Seaside Festival Spiez
Andrea Schüpbach / szenemagazin.ch
Indian Summer-Feeling am Seaside Festival
Bei beinahe hochsommerlichen Temperaturen haben am ersten Septemberwochenende 10'000 Menschen das 2-tägige Seaside Festival in Spiez genossen.
Akkus, Speicherkarten zwei Linsen, zwei Bodys. Das Equipment ist gepackt, Ticket ausgedruckt. Ab ans Seaside Festival in Spiez. Geländeöffnung ist um 12:00 Uhr. Die Tickets können am Eingang zum Festival gegen die Bändel inklusive Cashless-System eingetauscht werden. Zutritt erhält auch hier nur, wer ein gültiges COVID-Zertifikat vorweisen kann. Alles verläuft schnell und reibungslos.
Die Sonne sticht gnadenlos vom Himmel, keine einzige Wolke zu sehen. Dennoch werden Regenpelerinen verteilt, da für später noch eine Gewitterzelle angesagt ist. Erster Act auf der Hauptbühne ist um 14:00 Uhr. Die Zeit bis dahin verbringen wir unter einem Zelt im Schatten und lassen uns von den vielen verschiedenen Food-Ständen inspirieren und verführen. Das Gelände füllt sich langsam, wir begeben uns Richtung Bühne.
Tag 1 mit einem Lineup, das sich sehen lassen kann
Nach rund anderthalb Jahren ohne jegliche Möglichkeiten an grossen Live-Event teilzunehmen, ist die Begeisterung beim Publikum, den Acts sowie auch den Mitarbeitenden deutlich zu spüren. Endlich kann man wieder einmal tanzen, singen und gemütliche Stunden mit seinen Liebsten in einer atemberaubenden Umgebung geniessen.
Am ersten Festivaltag standen diese Künstler auf der Bühne: Halunke, Open Season, Max Giesinger, Gentleman, Patent Ochsner und Hecht. Ein Lineup, dass sich sehen lassen kann. Praktisch für alle Acts ist dies der erste Auftritt seit dem Lockdown im vergangenen Jahr. Die Stimmung wird von Lied zu Lied besser. Die Acts geben Vollgas, das Publikum hilft tatkräftig mit. Ein Höhepunkt jagt den anderen. Mit einem pinken Flamingo wird das neue Album «Flamingo» der Halunken sehr unterhaltsam und bildlich dargestellt. Frontmann Hänni unternimmt einen Stage Surfing Trip auf dem Flamingo übers Festival Gelände. Open Season, Max Giesinger und Gentleman heizen den Besuchern so richtig ein. Von Groovigen Songs über bekannte Hits bis hin zu neuen Titeln, es ist für Jung und Alt etwas dabei. Auch eine kleine Abkühlung durch eine kurze, aber heftige Regensession kann das Publikum nicht bremsen.
Was, wenn 10'000 Menschen gleichzeitig «Scharlachrot» oder «W. Nuss vo Bümpliz» mit Büne Huber von Patent Ochsner singen? GÄNSEHAUT-MOMENT!
Mit Hecht wurde der letzte Auftritt des ersten Festivaltages zum absoluten Knaller-Abschluss. Strahlende Gesichter, feiernde Menschen: So sollte es doch sein. Wer noch nicht genug Musik auf die Ohren bekommen hat, konnte anschliessend zum Beat des DJs noch bis um 03:00 Uhr weiterfeiern. -> Bilder vom Freitag

Neuer Tag, neue Bands, top Wetterkonditionen
Auch am Samstag begrüsst uns das Berner Oberland mit traumhaften, schon fast hochsommerlichen Temperaturen. Das Thermometer steigt und steigt, die Vorfreude bei den Besuchern ist spürbar gross. Pünktlich wie gewohnt startet das Festival in den zweiten Tag.
Auch der zweite Festival Tag verspricht ein vielseitiges Programm: The Souls, Sina, Phil Bates & Band perform the music of Electric Light Orchestra, Jethro Tull, Peter Maffay, Take This feat. Marc Storage, Dodo, Rita Roof und Freda Goodlett.
Die Thuner Band «The Souls» eröffnet den zweiten Tag, mit spannenden, harten und dreckigen Songs, ganz nach dem Motto «straight from the soul». Was für eine Power-Truppe!
Als nächstes ist keine geringere als die Powerfrau aus dem Wallis schlechthin an der Reihe. Sina steht dieses Jahr das einzige Mal mit ihrer kompletten Band auf der Bühne, und das in der schönsten Bucht der Schweiz. Sina erinnert uns daran, was im Leben wichtig ist. Ihre Songs gehen tief, ihre Stimme berührt und entführt uns in eine andere Welt.
Was wäre ein Festival ohne Regen… schon bevor die nächste Performance ansteht, öffnen sich die Himmelstore und es giesst wie aus Eimern. Doch kein Problem für die erfahrenen Festival-Besucher, es werden schnell die Pelerinen gezückt und schon kann es weitergehen.

Die nächste Band ist eine der legendärsten Popgruppe aus den 70er und 80er Jahren. «Phil Bates & Band perform the music of Electric Light Orchestra» lassen die Spiezer Bucht erbeben, trotz des anhaltenden Regens. Kurz vor Schluss entscheidet sich das Wetter, dann doch noch weiterzuziehen und die Sonne trocknet alle, die etwas nass geworden sind.
Bevor das grosse Highlight des Abends folgt, lauschen wir den interessanten Klängen und Songs der seit 50 Jahren bestehenden Band «Jethro Tull». Von Prog- über Folk- bis hin zu Hard-Rock, elektronischen Experimenten und Abstechern in die Weltmusik: So präsentiert sich die englische Formation mit Frontmann und Flötist Ian Anderson. Eine Besucherin aus der ersten Reihe erzählt mir, dass sie extra wegen ihm den weiten Weg von Spanien hier nach Spiez zurückgelegt hat, um ihren Helden spielen zu hören. Das nennt man Fan-Liebe.
Nun der Zeitpunkt ist gekommen, der Platz vor der Bühne hat sich ziemlich gefüllt. Die Besucher fiebern dem Auftritt von Peter Maffay entgegen. Seine Stimme, seine Songs sind unverkennbar. Die Menge tobt, Peter begrüsst die Festival-Besucher mit den Worten: «Wie schön, dass wir uns wieder gegenüberstehen.»
Den letzten Act dieses Abends musste ich dann auslassen. Zwei Tage Festival, Stehen und Fotografieren hat mich körperlich und mental sehr ausgelaugt. Mit toller Musik in den Ohren, zwei vollen Speicherkarten und wunderschönen neuen Freundschaften verlasse ich die Spiezer Bucht und freue mich hoffentlich auf ein Wiedersehen im August 2022. -> Bilder vom Samstag
Eventdatum: 03. + 04.09.2021
Fotograf: Andrea Schüpbach / szenemagazin.ch
Location: Spiez
Veranstalter: Seaside
Zuschauerzahl: ca. 10000
Freitag
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/631-seaside-festival-spiez#sigProIdae9fb36b32
Samstag
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/631-seaside-festival-spiez#sigProId66a33a6efa
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