Kloten beschert Lugano einen nachträglichen Halloweenschreck
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Der EHC Kloten kehrt nach 4 Auswärtsspielen in die Heimat zurück und bejubelt gleich zwei Erfolge: Vor dem Spiel wir bekanntgegeben, dass der Vertrag mit Head Coach Lauri Marjamäki vorzeitig verlängert werden konnte. Im Mitteldrittel schocken die Klotener die Gäste aus dem Tessin mit 5 Toren aus 15 Schüssen.
Nach 4 Spielen in Serie in fremden Stadien, kehrt der EHC Kloten mit 6 Punkten in die Heimat zurück. Auch wenn die beiden Spiele gegen den SC Bern und HC Lausanne verloren gingen, haben die Klotener eine ansprechende Leistung gezeigt. Mit dem Sieg gegen Fribourg konnte sich Kloten einen direkten Tabellengegner auf 4 Punkte fernhalten. Das soll gegen den heutigen Gegner – HC Lugano – ebenfalls passieren. Das 8-platzierte Kloten steht 3 Punkte vor den Bianco Neri auf Platz 10.
Kloten erwischt den etwas besseren Start ins Spiel und hat mehr von den ersten Minuten. In der 3. Minute bietet sich sogar die Chance, früh in Führung zu gehen. Nick Meile kann seinem Team nur mit unlauteren Mitteln eine Verschnaufpause bescheren und muss wegen Spielverzögerung für 2 Minuten raus. Wie über weite Teile des ersten Drittels, scheint Kloten das Spielgeschehen im Powerplay zu kontrollieren. Ludovic Waeber versucht mit Übersicht einen Angriff auszulösen. Er wartet aber zu lange und wird von Jiri Sekac abgelaufen, welcher Marco Müller bedient und den ins Tor eilende Waeber mühelos bezwingt. Dieser eine individuelle Fehler vermiest dem Heimteam das erste Drittel gehörig. Kloten kontrolliert das Spiel zwar mit souveräner Übersicht und bedachtem Spielaufbau, wird aber nie wirklich gefährlich.
Das ändert sich nach nur 69 Sekunden im Mitteldrittel, als Rafael Meier den Luganesi-Schlussmann Niklas Schlegel aus spitzem Winkel erwischt. Das Publikum in der Swiss Arena erwacht. Doch die Euphorie hält nicht lange an. Knapp 3 Minuten später stellen die Gäste die 1-Tore-Führung wieder her. Durch einen geschickten Spielzug ziehen die Luganesi die Klotener Abwehr zur Seite und bieten ihrem Topscorer Michael Joly dadurch viel Platz. Joly krönt den Spielzug, indem er Waeber zwischen den Schonern erwischt. Die Flughafenstädter lassen sich vom erneuten Rückstand nicht beirren und werden kurz darauf belohnt. Schlegel kann Sami Nikus nicht kontrollieren und sein Abpraller landet direkt vor Kejio Weibel, der in der 26. Minute zum erneuten Ausgleich einschiebt.
Und dann platzt der Knopf der Klotener. In der 27. Minute fischt Miro Aaltonen einen hohen Pass von Carl Dahlström brillant aus der Luft und vollendet Backhand zum 3:2. Der HC Lugano agiert in der Folge komplett desorganisiert und ist von den beflügelten Klotenern sichtlich überfordert. Sinnbildlich holt sich Marco Müller mit einem unnötigen hohen Stock gleich eine 4-minütige Auszeit ab. Kloten stürmt weiter ungebremst auf das gegnerische Tor. Aaltonen und Ojamäki scheitern nur knapp an Schlegel. Doch dann erwischt Micha Rammel den Luganesi aus spitzem Winkel oberhalb der Fanghand zum 4:2 noch innerhalb der ersten 2-Minuten-Strafe. Müller muss also noch weitere 2 Minuten warten.
Kloten gibt sich mit dem Resultat noch nicht zufrieden. Die Kampflust der Mannschaft zeigt sich an Daniel Audette, der sensationell angespielt wird, den Puck aber verstolpert. Aus Frust drescht Audette seinen Schläger über die Kante der Bande, welcher zu seinem Ärger nicht mal zerbricht. Es läuft immer noch die zweite Strafe, Lugano ist bereits stehend K.O., als die Finnen-Power zuschlägt. Aaltonen, Niku und Ojamäki schliessen eine schöne Puckstafette ohne grossen Widerstand zur 5:2-Führung ab. Dieses Mitteldrittel gehört wohl zum besten Eishockey, das der EHC Kloten in den letzten Jahren gespielt hat. Aus 15 Schüssen aufs gegnerische Tor resultierten 5 Tore. Die überragende Leistung wird entsprechend mit einer Standing Ovation gewürdigt.
Nach 40 Minuten wir Niklas Schlegel auf Seiten der Gäste erlöst und macht Dominic Nyffeler Platz. Im Schlussdrittel begnügt sich der EHC Kloten mehrheitlich mit dem Verwalten des Vorsprungs. Das Team von Lauri Marjamäki übersteht zwei Unterzahl-Situationen, bei denen Ludovic Waeber seinen Fehler aus dem ersten Drittel mehrfach ausgleicht. Der Klotener Schlussmann wehrt alles, was auf seinen Kasten kommt, ab. Lugano drückt zwar immer wieder, doch ohne Erfolg. Zwei Minuten vor Schluss steht die gesamte Swiss Arena. Dass sich Nick Meile ein zweites Mal eine Strafe abholt, geht dabei fast unter.
EHC Kloten vs. HC Lugano: 5:2 (0:1 | 5:1 | 0:1)
Schüsse aufs Tor: 26:20 (5:6 | 16:5 | 5:9)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoster
Eventdatum: 02.11.2024
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: Swiss Arena
Veranstalter: EHC Kloten
Zuschauerzahl: 5360
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1326-kloten-beschert-lugano-einen-nachtraeglichen-halloweenschreck#sigProIdac88626956
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Marcel Kaul
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