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Snarky Puppy und Support-Act Malika Tirolien im ausverkauften Volkshaus

Snarky Puppy und Support-Act Malika Tirolien im ausverkauften Volkshaus Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Manchmal sind nicht wir es, die eine Band anfragen, ob wir ihr Konzert besuchen dürfen. Wie dieses Mal, als wir angefragt werden, ob wir an die Show von Snarky Puppy kommen wollen und darüber berichten möchten. Ich habe in ihre Musik reingehört und fand: hmmm, interessant.

 

Nachmittags noch schnell bei Ticketcorner, dem offiziellen Ticketverkäufer, nachgesehen, ob die Show um 20:00 Uhr beginnt und festgestellt, dass das Konzert ausverkauft ist. Ich bin um 19:20 Uhr am Stauffacher und gehe in Richtung Volkshaus. Vor dem Eingang eine Kolonne, alle wollen zu Snarky Puppy. Da der Promoter scheinbar nicht weitergeleitet hat, dass ich komme, wird mir der Fotopass erst nach einer kurzen Abklärung ausgehändigt. Wie üblich darf ich während den ersten drei Songs fotografieren. Drinnen spielt Malika Tirolien bereits, da die Show schon um 19:30 Uhr begonnen hat. Ich kann mich an der Schlange vorbeistehlen, direkt beim Security rein und in den Saal. Da dieses Konzert interessanterweise nicht bestuhlt ist, kämpfe ich mich mit meinem Rucksack durch die Leute ganz nach vorne. Kameras ausgepackt und von Malika und ihrer Band noch ein paar Bilder gemacht.

 

MALIKA TIROLIEN

Der Saal ist schon gut gefüllt und ich stelle mich kurz auf die Bühne für die Rollstuhlfahrer. Im Publikum sehe ich einige Köpfe zur Musik mitwippen. Malika begleitet Snarky Puppy bis Ende Oktober auf ihrer Europa-Tournee. Sie ist eine Grammy-nominierte Sängerin, Songschreiberin und Produzentin. Die ursprünglich aus Guadeloupe und jetzt aus Montreal stammende Malika zeigt ihre Liebe und Hingabe zur Musik während ihrer Performance. Die Songs sind in Englisch, doch zwischendurch spricht sie mit uns interessanterweise auf französisch. Ich verschiebe mich für ein paar weitere Bilder kurz auf den Balkon, der auch bereits sehr gut besetzt ist. Nach ihrem Set wird die Bühne von ein paar Instrumenten und Kabeln befreit. -> Bilder Malika Tirolien

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Die Umbauphase benutzen die einten, um sich zu verpflegen, während ich mich im Saal zwischen den Leuten nach vorne durchringe. Ein paar nette Konzertgänger lassen mich dann vor ihnen hinstehen, direkt an der Bühne, so dass ich ungestörten Blick auf die Künstler habe. Soweit man das ungestört nennen kann. Die Bühne ist zugestellt mit Instrumenten, Monitoren, Mikrofonständern und sogar zwei Netzwerkkameras. Das könnte interessant werden. Während ich auf Snarky Puppy warte, lausche ich den Gesprächen um mich herum. Ich befinde mich inmitten einer Gruppe von ehemaligen Musikstudenten. Ihr Interessensgebiet liegt eher in Richtung Jazz. Die Zuhörerschaft ist etwas jünger, so zwischen 20 und vielleicht 35. Vereinzelt sehe ich auch Kinder, die der Show beiwohnen.

 

SNARKY PUPPY

Die Truppe kommt unter Applaus und Jubelrufen auf die Bühne. Kaum ertönen die ersten Klänge, gibt es bejahende Zurufe aus dem Publikum, sogar vereinzelte Pfiffe. Die Zuhörerschaft kennt die Songs. Die Jazzwelt feiert das in New York ansässige Kollektiv. Eigentlich ist Snarky Puppy nicht wirklich eine Jazzband, sondern eher ein zusammengewürfelter Haufen Instrumentalmusiker. Ein erfolgreicher Haufen Musiker, denn sie haben nicht weniger als vier Grammy-Auszeichnungen für beste R&B Performance und beste zeitgenössische Instrumentalalben gewonnen. Das Musikerkollektiv besteht aus bis zu 25 Mitgliedern, die sich in einer regelmässigen Rotation abwechseln. Zum guten Glück, denn ich wüsste nicht, wie 25 Musiker inklusive ihren Instrumenten auf der Bühne des Volkshauses Platz gefunden hätten. Einzeln sind die Musiker öfters mal als Begleitung für andere grössere Künstler unterwegs, so auch mit Snoop Dogg oder Kendrick Lamar. Ihre Setlist umfasst 11 Songs, welche immer wieder Soli einzelner Musiker beinhaltet. Diese Soli werden von den Zuhörern zum teil frenetisch gefeiert. Ich verlasse meine Position vorne an der Bühne, um in meiner mir zugesprochenen Fotozeit noch ein paar andere Blickwinkel zu erhaschen. So dränge ich mich erneut durch das nun volle Parkett nach hinten. Netterweise machen alle Leute sofort Platz, als sie meine beiden Kameras sehen, die ich gekonnt in die Luft stemme. Auf dem Balkon angekommen ist er nicht nur voll, es stehen auch noch Leute im Türrahmen, um den Instrumentalsound mitzubekommen. Nachdem ich von beiden Seiten aus noch ein paar Aufnahmen gemacht habe, lasse ich mir mit dem Einpacken meiner Ausrüstung etwas Zeit. So bekomme ich doch noch den eint oder anderen Ton mit, bevor ich das Volkshaus verlasse. Beim Rausgehen höre ich erneut, wie die Anwesenden die Band feiern und ihr dies mittels Zurufen und Pfiffen zeigt.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Nur zu gerne hätte ich weiter gelauscht, aber einmal mehr macht mir mein schmerzender Finger einen Strich durch diese Rechnung. Was ich aber definitiv sagen kann, dass das, was ich bis jetzt hörte, sehr spannend geklungen hat. Snarky Puppy kann ich jedem empfehlen, der auf Instrumentalsound steht. Nein, nicht nur Jazzanhänger werden daran ihre Freude finden. Bis am 12. November touren sie noch durch Europa und am 10. November sind sie Vorgruppe von Gregory Porter an der Baloise Session. Alles in allem für mich trotz den anfänglichen Schwierigkeiten ein positiver Abend, an dem ich etwas Neues entdecken konnte.

 

 

Eventdatum: 15.10.2022

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Volkshaus, Zürich

Veranstalter:  AllBlues

Zuschauerzahl:  1650 ausverkauft

 

Snarky Puppy

   

 

Malika Tirolien

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Konzert

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