Das Spiel des EV Zug gegen den SC Bern geht über die volle Länge
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Jan Kovar entscheidet mit dem 12. Penalty den gehässigen Match in der ausverkauften Bossard Arena.
Bereits nach zwei Minuten wandert Goloubeuf auf die Strafbank für einen Haken. Die Zuger machen Druck und sind dominant, kommen zu vielen Chancen können, diese aber mangels Ungenauigkeit in der Passfolge nicht ausnutzen. Allein Simion kann im Powerplay drei Chancen nicht verwerten. Die Schüsse sind ungenau oder eine sichere Beute von Goalie Wüthrich. Allenspach hat Pech und trifft in der achten Minute nur den Pfosten. Die Hauptstädter verteidigen das ganze geschickt und können mit Konter das eine und andere Mal die Verteidigung der Zuger aushebeln.
In der 11. Minute haben die Berner die Gelegenheit im Powerplay zu spielen, weil Martschini nach einem Stockschlag in die Kühlbox muss. Aber was da die Berner im Powerplay bieten, ist schlichtweg nichts. Der Spielaufbau stimmt nicht und die Spieler stehen nicht da, wo sie sein sollten. Und so kommt wie es kommen musste. Senteler erwischt die Scheibe und lanciert Klingberg steil, der dann den bisher stark spielenden Goalie Wüthrich zwischen den Hosenträgern erwischt, und das noch in Unterzahl. Das Tor war verdient, denn die Zuger machen mehr für das Spiel. Gegen Ende des Drittels wachen die Mutzen auf und kommen ihrerseits zu Chancen durch Kahun und Scherwey. Genoni im Tor der Zuger hält aber seinen Kasten rein bis Ende des ersten Drittels. Zug geht mit einem minimalen Vorsprung in die Pause. Gemäss den vergebenen Chancen hätten die Hausherren mit 3:0 führen können.
Im zweiten Drittel setzen die Zuger die Berner von Anfang an unter Druck. Wüthrich macht alle Bemühungen zunichte und lässt die Stürmer des EVZ verzweifeln. Die Gangart wird härter und gehässiger. Folge davon sind viele Strafen und Diskussionen auf beiden Seiten. In der 24. Minute geraten sich Allenspach und Goloubef (schon die zweite Strafe) in die Haare und die Fetzen fliegen. Beide können sich abkühlen wegen übertriebener Härte. Es hat Platz auf dem Eis bei vier gegen vier, aber keine der beiden Mannschaften kann sich ein Vorteil erschaffen. Bern steht hinten kompakt und vorne geht zu wenig. In Minute 26 lanciert die Reizfigur DiDomenico Kahun, der aber kläglich vor Genoni verzieht. Auch Zug wollte nicht viel gelingen oder sparen sie bereits Energie für das letzte Drittel?

Nein. Die Berner kommen zu weiteren Chancen, so auch in der 38. Minute. Kahun kommt mit Tempo ins Drittel und schiesst auf den Kasten der Zuger. Genoni scheint die Scheibe unter Kontrolle zu haben, aber sie rutscht ihm zwischen der Fanghand durch und plötzlich liegt die Scheibe frei. DiDomenico stochert die Scheibe ins Netz. Wegen eines hohen Stocks muss Nico Gross nach dem Tor der Berner auf die Strafbank. Leider kann niemand diese Strafe nachvollziehen. Der SCB agiert zwei Minuten in Überzahl und sie machen Druck. Und es ist wiederum DiDomenico, der sich durchtankt und Genoni mit einem satten Schuss über die Fanghandseite bezwingt. Bern kehrt die Partie innerhalb von zwei Minuten und geht mit 1:2 in die Teepause. Man darf gespannt sein, wie Zug diesen Schock verdaut hat.
Beide Teams kommen mit viel Elan aus der Kabine, aber es fehlt an Effizienz und Spielwitz. So plätschert das Spiel dahin. Bern verwaltet und Zug kann nicht agieren. Irgendwie passt heute Abend nicht viel zusammen bei EVZ. Viele ungenaue Pässe und mangelnde Präzision prägen das Spiel der Zuger. Es spiegelt sich im Powerplay wider. Das ist auch so bei den beiden Strafen gegen Bern im Schlussabschnitt. In der 58.Minute setzt Tagnes alles auf eine Karte und nimmt Genoni aus dem Tor. Die Scheibe läuft gut, kommt in der Box schlussendlich zu Geiser und der fasst sich ein Herz von der blauen und drückt ab. O’Neil steht vor Wüthrich und nimmt ihm die Sicht und kann dann den Schuss unhaltbar zum 2:2 ablenken.
Zug rettet sich in extremis in die Verlängerung, in der Bern versucht, das Zepter in die Hand zu nehmen, aber mehrmals an Genoni scheitert. Zug kommt nicht vom Fleck und so muss nach der Overtime das Penaltyschiessen die Entscheidung bringen. Die ersten vier Spieler setzen die Scheibe daneben oder der Goalie bleibt Sieger, ehe Kovar und Löffel treffen. Löffel nimmt zum zweiten Mal Anlauf, scheitert aber an Genoni. Jetzt ist Kovar zum zweiten Mal an der Reihe. Er fackelt nicht lange und hämmert die Scheibe aus kurzer Distanz in die Maschen der Berner zum 3:2-Sieg für die Zuger. Fazit des Abends: Zug gewinnt mit ach und krach gegen Bern in einer Partie die, die Zuger schnell abhacken müssen, denn in der nächsten Runde warten die Tigers aus Langnau.
EV Zug vs. SC Bern 3:2 (1:0 | 0:2 | 1:0 | 1:0)
Schüsse aufs Tor: 44:27 (12:8 | 16:10 | 14:7 | 2:2)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 21.10.2022
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Bossard Arena, Zug
Veranstalter: EV Zug
Zuschauerzahl: 7200
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/932-das-spiel-des-ev-zug-gegen-den-sc-bern-geht-ueber-die-volle-laenge#sigProId8924890056
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
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