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Der SC Bern nutzt die Klotener Unachtsamkeiten eiskalt aus

Der SC Bern nutzt die Klotener Unachtsamkeiten eiskalt aus Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Der EHC Kloten verliert das Heimspiel gegen den SC Bern mit 1:4. Vor 4072 Zuschauern in der SWISS Arena halten die Klotener die Partie nur im ersten Drittel offen. Danach zieht der SC Bern davon. Zweimal trifft Emil Bemström, an drei der vier Treffer sind mit Miro Aaltonen und Marc Marchon - zwei ehemalige Klotener - beteiligt.

Nach dem Schock gegen den Angstgegner HC Ajoie am Samstag stellte sich die Frage, ob sich der EHC Kloten gegen den SC Bern wieder fängt. Auf der Tribüne sitzt mit Wladimir Jursinow, ein früherer Klotener Trainer, der die Flyers von 1998 bis 2004 betreute. Das Spiel beginnt für die Klotener nach Mass, denn der SC Bern muss schon in der ersten Minute auf die Strafbank. Kloten arbeitet sich im ersten Powerplay gut ins gegnerische Drittel. Kurz darauf scheppert es am Pfosten, Petteri Puhakka trifft ihn mit seinem Schuss. Das 0:1 resultiert aus einem Klotener Scheibenverlust im eigenen Drittel. Der SC Bern fährt den Angriff und Rodrigo Abols trifft nach einem Ablenker auf Vorarbeit von Waltteri Merelä. Kloten antwortet mit guten Möglichkeiten, Kimi Körbler ist mit dem Stock nahe dran, den Puck über die Linie zu schieben. Dann steht Max Lindroth richtig und trifft zum 1:1, nach Zuspiel von Dario Meyer und Joona Luoto. Der SC Bern reklamiert, Trainer Serge Aubin nimmt die Coaches-Challenge und die Schiedsrichter schauen sich jeden Winkel an. Der Entscheid auf dem Eis bleibt bestehen: Der Klotener war jederzeit ausserhalb des Torraumes, auch wenn er immer wieder geschubst wurde, und so zählt das Tor. Die verlorene Challenge bezahlt Bern mit einer zwei Minuten Strafe wegen Spielverzögerung. Kurz darauf schneidet sich der SC Bern in eigenes Fleisch, weil er zu viele Spieler auf dem Eis hat. Mats Alge sitzt diese Strafe ab, Kloten ist für einen kurzen Moment mit zwei Mann mehr auf dem Eis, kann daraus aber kein Kapital schlagen. Die Schiedsrichter reklamieren, weil die Anzeige 2:18 statt zweier einzelner Strafen zeigt. Kurz vor der Pause trifft Emil Bemström zum 1:2, er erwischt Reto Berra nach dem Pass von Miro Aaltonen in der nahen oberen Ecke. Kloten geht mit einem Rückstand in die Pause und hat immerhin noch 51 Sekunden Überzahl gut für den Start ins zweite Drittel.

Im ersten Drittel hat mir die Leistung des EHC Kloten deutlich besser gefallen. Im zweiten Drittel sind die Klotener irgendwie nicht mehr ganz bei der Sache, zu viele Fehler schleichen sich ein. Die mitgenommene Überzahl verpufft, Powerplay bleibt das Sorgenkind. Kloten kann sich heute vier Mal in Überzahl nicht belohnen, im Boxplay ist die Mannschaft deutlich besser. Ein Berner geht zu Boden und die Hand des Schiedsrichters in die Luft. Eine Strafe gegen Kloten hätte es aus meiner Sicht hier aber nicht geben müssen, denn die Wiederholung auf dem Videowürfel zeigt eher eine Schwalbe des Berners. Kloten muss im zweiten Drittel zweimal die Strafbank aufsuchen, Raphael Prassl und Cyril Keller erhalten die Strafen. Und weil Kloten vorne nichts trifft, macht sie Bern wieder auf der anderen Seite: Emil Bemström trifft zum zweiten Mal an diesem Abend, wieder legt Miro Aaltonen vor, es steht 1:3. Im zweiten Drittel hat Bern nur ein Goal erzielt, Kloten geht leer aus.

 

Bild: Marcel Kaul / szenemagazin.ch

 

Im Schlussdrittel versuchen die Zürcher Unterländer alles. Reto Schäppi zieht allein auf das Tor des SC Bern los, verzieht, und auch die anderen Abschlüsse enden bei Christof Von Burg, der heute einen starken Abend zeigt. Es gibt ein langes Hin und Her, wirklich Zwingendes fällt den Klotenern aber nicht mehr ein. Bern hat das 4:1 auf der Schaufel, doch Miro Aaltonen bringt die Scheibe nicht um den Torhüter herum. Die Schiedsrichter lassen in dieser Phase vieles laufen, Klotener Spieler werden zu Boden gedrückt, Schläger aus den Händen geschlagen, gepfiffen wird nichts. Dann fällt die Entscheidung. Marc Marchon legt vor, Marco Lehmann schiebt den Puck unter Reto Berra durch, dessen linker Beinschoner einen Moment zu spät ganz unten auf dem Eis ist, und es steht 1:4. Kloten nimmt 1:18 Minuten vor Schluss ein Timeout, Trainer Michael Liniger nimmt Berra raus und bringt einen sechsten Feldspieler. Die Chance zum 2:4 geht hoch über das Tor hinweg, auch die Berner verfehlen das leere Klotener Tor kläglich.

Nur 4072 Zuschauer sind heute in die SWISS Arena gekommen, was für ein Heimspiel gegen den SC Bern eine miese Leistung ist. Für die Klotener geht es am Donnerstag mit einem weiteren Heimspiel weiter, dieses Mal gegen den EHC Biel-Bienne.

 

   

EHC Kloten vs. SC Bern: 1:4 (1:2 | 0:1 | 0:1)

Schüsse aufs Tor: 25:24

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF 

Aufstellung: TeamRoster

 

Eventdatum: 22.09.2026

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  SWISS Arena

Veranstalter: EHC Kloten

Verkaufte Tickets: 4072

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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