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Eisbrecher im feucht-schwülen X-Tra

Eisbrecher im feucht-schwülen X-Tra Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Vom Regen in die Traufe, äh zu deutschsprachigem Instrustrie Rock. Eisbrecher holen ihr seit langem fälliges Konzert nach, verstärkt durch Maerzfeld.

Freitagabend und es schüttet sintflutartig. Innert kürzester Zeit liegt so viel Wasser auf der Strasse, dass die Trams dieses meterweit von sich spritzen. So wird heute der Regenschirm zur Pflicht. Während ich von er Tramhaltestelle zum X-Tra gehe, plagt mich der Gedanke: du wirst den Schirm abgeben müssen. Mit aufgespanntem Schirm gehe ich am Security vorbei, der mich einfach durchwinkt. Entweder hat er den Fotorucksack und den szenemagzin.ch-Badge gesehen, oder man kennt mich langsam. Den Fotopass kurz abgeholt und dann muss ich mich regelrecht am Merchandise-Stand vorbeikämpfen, welcher sehr gut besucht ist.

Bevor Maerzfeld beginnen kann, erscheint Alexander auf der Bühne. Er begrüsst erst mal die Crowd und verteilt ein paar Stärkungen, so zum Beispiel fliegen plötzlich Bananen, Birnen und Mandarinen durch die Gegend. Er meint, es sei eine schwere Zeit, die wir hinter uns haben und einige hätten ihr Ticket schon seit 2019 am Kühlschrank hängen. Nachdem er die Bühne verlassen hat, kommen Maerzfeld hervor und beginnen ihre Show mit Alles Anders. Die Stimmung im Publikum ist gut, während sich der Saal immer mehr füllt. Frontmann Helfried «Heli» Reissenweber hat nicht nur optisch Ähnlichkeiten mit Rammsteins Till Lindemann, auch stimmlich kommt er nahe an ihn ran.  

Maerzfeld ist eine deutsche Industrial-Rock-Band, die 2005 in Thüringen gegründet wurde. Die Band begann ihre Karriere als Coverband, die Lieder von Rammstein und anderen bekannten deutschen Rockbands interpretierte. Nach einigen Jahren beschlossen sie, ihre eigenen Songs zu schreiben und veröffentlichten 2011 ihr erstes Album «Fremdkörper». Das Album war ein grosser Erfolg und brachte der Band eine treue Fangemeinde ein. In den folgenden Jahren veröffentlichte Maerzfeld mehrere Alben, darunter «Überdosis Leben» (2013), «Zorn» (2015) und «Es brennt» (2018). Die Musik der Band zeichnet sich durch harte Gitarrenriffs, kraftvolle Gesangslinien und elektronische Elemente aus. Die Texte behandeln oft Themen wie Liebe, Hass, Verzweiflung und menschliche Schwächen.

Sie haben in Deutschland und anderen europäischen Ländern zahlreiche Konzerte und an Festivals gespielt und sich einen Ruf als energetische Live-Band erworben. Die Band hat auch erfolgreich mit anderen bekannten deutschen Künstlern wie Joachim Witt und Unzucht zusammengearbeitet. Im Jahr 2021 veröffentlichte Maerzfeld ihr neuestes Album «Zweiter Frühling», das erneut positive Kritiken erhielt.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Weiter geht es mit La petite Morte und die Welt reisst auf. Während 100 auf 0 angestimmt wird, verlassen wir den Fotograben, beziehungsweise die Treppe. Wir dürfen den Rest des Konzertes weiter fotografieren, also quetsch ich mich einmal durch alle Anwesenden durch, hinten raus, dass ich auch noch kurz von der Galerie herab ein Bild machen kann. Im Saal herrschen inzwischen eine so hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme, da muss ich kurz einen Halt an der Bar einlegen. Ihre Zehner-Setlist beenden sie mit Schwarzer Schnee. Daraufhin folgt noch das schon beinahe zur Pflicht gewordene Bild vor der tobenden Menge. Die Bühne wird geräumt und Platz für den Mainact gemacht. -> Bilder Maerzfeld

 

Eisbrecher

Es ist inzwischen einige Minuten nach 21 Uhr und es wird erneut abgedunkelt. Das Intro zu Volle Kraft ertönt und die Band betritt die Bühne. Sie ist in der Lieblingsfarbe der Fotografen beleuchtet, blau! Ja ja, ich höre schon den einen oder anderen sagen, blau ist keine Farbe, sondern ein Zustand. Ne ne, ich hatte vorhin nur eine Cola. Fehler machen und Frommer Mann folgen und wir versuchen das Beste aus dem Licht zu machen. Alexander posiert wenigstens das eine oder andere Mal für uns.

Eisbrecher ist ebenfalls eine deutsche Industrial-Rock-Band, die 2003 von Sänger und Frontmann Alexander Wesselsky und Gitarrist Jochen «Noel Pix» Seibert gegründet wurde. Der Name der Band ist eine Anspielung auf das Kriegsschiff Eisbrecher, das während des Zweiten Weltkriegs eingesetzt wurde. Das Debütalbum «Eisbrecher» erschien 2004 und brachte der Band schnell eine grosse Fangemeinde ein. Mit ihrem Mix aus harten Gitarrenriffs, elektronischen Beats und eingängigen Melodien konnte Eisbrecher den Industrial-Rock-Sound neu definieren und sich als eine der wichtigsten Bands des Genres etablieren.

Die Band hat im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Alben veröffentlicht, darunter «Antikörper» (2006), «Sünde» (2008) und «Die Hölle Muss Warten» (2012). Das Album «Sturmfahrt» aus dem Jahr 2017 erreichte Platz zwei der deutschen Albumcharts. Eisbrecher hat auch mehrere Hitsingles veröffentlicht, darunter «Eiszeit», «Verrückt» und «Miststück». Ihre Musik wurde in Filmen und TV-Shows wie «Resident Evil: Afterlife» und «The Walking Dead» verwendet.

Sie sind bekannt für ihre energiegeladenen Live-Auftritte, bei denen sie mit aufwändigen Bühneneffekten und pyrotechnischen Shows das Publikum begeistern. Die Band hat auf zahlreichen Festivals gespielt, darunter dem Wacken Open Air und dem M'era Luna. Trotz ihrer grossen Erfolge hat Eisbrecher auch Rückschläge erlebt. 2020 gab die Band bekannt, dass sie sich aufgrund kreativer Differenzen von Gitarrist Jochen «Noel Pix» Seibert trennen würden.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Während das Publikum die Band feiert, tanzt und singt,  schnappe ich mir meinen Fotorucksack und kämpfe mich erneut durch die Leute nach hinten. Unterwegs kriege ich dann noch ein Kompliment für meinen Bart, er sei «imposant». Ich mache noch ein paar Bilder von hinten aus dem Publikum und von der Galerie herab. Von da aus bekomme ich mit, wie Aleksander die Leute auffordert, nach der Posing-Session doch bitte ihre Handys einzupacken und die Musik zu geniessen. Dabei mach ich meine letzten Aufnahmen und packe dann meine Kameras ein. Nochmals kurz für So oder So und Anna reingehen und dann entscheide ich mich frustriert dazu, nach Hause zu gehen. Inzwischen machen sich nämlich meine Finger wieder bemerkbar. Auf dem Weg nach draussen noch kurz einen Schwatz mit der Security-Dame und dann trockenen Hauptes Richtung Hauptbahnhof gehen.

Eisbrecher sind weiterhin auf Tour. Zu Beginn in Europa und ab Juni dann in Deutschland. Eine Band, die man definitiv mal gesehen haben muss, wenn man auf eher härteren Rock oder Metal steht.

 

 

Eventdatum: 28.04.2023

Fotografen:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  X-Tra, Zürich

Veranstalter: act Entertainment

Zuschauerzahl: Ausverkauft 

 

Eisbrecher

 

Maerzfeld

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Konzert

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