David Garret live mit seiner Alive Tour im Hallenstadion
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Das Enfant Terrible der klassischen Geigenspieler: David Garrett besucht mit seiner Alive Tour das Hallenstadion. Nicht ausverkauft, aber dennoch ordentlich besetzt ist die Halle, mit vorwiegend weiblichen Fans der Streichmusik.
Punkt 20:00 Uhr dunkelt sich das Stadion ab. Seitlich geht die Notausgangtüre auf, zu der früher die ZSC Lions hereinkamen. Zu den Klängen von Metallicas Enter Sandman schreitet er von einem Lichtkegel beleuchtet zwischen den Sitzplätzen durch die Gänge. An der Bühne angekommen spielt er den Song nochmals, in Begleitung seiner Band. Aus der ersten Reihe heraus wird er auf italienisch angesprochen, während er das Publikum begrüsst. Als nächstes spielt er ein Stück von Ray Charles, Hit the Road Jack. Nach dem zweiten Song erzählt er uns eine Geschichte zu einem Instagram-Foto, das in in seinem angeblich glamourösen Lebens zeigt, wie er während einem Flug in der Economy Klasse schlafend mit dem Kopf am Vordersitz anlehnt. Gelächter durchdringt das Hallenstadion. Dieses glamourös ist dann auch die Überleitung zum nächsten Lied, dem Disney Soundtrack The Beauty and the Beast.
«Es gibt Momente im Leben, die will man nicht fotografiert haben» - David Garrett
David Christian Bongartz wie er eigentlich mit bürgerlichem Namen heisst, spielt schon seit seinem vierten Lebensjahr Geige. Bereits als Fünfjähriger hat er seinen ersten Wettbewerb gewonnen. Der Name Garrett, unter welchem er als Künstler unterwegs ist, stammt von seiner Mutter, der sei geläufiger und sich einfacher zu merken. In seinen Jugendjahren, also mit 13, erhält er einen ersten Plattenvertrag. Im Jahr 2006 gelingt ihm dann der Durchbruch. David weiss, wie er sich vermarkten kann. 2009 Bringt er eine T-Shirt Kollektion bei s.Oliver raus und 2010 folgt ein eigenes Parfum. Einen Abstecher als Schauspieler macht er im Film Der Teufelsgeiger im Jahr 2013. Er spielt diverse Geigen und Violinen, so auch eine zur Verfügung gestellte Stradivari. Aktuell musiziert er mit einer gut 12 Millionen teuren Prince Doria des Geigenbauers Guarneri del Gesù aus dem Jahre 1733.
Musikalisch ist er mittlerweile sehr erfolgreich und konnte bis dato mehrere ECHOs in Klassik und auch Pop einheimsen. Sein bisher erfolgreichstes Album Music hat ihm in Deutschland Doppelplatin eingebracht. In der Schweiz hat es noch zu keiner Veredelung eines seiner Alben gereicht. Alive, das aktuelle Album hat es bei uns nur auf Platz sieben geschafft.
Eine weitere witzige Einlage gibt es, als er erzählt, wie schnell er nüchtern werden kann. Besonders dann, wenn er auf dem Champagner sieht «ohne Alkohol». Das nächste Stück würde auch schwierig werden, wenn er vorher Alkohol gehabt hätte und stimmt ein zu Smooth Criminal von Michael Jackson. Für den Song Happy erklärt er uns kurz, wie er das Stück ganz ohne seine Band performen möchte, mit Sampler und Loopstation. Während der Coronazeit hätte er sechs Monate Zeit gehabt, um dies zu üben.
Nach etwa 55 Minuten gibt es dann eine Pause, um sich draussen zu stärken oder eine rauchen zu gehen. Für sein zweites Set hat er Hits von Prince, Coldplay, nochmals Michael Jackson und weiteren in petto. Wer jetzt Lust auf Geigencovers von modernen Songs bekommen hat, der hat noch bis am 9. Oktober Zeit, ihn innerhalb Europas live zu sehen. Bis dahin tourt er in Deutschland und Italien. Danach packt er sein Material, das in fünf LKWs Platz hat, in den Flieger und performt fünf Shows in Argentinien, Brasilien und Mexiko. Aber keine Angst, er wird garantiert erneut in Zürich vorbeischauen.
Eventdatum: 25.09.2022
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: Hallenstadion, Zürich
Veranstalter: Gadget
Zuschauerzahl: ca. 3500
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/909-david-garret-live-mit-seiner-alive-tour-im-hallenstadion#sigProId472d727347
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Marcel Kaul
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