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Finaleinzug oder Abschied?

Finaleinzug oder Abschied? Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Die Regular Season konnten die Zurich State Spartans mit sieben Siegen aus acht Spielen klar für sich entscheiden. Nun treffen sie im Halbfinal zu Hause auf die Geneva Whoppers, mit genau derselben Ausbeute. Jetzt entscheidet sich, wer stärker ist und mehr Nerven hat, um es ins Finale zu schaffen.

Auf dem Sportplatz Dürrbach wird der Showdown ausgetragen. Mehr Fans als sonst pilgerten trotz des unsicheren Wetters hierher. Nachdem sich die Captains begrüsst haben, folgt der Coin-Toss. Dieser geht an die Geneva Whoppers, welche sich entscheiden, den Ball jetzt zu empfangen. Somit beginnt das diesjährige Halbfinal in der Nationalleague C mit dem Kick der Zurich State Spartans. Die Gäste sind im dritten Versuch und müssen noch gut 13 Yards überwinden, da findet der Football nicht den geplanten Abnehmer, sondern es kommt zu einer Interception. Mit einem Laufspiel wird dieser dann noch bis an die gegnerische 10 Yard-Linie getragen und somit sind die Spartans in der Redzone. Leider können die Spartans ihren darauffolgenden Run nicht verwerten und versuchen ein Fieldgoal. Dieses geht ganz knapp am Pfosten vorbei und es bleibt beim 0:0. Nach dem Kick sind nun die Whoppers wieder im Angriff.

Eigentlich haben sie ein neues First down erlaufen können, aber wegen einer Chop-Block Strafe müssen sie 15 Yards zurück und von dort beginnen. Mit drei Runs können sie sich bis an die 18 Yard-Linie vorkämpfen und müssen dann auch auf ein Fieldgoalversuch zurückgreifen. Dieser misslingt ebenfalls und das Resultat ist immer noch unverändert. Die Gastgeber beginnen ihren Run auf der eigenen 20 Yard-Linie und Colin Anderau sieht zu seiner Linken Philipp «Garti» Gartmann losrennen. Der Pass kommt auf ihn und er kann die gesamte Defensive-Line umlaufen. Er setzt zum Spurt an und trägt das Ei quer über das Feld in die Endzone. Das anschliessende Fieldgoal passt und es steht 7:0 für die Spartans im ersten Viertel. Die Genfer Offensive-Line beginnt ihren nächsten Run und dann heisst es plötzlich: «Ball Spartans». Ich habe nicht gesehen, ob es ein Fumble oder eine Interception war, aber die Gastgeber können wieder ab der gegnerischen 25 Yard-Linie starten. Wir sehen den zurückgekehrten Finn Waterholter in die Endzone rennen, aber eine Flagge liegt auf dem Feld. Es wird ein Holding gegen die Spartans ausgesprochen und so müssen sie diesen Zug wiederholen, jedoch 10 Yards weiter hinten.

Es kommt zum Seitenwechsel, da das erste Viertel zu Ende ist. Colin Anderau übergibt den Pass an Davide De Lucia und er hat nur ein Ziel, die Endzone. Zweiter Touchdown für die Spartans. Die Spieltafel zeigt ein 13:0 an, da das Fieldgoal nicht gepasst hat. Aufgrund einer gerade etwas schwach agierenden Defensive-Line der Spartans können die Whoppers Boden gut machen. Wie ich auch im Eishockey schon immer sage, ein zwei-Tore-Vorsprung ist noch kein Sieg, wachsam bleiben. Laurent Fourquet ist der Mann der Gäste, denn er kann durchbrechen und erreicht die Endzone. Nach erfolgreichem Fieldgoal gibt der Platzspeaker das neue Resultat von 13:7 durch. Das zweite Viertel dauert noch etwa achteinhalb Minuten. Erneut können die Gastgeber ihren Run nicht verwerten und die Gäste gehen wieder in den Angriff über. Sie können sich wiederum vorkämpfen und befinden sich in der gegnerischen Hälfte. Ein weiter Pass in Richtung Grundlinie: Zwei Spieler springen in die Höhe, um den Pass entgegenzunehmen. Die #32 Jan Bachmann der Zürcher hat jetzt die bessere Position und fängt den Ball zur Interception. Erneut kommt aber die Offensive-Line nicht vom Fleck und nur der Punt bringt den Ball über die Mittellinie. Nach der Two Minute Warning wird der weite Pass des Genfer QBs bis in die Endzone von #40 Bruno Albello gefangen, Touchdown Nummer zwei für die Gäste. Wenn es eine Spieluhr gäbe, würde diese noch 1:09 anzeigen. Von den Zürcher Coaches kommt eine klare Ansage: «Wir punkten vor der Halbzeit nochmals!» Gesagt, getan: Pass diagonal nach links auf «Garti» und dieser rennt mit seinen langen Beinen quer über das ganze Feld bis in die Endzone. Die erfolgreiche Two-Point Conversion lässt die Spartans das versemmelte Fieldgoal von vorhin wieder aufholen und es steht 21:14, nur Sekunden vor der Halbzeit.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch) 

 

In der Halbzeit zeigen uns die Pink Ladies Cheer ihr Können auf dem Platz. Mit dem Kick der Whoppers beginnt nun das dritte Viertel. Der Versuch der Spartans, die 10 Yards zu überwinden scheitert und so kommt es zu einem weiteren Punt. Die Gäste arbeiten sich vor bis zur 20 Yard-Linie, wo sie sich im 4th & 5 befinden. Sie entscheiden sich für den Fieldgoalversuch, dieser scheitert jedoch am zu kurzen Kick. Etwas später kommt es zu einem Personal Foul durch Ludwing Gonzalez und der Genfer muss unter die Dusche. Falls noch nicht erwähnt, wir haben bereits den Seitenwechsel hinter uns und sind im vierten Viertel. Ein Holding der Spartans wirft sie 10 Yards zurück, doch im Gegenzug wissen die Whoppers nichts damit anzufangen. Dafür kassieren sie für eine Illegal Formation eine 5 Yard-Strafe und wir haben ein 1st &15 an der 28 Yard-Linie. Beim 3rd & 15 immer noch am gleichen Ort folgt ein weiter Pass in die Endzone, doch das Ziel wird überworfen und der Pass ist incomplete. Im vierten Versuch erneut der weite Pass, doch jetzt findet er das Ziel und die Genfer feiern ihren Touchdown. Sie versuchen eine Two-Point Conversion, doch die Defensive-Line der Spartans steht wie eine Eins, wehrt sich und drückt die Gegner von der Grundlinie weg. Somit bleibt es beim 21:20 und noch viereinhalb Minuten zu spielen.

Die Spartans sind wieder im Angriff und ein Low Block der Gegner bringt sie 15 Yards vorwärts an die 39 Yard-Linie. Dann eine Unsicherheit bei den Gastgebern und es kommt zum Fumble. Die Whoppers sind wieder am Vorrücken und die Schiedsrichter sehen eine Pass Interference, was sie an der 23 Yard-Linie starten lässt. Es kommt es zu einer Unklarheit seitens der Unparteiischen. Sie sind sich uneinig, ob der Ball die 10 Yards überwunden hat oder nicht. So wird die «Chain Gang» aufs Feld geholt, um nachzumessen. Es zeigt sich aber, dass einiges fehlt, dass es ein neues First Down gegeben hätte. Bei 4th & 1 Yard bricht die #8 Marc Guillermin durch und kann den Ball auf der 7 Yard-Linie deponieren. Es wird ultimativ spannend. Die Two-Minute Warning wird ausgesprochen und wir haben 2nd & 2 Yards to Goal. Hinter der Endzone stehend sehe ich, wie sich die #84 Laurent Fourquet durchtankt und hinter der Grundlinie landet. Aber es ist eine Flagge auf dem Feld, wegen eines Chop-Block werden die Whoppers mit 15 Yards bestraft und der Touchdown zählt nicht. Bei 4th & Goal an der 17 Yard-Linie brauchen die Gäste zu viel Zeit und das Fieldgoalteam schafft es nicht mehr rechtzeitig, den Spielzug durchzuführen. Somit erhalten sie eine 5 Yard-Strafe wegen Zeitverzögerung. Dennoch versuchen sie ein 3 Punkte-Fieldgoal und sind erfolgreich und es steht jetzt 21:23 für die Whoppers. Die Uhr an Jens Urbans Handgelenk zeigt noch 87 Sekunden an und die Spartans versuchen verzweifelt nochmals zu punkten. Sie können sich vorkämpfen und 61 Sekunden vor Spielende sind die Spartans an der gegnerischen 38 Yard-Linie und haben ein neues First Down. Ein weiter Pass bis an die geschätzt 10 Yard-Linie und ein Whopperspieler hat die Finger am Ball, kann ihn aber nicht fassen und somit ist der Pass incomplet.

Die Zeit läuft schmerzlich davon, nur noch 33 Sekunden bis zum Pfiff. Es kommt zu einem letzten Fieldgoalversuch von der 35 Yard-Linie aus. Wenn dieses nun versenkt würde, dann wäre das der Sieg für die Spartans und sie müssten gegen die LUCAF Owls im Finalspiel antreten. Leider passt es aber nicht und die Genfer Seite bricht in Jubel aus. Für sie ist das Spiel gelaufen, denn sie können nun die Zeit auslaufen lassen, in dem sie auf das Knie gehen. Beim ersten Kniefall zuckt dann aber doch noch ein Whoppers-Spieler und so müssen sie für den zweiten «Versuch» fünf Yards zurück. Sie gehen nochmals aufs Knie und Headschiedsrichter Raymond Fouillet pfeift das Spiel ab. Die Geneva Whoppers können das Spiel mit etwas Glück als ebenbürtiger Gegner für sich entscheiden und es kommt nun zu einem welschschweizerischen Final um den eventuellen Aufstieg in die Liga B.

Für die Zurich State Spartans geht eine erfolgreiche und starke Saison zu Ende. Sie mussten einige Abgänge verkraften, haben aber auch neue Spieler dazugewonnen. Das Team ist wie eine Familie und hält zusammen, auch wenn es die Gesundheit eigentlich nicht zulässt und was anderes möchte. Mit dem Ende der Saison verabschieden sich Eddy und Reto, da sich Beruf und ihre Leidenschaft nicht verträgt. Auch müssen wir einen weiteren Abschied verkünden, Coach Frank Bühler zieht sich zurück. Er habe die Mannschaft vor fünf Jahren nach der Vereinsgründung aufgebaut und sie weit gebracht. Es sei nun an der Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Ich weiss, dass ich ihn eventuell schon bald wieder an einer anderen Seitenlinie sehen werde, kann aber hierzu noch nichts Weiteres sagen. Ihr werdet es dann sicherlich lesen. Die Emotionen sind hoch und es kullern einige Tränen. Auch für mich geht eine spannende vierte Saison mit den Spartans zu Ende. Ich hoffe, dass meine Fingersituation es nächste Saison zulässt, so dass ich wieder auf dem Feld und in der Teamzone mit dabei sein kann.

 

 

Zurich State Spartans vs. Geneva Whoppers:  21:23 (3:3) 

Mehr Infos im Gamecenter des SAFV.

 

Eventdatum: 01.07.2023

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Sportplatz Dürrbach, Wangen

Veranstalter: Zurich State Spartans

Zuschauerzahl: ca 250

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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