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Im X-Tra wird das Eis gebrochen und Helden aus der Maschine gezogen

Im X-Tra wird das Eis gebrochen und Helden aus der Maschine gezogen Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Nein, kein Scherz, heute Abend rocken Eisbrecher wieder mal im X-Tra in Zürich vor gut 1200 Zuschauern und hat als Support-Act Heldmaschine mit im Gepäck.

Ich bekenne mich dazu, ich bin Wiederholungstäter, denn ich war schon im April 2023 mit dabei, als sie hier im X-Tra spielten. Wie schon beim letzten Mal kommt Sänger Alexx zuerst auf die Bühne, um ein paar Worte zu quatschen und die Vorband anzukündigen. Dieses Mal hat er eine Schweizer Fahne mit Unterschriften drauf, welche er einem Fan in der Frontreihe gibt.

Zu dritt fahren die beiden Gitarristen auf einem elektrisch betriebenen Wägelchen auf die Bühne. Die Gitarristen verlassen das Gefährt und begeben sich auf ihre Positionen, der Sänger bleibt jedoch während dem ersten Song darauf stehen und dreht sich immer wieder mal im Kreis.

Bei mir kommen, wenn ich die Band und insbesondere Frontmann René Anlauff ansehe, gewisse Rammstein-Vibes auf. Dies kommt davon, dass René Anlauff, Gitarrist Tobias Kaiser und Drummer Dirk Oechsle zusammen aus der Rammstein-Tribute-Band Völkerball stammen. Dies, nachdem man sich entschieden hatte, sich mit Völkerball nur noch auf die Rammstein-Covers zu beschränken.

Trinken ist wichtig heisst es, also schnappt sich Frontmann den kleinen Benzinkanister und trinkt daraus. Heldmaschine weiss das anwesende Publikum gut anzuheizen und sorgt für gute Stimmung. Während Bestie steigt René die «Kniebrecher»-Treppe hinunter und lässt die Fans ins Mikrophon singen. Nach acht Songs verabschieden sich die Herren und es heisst Bühnenumbau.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Mit einer kleinen Verspätung wird es dunkel und das Intro beginnt. Es wird wie üblich für die Fotografen immer wieder mal posiert und die Fans muntern sie aktiv dazu auf, mitzusingen. Alexx scheint am Knie verletzt zu sein, denn während seiner Ansage und Vorstellung der Vorband hatte er einen Knieschonerverband an. Auch habe er sich vor dem Konzert mit Velofahren im Saal aufgewärmt. Kurz nach Einlass der ersten Zuschauer tigerte er im Foyer rum und verteilte den Fans, die ihn erkannten, Autogramme oder hielt für ein Selfie hin.

Während der Show merkt man davon jedoch nichts mehr. Auch bei Eisbrecher ist die Stimmung im Saal gut und kaum ein Zuschauer steht noch ruhig da. Die ersten drei Songs gehören uns Fotografen und wir kriechen auf der Treppe herum, um gute Aufnahmen zu erhaschen. Danach dürfen wir sogar noch vom reservierten VIP-Bereich aus kurz ein paar Bilder schiessen. Anschliessend steht es uns frei, aus dem Publikum weiterzumachen.

Eisbrecher wurde 2003 von Alexander «Alexx» Wesselsky und Jochen «Noel Pix» Seibert gegründet, nachdem Wesselsky Megaherz aufgrund künstlerischer Differenzen verlassen hatte. Die Band sorgte mit ihrem Debütalbum durch die Beigabe von CD-Rohlingen, um gegen die Kriminalisierung von Musik-Konsumenten zu protestieren, für Aufsehen. 2006 folgte das Album «Antikörper», das Platz 85 der deutschen Charts erreichte, und die Band erlebte erste Besetzungswechsel. 2008 stieg Bassist Martin Motnik aus und wurde durch Olli Pohl ersetzt. Das dritte Album «Sünde» (2008) stieg auf Platz 18 der deutschen Charts und mit der Single «Eiszeit» erreichte die Band erstmals die Charts.

2010 gelang ihnen mit dem Album «Eiszeit» der grösste kommerzielle Erfolg: Platz 5 der Albumcharts. Die Band wechselte zu Sony Music und hatte weiterhin Besetzungswechsel, darunter den Ausstieg von Bassist Olli Pohl und Schlagzeuger Rene Greil. 2012 erschien das fünfte Album «Die Hölle muss warten», das Platz 43 in den Deutschen Single-Charts erreichte. 2015 wurde das Album «Schock» veröffentlicht und eine Deutschland-Tournee durchgeführt. Die Band erhielt 2016 eine Goldene Schallplatte für «Die Hölle muss warten» und «Schock».

Musikalisch bezeichnet Wesselsky Eisbrecher als «deutschsprachige Rockmusik mit Elektro-Elementen». Die Band wird häufig der Neuen Deutschen Härte zugeordnet, was jedoch nicht ihrem eigenen Verständnis entspricht.

Nicht nur ich habe warm und stehe nur im T-Shirt da, auch Alexx hat inzwischen die Sonnenbrille abgelegt und auch sein Jackett musste weg. Es geht dann sogar so weit, dass seine Krawatte nur noch offen baumelnd um seinen Hals hängt. Dies und seine Verletzung halten ihn jedoch nicht davon ab, die Fans mit 21 Songs zu bespassen.

Eisbrecher touren noch bis in den September quer durch Europa, wobei das heutige Konzert das einzige bleibt für die Schweiz.

 

 

Eventdatum: 01.04.2025

Fotografen:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  X-Tra, Zürich

Veranstalter: Good News Productions AG

Zuschauerzahl: ca 1200

 

Eisbrecher

 

Heldmaschine

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Konzert

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