Distancing Festival 2020 - Zürich - 23. - 26.8.20
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Das Distancing Festival geht in die nächste Runde.
An vier Abenden gibt es in der Lewa Savanne des Zürich Zoo Musik auf die Ohren. Den Anfang machen Stefanie Heinzmann und Deer Park Avenue.
Die Leute halten sich an den Tipp, genug früh zu erscheinen. Kurz nach halb sechs Uhr bildet sich vor dem Eingang eine relativ geordnete Warteschlange. An die Handtaschenkontrollen hat man sich gewöhnt, neu kommen Fiebermessen und Hände desinfizieren dazu.
Das Festivalgelände befindet sich einen Steinwurf von der neu erstellten Lewa Savanne des Zürich Zoos. Wer mochte, konnte noch einen Blick hineinwerfen und das Nashorn mit dem Jungen entdecken. Auf dem Festivalgelände reihen sich die Liegestühle, man sieht einen Londoner Doppelstockbus, der zu einer Bar mit Dachterrasse umfunktioniert wurde und ein überdimensional grosser Migros Einkaufskorb. Vor der Campfire Stage zwei namensgebende Feuerstellen, die von den Zuhörern ausgiebig genutzt werden, um Cervelats zu grillieren. Rita Roof macht den Anfang, während immer mehr Leute den Weg in das abgesperrte Areal finden. Während ihres Auftritts braucht es keine künstlichen Raucheffekte, von den beiden Feuerstellen qualmt es ausreichend in Richtung Bühne.
Während gut 45 Minuten spielen Deer Park Avenue ihre Songs und zeigen, dass sie sichtlich erfreut sind, endlich wieder mal auf einer Bühne stehen zu dürfen. Zum Coversong «Zombie» brachten sie dann sogar die Leute dazu, mitzumachen und zu klatschen. Auftritt Stefanie Heinzmann und die Stimmung steigt nochmals. Als Stiflti, wie sie auch genannt wird, die Bühne betritt, strahlt übers ganze Gesicht. Ihr Auftritt hat Charme und sie erzählt zwischen den Songs Geschichten, die ihr Leben in jungen Jahren aufzeigen. Sie ist für wirklich vieles dankbar, nein Stefanie, man kann nie zu viel Danke sagen. Sie habe Blut geleckt, denn dies sei ihre zweite Show dieses Jahr und sie möchte eigentlich gar nicht aufhören. Doch irgendwann geht auch der schönste Abend zu Ende. Gerade hier in Zürich mache man pünktlich Feierabend, aus Rücksicht auf die Tiere. Deshalb kommt die Zugabe gleich ohne Umwege und sie bringt alle dazu, ihre Füsse in die Luft zu halten. Bilder Tag Eins
Zweiter Tag
Während die ersten Zuhörer auf den Platz strömen und die Grillstellen einnehmen, eröffnet Rita Roof wie am Abend zuvor. Rodry-Go heizt mit seinen Latino-Vibes ein und schon nach wenigen Klängen sieht man die ersten Hände in der Luft und Liegestühle im Takt mitwippen. Loco Escrito, unterwegs mit dem DJ-Set, bringt erneut den DJ auf die Bühne. Als Verstärkung hat er Rodry-Go im Schlepptau. Stimmungstechnisch hat er mehr zu kämpfen als sein Vorsänger und es braucht einiges länger, bis das Publikum mitmacht. Bilder Tag Zwei
Dritter Tag
Auch heute bekommen die bereits früh eingetroffenen Rita Roof auf die Ohren und Cervelats aufs Feuer. Wenn man sich die Künstlerliste anschaut und DJ liest, hat man als Rock- und Metal-Hörer keine grossen Erwartungen. Doch bei DJ Zsuzsu wird man positiv überrascht. Sie mixt alte und bekannte Songs zusammen und bringt die Leute dazu, mitzusingen. Dabu Fantastic können einen Song über die linke Jackeninnentasche schreiben und die Leute finden es cool. Auch erfahren wir, dass sie mal für ein Cookie über 7 Franken zahlten und dann die «Nebenwirkung» zu spüren bekommen haben. Alles in allem ist die Stimmung toll. Bilder Tag Drei
Vierter Tag
Den letzten Abend eröffnet wie gewohnt Rita Roof. Kurz nach ihr steht der Surprise Act Didi auf der Bühne. Er erzählt davon, dass er von Rita singen gelernt habe und sich beziehungsweise sie hoffentlich nicht blamieren werde. Monet192 hat einige Fans im Publikum und versucht sein bestes, diesen eine gute Show zu liefern. Dies gelingt ihm und die Leute klatschen und singen. Gemäss Mimiks ist der Frosch das langweiligste Tier im Zoo. Darum machen sie zusammen mit dem Publikum einmal viel Lärm. Die Party steigt und die Leute freut es sichtlich. Bilder Tag Vier
Mein Eindruck nach vier Tagen
Alles in allem waren dies vier gelungene Abende – besonders dann, wenn man als Konzertfotograf schon seit einem halben Jahr kein Konzert mehr fotografiert hat. Die Location war sicherlich schön, aber ich frage mich, weshalb das so nahe an den Zoo-Tieren sein musste. Hätte es nicht andere Locations gegeben, die über genug Platz und Infrastruktur verfügt hätten? Die Helfer waren fleissig im Einsatz und haben die Migroskörbe und das Essen gebracht, während der Pausen sammelten sie den Abfall ein. Die Besucher mussten so nicht so oft umherwandeln. Das Konzept hat scheinbar gut funktioniert und wie mehrere Künstler gezeigt haben, man kann auch aus einem Liegestuhl heraus aktiv an der Show teilhaben.
Eventdatum: 23. - 26.08.2020
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: Zoo Zürich
Veranstalter: Eventorganisation.ch
Zuschauerzahl: unbekannt
Tag 1
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/409-distancing-festival-2020-zuerich-23-26-8-20#sigProId948d1b9596
Tag 2
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/409-distancing-festival-2020-zuerich-23-26-8-20#sigProId6e93bd2a38
Tag 3
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/409-distancing-festival-2020-zuerich-23-26-8-20#sigProId7aabf49e32
Tag 4
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