hauptrolle auf dem neuen Album spielt auch Ihr verstorbener Vater. Er starb, als Sie 18 war. In dem Song „In meiner Erinnerung“ stellen Sie Fragen an ihn: „Was würdest du sagen, könntest du mich seh’n? Sag mir, kannst du mich seh’n?“ „Und ich hab noch zu dir gesagt: Wie immer bis zum nächsten Mal!“ Sie konnten sich offenbar nicht von ihm verabschieden. Besonders die Lieder an ihren Paps gehen mir nah und lösen in mir ein Tränenmeer aus, da sie tief aus meinem Herzen spricht und ich mein Paps auch sehr vermisse. Auch bei ihr spürt man wie sehr sie ihn vermisst. Man sieht, wie nah ihr der Tod ihres Vaters geht und  auch ihre Augen glasig werden und die Stimme sehr irrational. Sie ist so publikumsnah, so echt und läuft ohne Security durch Publikum zur grossen Bühne zurück und Klatscht unterwegs viele Hände ab und macht Selfies. Sie singt neben Stücken aus ihrem neuen Album auch viele Klassiker, wie „Durch die Nacht“, „Zeit für Optimisten“. Beim Song „Das Beste“ Sitz sie auf den Boden der Bühne und singt mit viel Gefühl und liebe. Dieser Song begleitet mich schon seit Jahren und ist der einzige den ich auswendig mitsingen konnte danach steht sie auf springt ins Publikum und macht Crowdsurfing bis zur grossen Bühne zurück.

Es wird dunkel und Stefanie steht mit grossen Engels-Flügeln auf der Bühne und singt vor einem grossen Feuerwerk auf der Leinwand den Hit „Symphonie“ ein Lied das durch Mark und Bein geht. Die Band verabschiedet sich und kehrt hinter die Bühne. Das Publikum ruft wild nach Zugabe, pfeifen und rufen. Plötzlich kommt Silbermond aus dem Publikum raus und geht die Treppe runter. Mit Hippie Fahne, Trömmelchen und Akustik Gitarre machen sie ihre Polonaise quer durch Publikum. Auf der Bühne angekommen bittet Stefanie jemand aus dem Publikum auf die Bühne, zur Verstärkung da sie noch erkältet ist. Christina aus dem Publikum, lässt es sich nicht 2x sagen und singt mit etwas schiefen, krächzenden Tönen mit ihrem Idol  das Lied „bestes Leben“.

Es war ein großartiges fast dreistündiges Konzert, mit toller Stimmung und einer Stefanie Kloss, die mehr als einmal vor Rührung den Tränen nahestand. Stefanie ist auch live so authentisch und real wie im TV und hat mich mit ihren Songs und ihrer Art tief im Herz berührt.

 

 

Eventdatum:   28.01.2020

Text:  Janine Schönbächler / szenemagazin.ch

Fotograf:  Janine Schönbächler / szenemagazin.ch

Location:  Hallenstadion, Zürich

Veranstalter:   Gadget

Zuschauerzahl:   unbekannt

Setlist:   Setlist.fm

 

Publiziert in Konzert

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