The Script bringt irischen Zauber nach Zürich
Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Heute steht mir ein irischer Abend an. The Script ist mit ihrer Greatest Hits Tour am Montagabend in The Hall. Diese Tour wurde ca. um ein halbes Jahr verschoben. Bin gespannt, was mich erwartet. Moncrieff eröffnet den Abend. Wie wird die Stimmung? Welche Songs werden gespielt? Wird mich die Show von The Script überzeugen? Fragen über Fragen, die ich mir in meinem Kopf abspiele - was nicht immer von Vorteil ist.
Moncrieff ist für mich die Entdeckung des Abends!
Eine Stunde vor Einlass bin ich eingetrudelt, habe mein Ticket geholt und mich den knapp 100 Fans angeschlossen, die im Regen stehen. Auch da gibt es Fans, die von Spanien, Lissabon und Italien anreisen, um ihre Idole zu sehen. Ich habe wie immer nur mein Handy dabei und sonst alles in meine Jacken- und Hosentaschen gequetscht, damit es beim Einlass schnell vorwärts geht. Vor der Bühne habe ich mich hingesetzt und mit einigen Leuten nett unterhalten, die fast die ganze Tour mitmachen. Wir haben uns abgewechselt für WC-Pausen und um Essen und Trinken zu holen.
Punkt 20 Uhr kam ein smarter junger Mann auf die Bühne. Ich kannte noch keinen Song, aber er hat mich ab dem ersten Ton umgehauen. Was für eine Hingabe, Gefühl und Ausdrucksweise. Die ganze Halle hat dies auch so empfunden und es gab tosenden Applaus. Chris war total überwältigt und sagte, dies sei sein grösster Indoor-Auftritt vor 4000 Leuten und er sei aufgeregt. Er sei in einem kleinen Kaff namens Waterford aufgewachsen. Als Teenager habe er den Tod von Schwester und Bruder verarbeiten müssen und hatte angefangen, Songtexte zu schreiben. Heute lebt er in London. Da entstand der Song Ruin. So hat er seine Trauer verarbeitet. «Musik ist eine Art Linse, durch die ich schaue. Aber ich habe nicht nur traurige Lieder, sondern auch Love-Songs», sagt er. Und jetzt komme sein erstes richtiges Liebeslied, betont er nochmal, und der heisst Warm. Handylichter erhellen die Halle, romantischer kann es nicht mehr werden. Chris bedankt sich für unsere Zeit und stimmt auch schon den letzten Song an. Ich bin hin und weg, habe gleich bei Spotify alles heruntergeladen. Die Songs gehen direkt ins Herz. Nun warten wir eine knappe halbe Stunde, bis The Script auf die Bühne kommt.
The Script
Danny und Mark waren in früheren Zeiten in Dublin unterwegs und fanden die Liebe zur afroamerikanischen Musik und Stevie Wonder. Danny versuchte, sowohl die Gesangstechnik als auch die Streichmusiker zu imitieren. Er wollte für sich ein Instrument finden, das er stimmlich nachahmen kann und das war die Geige. Damit kann man unglaublich tief empfundene Gefühle zum Ausdruck bringen, sagt er. In den Vereinigten Staaten konnten sie als Backroom-Team für andere Künstler Demos produzieren und lernten so den Schlagzeuger Glen kennen. Glen spielte seit seinem fünfzehnten Lebensjahr Sessions und steckte das Geld in sein Heimstudio. In einer Woche intensiver Zusammenarbeit hatten sie 3 Songs produziert. Die Debütsingle We Cry kam im Mai 2008 raus und im August The Man Who Can’t Be Moved. Dafür wurden sie mit dem European Border Breakers Award (EBBA) ausgezeichnet. Die beiden Alben «The Script» und «Science & Faith» hatten in Irland und der UK vielfache Platinauszeichnung.
Ich wurde auf ihn aufmerksam, als ich die erste Staffel The Voice UK kuckte. Da war er Jurymitglied und Coach neben Jessie J, Will.i.am und Tom Jones. Danny war unglaublich charmant und hatte dies auch gut eingesetzt, um die besten Talente zu bekommen. Er bewies auch als Coach, dass er etwas kann und er mehr als 3 Oktaven mit seiner Stimme abdeckt und auch ein hervorragender Pianist ist. Das hat mich, die Talente und auch die anderen Jurymitglieder tief beeindruckt. In den Pausen hat Danny Will.i.am mehrere Demosongs abgespielt, darunter drei Mal den Song Hall of Fame. Will.i.am war so begeistert von dem Song, dass ein Duett daraus entstand und den Albumtitel «#3» zur Folge hatte. So konnte der Song eine höhere Bandbreite der Stilrichtung abdecken.
The Script steht für Alternative, Rock und Pop und Will.i.am für RnB, Hip-Hop und Dance Musik. Die zweite Staffel machte er noch mit und gewann diese auch mit der unglaublichen Andrea Begley. September 2012 kam das berühmte «#3»-Album heraus, das in der Schweiz auf Platz 4 landete. Die Single davon Hall of Fame wurde der Titelsong des Kinofilms Kokowääh, den Till Schweiger inszenierte. Der Song war in mehr als 30 Ländern unter den Top Ten. Für Take That, U2 und Paul McCartney durften sie die USA Tour eröffnen. Auch Taylor Swift ist ein grosser Fan von The Script und hat mit ihnen in der O2-Arena in London den Song Breakeven gesungen. Den Song hat er für seine Ex-Freundin Irma Mali geschrieben. Das neuste Album «Tales from The Script» ist ein Greatest Hits Album, mit dem sie diese Tour ankündigten.

Wir hören nun alle Greatest Hits von The Script
Ich hatte das Glück, sie an der Energy Star Night 2019 live zu sehen und war beeindruckt von ihnen. Ich wollte mehr davon. Nun stehe ich bereit, es kann losgehen. Es wird dunkel und die Bandmitglieder Mark und Glen sowie zwei Gastmusiker kommen einzeln auf die Bühne. Superheroes wird angestimmt und Danny kommt unter tosendem Applaus auf die Bühne. Er hat ein schwarzes Gewand an mit Jeans. Sicher schön warm, hab ich mir gedacht. Er begrüsst Zürich und sie seien froh, endlich zurück zu sein. Meine Nachbarn machen sich parat für den nächsten Song, blasen grüne Luftballons auf und die Irische Flagge wird hervorgeholt. Ach ja, natürlich folgte Paint the Town Green, da gab’s kein Halten mehr und alles sprangen und klatschten zu den irischen Tönen. Die Flagge und Luftballone wurden wild umhergewedelt. Danny hatte sich bei ihnen dafür lieb bedankt. Die nächsten 2 Songs spielen sie unplugged Mitten im Publikum. «Kommt näher und noch näher», fordert Danny die Fans auf. Das wurde mit einem Lachen von der Halle erhört. Bevor For The First Time angestimmt wird, erzählt Danny: «Der Song ist eigentlich ein bisschen betrunken mit Glen entstanden». Er schaut zu ihm am Schlagzeug und beide lachten. Und Danny hat wirklich sehr heiss, wischt sich den Schweiss aus dem Gesicht und trinkt einen Schluck Tee.
Die Fans singen den Text Oh, these times are hard, Yeah, they`re making us crazy Don`t give up on me, Baby. Die Band verlässt die Bühne und die Halle fährt mit den Zeilen fort. Das war Gänsehaut pur. Ich glaube, dass solche Momente für Künstler das schönste Gefühl sein müssen. Da kommen sogar mir die Tränen.
Es gibt noch 3 Zugaben Breakeven und der letzte Song der Hit Hall of Fame. Als sie sich verabschieden und von der Bühne gehen, gibt’s von den Fans nochmal den Chorus. Das war unglaublich schön. Nur leider fand ich die Soundqualität nicht super eingestellt, die Instrumente waren zu laut und Danny habe ich manchmal gar nicht gehört. Ich kucke auf die Uhr und habe gestaunt, denn es war noch gar nicht so spät, die Show ist nach einer Stunde und 15 Minuten vorbei. Ich bin froh, dass ich noch vor Mitternacht heimkomme und auf dem Heimweg mit Musik von Mongrieff im Ohr noch ein bisschen träumen konnte. Hoffe auf baldiges Wiedersehen.
Eventdatum: 09.11.2022
Bericht: Cornelia Ambauen / szenemagazin.ch
Fotografin: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: The Hall, Dübendorf
Veranstalter: Good News
Zuschauerzahl: unbekannt
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/953-the-script#sigProId6ce19a2293
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