Die ZSC Lions verlieren erstmals seit Februar wieder zu Hause
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Die Festung ist gefallen. Es ist ein bitterer Abend für die Zürcher, die mit einem geschwächten Kader antreten müssen. Gleich drei Leistungsträger – Andrighetto, Hollenstein und Grant – fallen verletzungsbedingt aus. Auf der Tribüne der Swiss Life Arena beobachtet Michel Zeiter das Geschehen auf dem Eis.
Paukenschlag in der ersten Minute
Schon in den ersten Augenblicken der Partie suchen die Lions und die Gäste aus Genf den Weg nach vorn. Doch es sind die Genfer, die sofort das Kommando übernehmen und die Gastgeber in die Defensive drängen. Der Zürcher Goalie Hrubec muss sich mehrfach auszeichnen, um den frühen Rückstand zu verhindern. Dann die erste grosse Chance des Spiels: Granlund legt von links in den Slot, wo Sutter freie Bahn hat, doch Hrubec pariert mit einer Glanzparade. Aus dem Nichts schlagen die Hausherren dann jedoch zu. In der 8. Minute starten sie einen blitzschnellen Konter aus der eigenen Zone. Riedi bekommt den Puck auf der linken Seite und feuert einen Flachschuss ab, der ins rechte Eck der Gäste einschlägt. Die Führung beflügelt die Lions, sie erhöhen das Tempo und drängen auf den nächsten Treffer. Balcers scheitert aus bester Position an Charlin. Genau in dieser Drangphase gelingt den Genfern der Ausgleich: Puljujärvi legt zurück auf die blaue Linie, wo Schneller einfach abzieht und trifft. Ein entscheidender Ablenker von Kukan macht das Tor möglich. Das Spiel wird ausgeglichener, doch das Tempo bleibt hoch. Mit einem 1:1 geht es in die erste Drittelpause.
Lions drücken, das Tor will nicht fallen
Das zweite Drittel beginnt mit einem Paukenschlag, der ZSC startet mit einem Powerplay. Sie drücken aufs Gaspedal, doch auch beste Chancen von Balcers und Weber nach einem genialen Pass von Frödén bleiben ungenutzt. Charlin hält seinen Kasten sauber. Selbst nach dem Powerplay bleiben die Zürcher am Drücker. Henry und Lehtonen scheitern am starken Genfer Torhüter. Die Gäste kommen lange kaum aus der eigenen Zone. Erst in der Schlussphase des zweiten Drittels haben sie ihre Chancen, doch weder Puljujärvi noch Rod können den Puck an Hrubec vorbeibringen. Die Lions sind das bessere Team, ein Tor will aber einfach nicht fallen. Mit einem knappen 1:1 geht es in die zweite Pause. Die Anspannung ist greifbar vor dem Schlussdrittel.

Drama bis zur letzten Sekunde
Das letzte Drittel beginnt mit einem erneuten Powerplay für die Lions. Doch auch im dritten Anlauf will kein Tor fallen. Was folgt, ist ein wahrer Abnutzungskampf. Grosse Chancen sind Mangelware. Doch dann der Schock für die Lions: Nach 46 Minuten müssen sie mit gleich zwei Spielern auf die Strafbank. Weber sitzt wegen eines Stockschlags draussen, Riedi ist bereits in der Kühlbox. Die Genfer haben ihre Chance – fünf gegen drei. Lange verteidigt der ZSC tapfer, dann kommt Rutta an die Scheibe, zögert kurz und knallt die Scheibe aus zentraler Position in die Maschen von Hrubec. Die Lions sind geschockt. Plötzlich taucht Malgin allein vor Charlin auf, trifft aber nur den Pfosten. Die Genfer Defensive steht wie eine Mauer und lässt nichts mehr anbrennen. Die Zeit rennt den Zürchern davon. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende nimmt Trainer Bayer seinen Goalie vom Eis, um mit einem zusätzlichen Feldspieler anzugreifen. Doch der Plan geht schief: Die Lions verlieren den Puck und Vesey trifft ins leere Tor zum 1:3. Das Spiel scheint gelaufen. Doch die Zürcher geben nicht auf. Rund 30 Sekunden vor Schluss legt Baechler quer auf Riedi, der den Puck zum Anschlusstreffer versenkt. Ein letzter Funke Hoffnung keimt auf. Es ist zu spät. Eine Sekunde vor Schluss versenkt Granlund den Puck zum 4:2 ins leere Tor und macht alles klar. Genf gewinnt verdient.
Es war ein hart umkämpftes, taktisches Spiel, in dem beide Teams wenig zuliessen. Für die ZSC Lions ist es die erste Heimniederlage seit Februar. Die Genfer feiern dagegen ein perfektes Wochenende. Nach der 0:11-Blamage am Dienstag gegen Lausanne zeigen sie eine unglaubliche Reaktion, besiegen Fribourg-Gottéron und legen heute mit dem Sieg gegen den amtierenden Schweizer Meister noch einen obendrauf.
ZSC Lions vs. Genève-Servette HC: 2:4 (1:1 |0:0 | 1:3)
Schüsse aufs Tor: 29:25 (8:8 | 12:7 | 9:10)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoster
Eventdatum: 20.09.2025
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: SwissLife Arena, Zürich
Veranstalter: ZSC Lions
Zuschauerzahl:10177
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1451-die-zsc-lions-verlieren-erstmals-seit-februar-wieder-zu-hause#sigProId070ff03c5d
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
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