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Leichter Pflichtsieg oder dafür kämpfen müssen?

Leichter Pflichtsieg oder dafür kämpfen müssen? Marcel Kaul  / szenemagazin.ch

In ihrem letzten Auswärtsspiel der Zurich State Spartans reisen sie nur gerade ums Eck nach Kloten zu den Bülach Ravens. Wird dies ein Pflichtsieg oder müssen sie dafür die Extrameile gehen? Time will tell.

Obwohl es das Heimspiel für die Bülach Ravens ist, spielen sie theoretisch gesehen auswärts. Sie mussten ihr heutiges Spiel gegen die Zurich State Spartans nach Kloten in die Sportanlage Stighag verlegen, nachdem sie in Bülach keinen Platz gefunden haben, auf dem sie spielen hätten können. Als Gegner sind sie den Spartans nicht unbekannt. Sie haben die Saison mit einem 52:0-Sieg gegen die Ravens begonnen. Die Spartans sind immer noch gezeichnet von den zahlreichen Verletzten, wovon einige den Weg nach Kloten auf sich genommen haben, um das Spiel zu schauen und ihre Kollegen zu unterstützen, auch wenn es nur mental ist. So ist die Spielerliste der Ravens sogar um einen Spieler länger als jene der Spartans. Die Gäste sind heute individuell angereist, da sich ein Car hierfür nicht rentiert hätte. So hatte ich dann auch die Befürchtung, dass es mit den Parkplätzen knapp werden könnte. Negativ, ich konnte gleich bei der Sportanlage auf dessen eigenen Plätzen parkieren und es hatte noch genügend leere Felder. Auch wieder mit dabei: die «Berchtolds», welche für die Verpflegung sorgen.

Der Coin-Toss geht an die Gäste, welche die second half option wählen und das Spiel mit ihrem Kick beginnen. Den ersten Run können die Ravens im dritten Versuch erfolgreich durchziehen. Im zweiten können sie den Ball nicht kontrollieren, Yannic Brühlhart ist zur Stelle, liest den Ball auf und trägt ihn in die Endzone. Für das Fieldgoal bewege ich mich zur Endzone und als ich dort ankomme, bekomme ich das Gefühl, dass dies kein normaler Fieldgoalkick wird. Prompt wird der Ball statt gekickt von Philipp «Hägi» Hägeli aufgenommen und rechtsrum in die Endzone getragen für eine two point conversion. Aktueller Spielstand ist 0:8 für die Spartans, die Zeit ist unbekannt, da die vorhandene Anzeigetafel nicht läuft. Die nächsten Punkte gehen auf das Konto von Alain Baumgartner, welcher seinen ersten Touchdown erzielt. Im anschliessenden Fieldgoal kann der Holder den Ball nicht genug schnell unter Kontrolle bringen und Hägi muss seinen Kick leicht verzögern. Dies hat zur Folge, dass die Ravens nahe genug kommen können, um den Ball abzublocken. Somit steht es inzwischen 0:14, immer noch im ersten Viertel.

Die Gastgeber können in mehreren Zügen bis zur gegnerischen 30 Yard-Linie vorrücken. Hier kommt es zu einer Interception. Doch nach vier erfolglosen Versuchen, die 10 Yards zu überwinden, bekommen die Gastgeber das Angriffsrecht zurück. Beim Bülacher Quarterback kommt Unsicherheit auf und er versucht es mit einem Wurf. Als Passempfänger steht Linus Pfister bereit zu einer weiteren Interception. Nicht nur das, er läuft gleich noch selbst in die Endzone. Auch das Fieldgoal sitzt diesmal, was zum neuen 0:21-Spielstand führt.  Nach der two minute warning können die Gäste erneut punkten und davor kam es noch zu einem Safety, was im Pausenresultat von 0:30 resultiert. Mangels schattiger Rückzugsmöglichkeit wird die Pausenansprache von Coach Flavio unter dem Spielerzelt durchgeführt.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Das dritte Viertel beginnt mit dem Angriffsspiel der Spartans. Marc Kaltenbacher kann für die Ravens eine Interception fangen, wodurch sie nun an der gegnerischen 35 Yard-Linie beginnen können. Einige Minuten später sind die Spartans im Angriff, scheitern jedoch nach drei Versuchen, die 10 Yards zu überwinden. Der Punt erfolgt, doch es fliegt eine Flagge. Die Ravens stehen mit 12 Mann auf dem Feld, was eine fünf Yard-Strafe zur Folge hat. Dies reicht jedoch immer noch nicht für ein neues first down, darum wird der Punt wiederholt. Nach einem Hin und Her des Angrifssrechts, wird erneut eine Interception gefangen. Diesmal durch Buga Lenon Mulondo, welcher sogleich in die Endzone der Spartans läuft und die ersten sechs Punkte für die Ravens sichert. Die Freude bei den ca. 200 anwesenden Fans an der Seitenlinie ist gross. Ob es nun etwas überheblich war, gleich eine two point conversion zu versuchen, das sei dahingestellt. Auf jeden Fall hat sie nicht funktioniert und es bleibt bei den sechs Punkten für die Ravens.

Bereits im vierten Viertel müssen die Spartans erneut Punten. Hägis Kick ist enorm zielsicher und der Ball bleibt an der drei Yard-Linie liegen. Im darauffolgenden Spielzug der Ravens können die Spartans dem Quarterback den Ball aus den Händen schlagen und da sich dieser in der eigenen Endzone befunden hat, punkten sie einen Safety. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele Interceptions in einem Spiel gesehen zu haben. Linus Volkart der Ravens hat hier die Hände am Ball und sorgt für einen weiteren Richtungswechsel. Dieser kann aber nicht ausgenutzt werden, was zum nächsten Angriffsspiel der Spartans führt. Ein Wurf von Backup-QB Sandro Schlumpf auf Hägi und er läuft und läuft, bis über die Grundlinie hinweg. Weitere Punkte für die Spartans, mit dem erfolgreichen Fieldgoal steht es nach meiner Rechnung 6:39, Die Spielzeit ist weiterhin unbekannt. Ein weiteres Mal zücke ich meine Kamera für einen Touchdown. Nein, nicht für die Ravens, sondern Jeremy Cairo der Spartans hat das Ei in der Hand. Der 6:46-Spielstand bringt nun die Mercy-Rule in Aktion, was heisst, dass die Uhr nun durchläuft. Im gleichen Atemzug mit deren Verkündung erfahren wir auch, dass die letzten zwei Minuten laufen und es somit zum two minute-Timeout kommt. Der Sieg ist in der Tasche, die Ansage des Coaches aber klar, alles andere wäre unerwartet gewesen.

Jetzt heisst es, nicht auf den Lorbeeren ausruhen und weiter ins Training gehen. Denn der nächste Gegner heisst Schaffhausen Sharks, gegen welche die Spartans auswärts verloren haben.

 

 

 

Bülach Ravens vs. Zürich State Spartans  0:46

Eventdatum: 18.05.2025

Fotograf:  Marcel Kaul  / szenemagazin.ch

Location:  Sportanlage Stighag, Kloten

Veranstalter: Bülach Ravens

Zuschauerzahl: ca 200

 

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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