Ist ein Sieg gegen die Bären möglich?
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Kann der EHC Kloten nach nun sechs Spielen mit Verlustpunkten wieder Mal ein Spiel nach 60 Minuten für sich entscheiden? Bei der letzten Begegnung mit dem SC Bern lautete das Schlussresultat 5:2 für die Berner.
Das heutige Sonntagsspiel steht unter dem Thema Multiple Sklerose. So tragen auch die Spieler des EHC Kloten ein Spezialtrikot in weiss/rot zu den blauen Hosen. Das Anspiel fällt zu Gunsten der Klotener aus. Kurz darauf stehen die Gastgeber im gegnerischen Drittel und Jesper Peltonen passt auf Eric Faille, der die Scheibe gleich zurückspielt. Peltonen nimmt diese direkt ab und befördert sie an Philip Wüthrich vorbei ins Netz. Nach gerade Mal 62 Sekunden heisst es schon 1:0 für das Heimteam. Wüthrich kann gegen dieses Tor nicht viel ausrichten, da ihm die Sicht durch Beat Gerber und Harrison Schreiber verdeckt wird. Wir schreiben die vierte Minute und Chris DiDomenico gibt hinter dem Klotener Tor einen gefährlichen Pass zu Oscar Lindberg ab. Dieser schiesst aber knapp am Tor vorbei und so bleibt es bei der heimischen Führung. Nach nicht ganz viereinhalb Minuten Spielzeit sehen wir das erste Mal die Hand des Schiedsrichters in die Luft gehen, um eine Strafe anzuzeigen. David Reinbacher wird der Behinderung schuldig gesprochen und muss auf die Strafbank. Das Boxplay des EHC Klotens ist zu gut und die Gäste können diesen Vorteil nicht ausnutzen. Eine fragliche Situation dann in der 15. Minute, Flurin Randegger sieht den Berner etwas schräg an. Ob er ihn dann wirklich in die Bande gecheckt hat oder der Berner einfach nur erschrocken ist, kann ich nicht sagen. Aber selbst wenn es ein Check gewesen ist, war er sicherlich nicht unfair. Dennoch muss Flurin für zwei Minuten in die Kühlbox zur Entspannung. Erneut kann der EHC ein gutes Boxplay präsentieren und die Führung behalten. Anschliessend geht das Spiel flüssig weiter mit einem Torschussmehr der Gäste. Trotz den 13 Schüssen bleibt Juho Metsola ungeschlagen und geht mit einer sauberen zu-Null-Statistik in die Pause.
Offenbar hat Toni Söderholm seinen Mannen in der Pause die Leviten gelesen. Denn sie benötigen nur 25 Sekunden, um den Ausgleich durch DiDomenico zu erzielen. Hiervon angestachelt erhöhen die Berner den Druck und kommen drei Minuten später schon zum nächsten Abschluss. Diesmal findet Colton Sceviour die Lücke bei Metsola. Ich selbst sehe diese Tore nur auf Distanz, da ich - wie die Mücke vom Licht - von der frisch ersetzten Scheibe hinter dem Berner Tor magisch angezogen wurde. Ein perfekt sauberes Plexiglas lasse ich mir nicht entgehen. Wären alle so, würde ich nur noch an den Scheiben unten kleben, doch leider sind alle so stark zerkratzt und schmutzig, dass es beinahe unmöglich ist, anständige Bilder zu machen. Das Spiel wird noch schneller und der EHC Kloten zieht den Kopf nun nicht ein. Im Gegenteil, sie drängen immer wieder nach vorne und suchen ebenfalls nach der Lücke bei Wüthrich. In der 27. Minute passt Jonathan Ang auf David Reinbacher, welcher die Scheibe praktisch von der Bande aus im Netz zappeln lässt. Nein, nicht im Aussennetz, die Fans feiern den Ausgleich zum 2:2. Jonathan Ang kann in der 10. Minute einen Hammerschuss absetzen, welcher aber an der Ecke des Tores abprallt. Im Anschluss daran drückt Jesse Zgraggen Arttu Ruotsalainen unnötigerweise zu Boden und muss hierfür pausieren gehen. Der EHC Kloten hat mit den heutigen zwei Boxplays schon gezeigt, dass sie fit sind und diese schadlos überstehen können. Nun steht noch der Beweis an, ob sie eine Überzahlsituation ausnutzen können. Diese Ungewissheit nehmen uns die Klotener nach 38 Sekunden. Das Nordländertrio Ekestahl-Jonsson, Aaltonen und Ruotsalainen schlägt zu und zum Schluss lenkt Arttu die Scheibe unaufhaltbar ab. Die restlichen 10 Minuten im Mitteldrittel vergehen schnell und ohne wirklich grossartig Erwähnbares. So begeben wir uns in die hoffentlich letzte Pause mit dem Spielresultat 3:2 auf der Matchuhr.
Zu Beginn des letzten Spielabschnittes macht wieder Chris DiDomenico von sich reden. Jetzt aber nicht mit einem Torschuss, sondern mit einer Strafe wegen Stockschlages. Noch vor dem Spiel wurde ich angefragt: «Kannst du mir ein Foto von DiDomenico machen?». Ich sehe hier und jetzt die beste Chance für eine Nahaufnahme. So renne ich kurz runter an die Scheibe der Strafbank. Doch Chris scheint nicht begeistert davon zu sein, dass ich ihn ablichten möchte und schaut immer weg. So wende ich mich wieder dem Spiel zu, finde dann aber doch den Moment, in dem er sich zu mir dreht und ich abdrücken kann. Die Überzahlsituation dauert leider nicht lange, denn nach 40 Sekunden nimmt sich der EHC Kloten das Powerplay. Arttu Ruotsalainen muss für ein Halten ebenfalls auf die Bank. Sowohl bei vier gegen vier als auch im darauffolgenden Powerplay des SC Bern gibt es keine Scorerpunkte. Die Berner versuchen mühselig, den Ausgleich zu finden, doch der EHC Kloten wehrt immer erfolgreich ab. Noch etwas mehr als zweieinhalb Minuten auf der Spieluhr und der SCB nimmt ein Timeout. Sie entscheiden sich, den Torhüter gleich auf der Bank zu lassen und mit einem sechsten Feldspieler mehr Druck auf das Klotener Tor zu bringen. Dies mit der Hoffnung auf den Ausgleichstreffer.
Wie wir aber wissen, sind solche Situationen nicht immer ein Garant dafür, dass man erfolgreich ist. Sehr oft kommt es eher zu einem Empty-Netter. Die Berner wissen dies mehr oder weniger gut zu verhindern, sind aber im Gegenzug auch nicht genug schussstark und können den Ausgleich nicht erkämpfen. Miro Aaltonen kann in der eigenen Zone den Puck ergattern und auf das gegnerische leere Tor losspurten. Er wird aber von Ramon Untersander vehement daran gehindert, einen sauberen Schuss abzugeben. Dennoch feuert der Finne den Puck auf das Tor ab. Der in der Mitte mitgefahrene Romain Löffel fängt diesen Schuss aber ab und verhindert so ein weiteres Klotener Tor. Nach diesem kurzen Ausflug ins Berner Drittel versucht der SCB die Scheibe zu kontrollieren, aber erneut kann ein Klotener mit der Stockschaufel den Pass abfangen. Harrison Schreiber versucht es jetzt, aber auch er scheitert an Romain Löffel, der diesmal mit den Schlittschuhen abwehrt. Es bleibt beim 3:2 als Schlussresultat. Der EHC Kloten kann seine Punkteabgabeserie beenden und parkiert die drei Punkte auf der eigenen Scorerliste verbuchen.
Positiv sind mir heute Abend vor allem Michael Loosli, David Reinbacher und Mischa Ramel aufgefallen. Besonders Mischa, denn der arme Tropf hat auf den extra für heute gemachten Trikots wieder keinen Namen drauf. Vielleicht kann er ja beim nächsten Heimspiel am 19.02.22 gegen den EHC Biel mit seinem Namen auf dem Rücken aufwartn. Wir gehen nun in eine kurze Nationalleague Pause. Das nächste Spiel findet am 14.02.22 in Fribourg statt. Danach trifft der EHC am 18.02. auf den EV Zug, der aktuell wieder hinter Kloten in der Tabelle verweilt.
EHC Kloten vs. SC Bern 3:2 (1:0 | 2:2 | 0:0)
Schüsse aufs Tor: 25:35(6:13 | 12:11 | 7:11)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 05.02.2023
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: stimo arena, Kloten
Veranstalter: EHC Kloten
Zuschauerzahl: 6723
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1015-ist-ein-sieg-gegen-die-baeren-moeglich#sigProId9cb674e0a4
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Marcel Kaul
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