Iron Maiden mit Überraschung als Vorband
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Nachdem es gestern Metal ohne Metallica gegeben hat, sind heute Abend Lord of the Lost mit ihrem sehr düsteren Rock der Support-Act von Iron Maiden im Hallenstadion.
Die fünf Bandmitglieder kommen auf die Bühne und starten ihre Show. Offiziell gilt Lord of the Lost als Dark Rock Band. Ich hätte sie jetzt eher in die Metalschublade gesteckt. Nichtsdestotrotz stehen wir Fotografen ganz verblüfft im Fotograben und fragen uns, ob anschliessend wirklich Iron Maiden auftritt oder eher Behemoth? Nun, der Fotopass sagt: Maiden. Die Bühne ist in düsteres, blaues Licht gehüllt, eindeutig nicht unsere Lieblingsfarbe. Ihre Musik geht definitiv eher in die härtere Richtung, hat aber immer wieder sanfte Gesangselemente. Die Dynamik ist sehr weitreichend, was es wiederum interessant macht. Nach den drei üblichen Songs für uns Fotografen verlassen wir den Pit und ziehen uns zurück in die Katakomben des Hallenstadions. -> Bilder Lord of the Lost
Während der Wartephase gehe ich nochmals nach Draussen, wo immer noch Maiden-Fans herbeipilgern. Mit meinem Fotografenkollegen kommt nochmals die Diskussion auf, ob der Supporting-Act die richtige Wahl war. Vielleicht hätten sie bei Rammstein bessert ins Gesamtkonzept gepasst?
Für den Haupt-Act begeben wir uns wieder zurück in die Untergründe des Hallenstadions. Die Regeln erlauben es uns heute, die Band während der ersten zwei Songs mit unseren Kameras einzufangen. Während wir auf sie warten, läuft im Hintergrund bereits Transylvania und Doctor Doctor, um die Fans in Stimmung zu bringen. Das Bühnenbild wird von seiner Verhüllung befreit. Es ist japanisch angehaucht. Die vier Gitarristen kommen auf die Bühne gestürmt. Hinter dem Schlagzeugaufbau sieht man auch Bewegung, denn Nicko McBrain macht sich bereit. Die ersten Klänge ertönen und hinter dem Vorhang hervor und Frontmann Bruce Dickinson stimmt ein. Eigentlich hätten wir Aces High als Eröffnungssong erwartet, doch wir bekommen Senjutsu von ihrem aktuellen Album zu hören.
Frontmann Bruce gibt im Anschluss Stratego zum Besten und ihm Hintergrund kommt ein überdimensional grosser Samurai auf die Bühne. Wir warten immer noch auf einen Sprung von Bruce, für die ist er bekannt. Einen einzigen kriegen wir heute geliefert. Dafür steht er heute gerne beim Schlagzeuger hinten, mit dem Rücken zum Publikum. Macht das Fotografieren so nicht gerade interessant. Zu The Writing on the Wall verlassen wir den Fotograben.
Die Herren Iron Maiden bewegen sich mittlerweile alle im Alter zwischen 64 und 70, also mehrheitlich im Pensionsalter. Dennoch wirbeln sie alle über die Bühne und haben scheinbar immer noch viel Freude an der Musik. Für Flight of Icarus hat sich Bruce Dickinson einen Flammenwerfer umgeschnallt und rennt in der Kulisse hin und her. Das Bühnenbild wechselt während der Show mehrfach, bis zum Schluss dann noch die erwartete Spitfire zum Song Aces High von der Decke herabhängt, der dann auch nach 15 Songs das Ende der Show bildet.
Von ein paar Besuchern erfährt man, der Sound sei nicht berauschend, andere sagen, er sei kristallklar gewesen. Nun, es ist das Hallenstadion, leider nicht bekannt dafür, dass der Sound der Beste ist. Dies ist bautechnisch gar nicht möglich und es gibt auf dem Platz Zürich wesentlich bessere Räumlichkeiten. Doch für ein Konzert von Iron Maiden eignen sich die anderen Locations halt nicht wirklich, da die Kapazität dort wesentlich kleiner wäre und kein Platz für die heute anwesenden ca. 13’500 Fans bieten.
Eventdatum: 30.06.2022
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: Hallenstadion, Zürich
Veranstalter: Good News Production
Zuschauer: ca 13500
Lord of the Lost
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/860-iron-maiden-mit-ueberraschung-als-vorband#sigProIdd6b66435b7
Iron Maiden
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/860-iron-maiden-mit-ueberraschung-als-vorband#sigProId182564efb8
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Marcel Kaul
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