Ein Moment reicht: Malgin sichert dem ZSC den Heimsieg
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Der Abend in der Swiss Life Arena begann mit Erwartungen – und endete mit einem späten Aufschrei der Erlösung. ZSC Lions gegen Lausanne HC: ein Duell, das auf dem Papier Tempo und Präzision versprach, auf dem Eis aber lange Zeit vor allem eines bot – zähe Kost.
Die Swiss Life Arena steht still. Vor dem ersten Bully senken sich die Köpfe, das Licht wirkt gedämpfter als sonst. Eine Gedenkminute für das Unglück in Crans-Montana. Es ist so leise, dass man das Fallen einer Stecknadel hören könnte. Kein Räuspern, kein Rascheln, kein Husten. Für einen kurzen Moment hält der Eishockeytempel den Atem an – ein stiller, würdevoller Auftakt, der den Abend prägt.
Dann beginnt das Spiel zwischen den ZSC Lions und dem Lausanne HC. Was folgt, ist allerdings ein harter Bruch zur emotionalen Einstimmung. Der ZSC wirkt nervös, fahrig, unsauber. Die ersten Wechsel bringen keine Struktur, die Pässe finden ihre Adressaten nicht. Scheiben verspringen, Zuspiele landen im Schlittschuh oder an der Bande. Es ist eine Fehlpassorgie, die sich durch die Anfangsphase zieht. Wenn zwei Pässe hintereinander ankommen, fühlt es sich beinahe wie eine gelungene Kombination an – ein bitteres Zeugnis für die fehlende Präzision.
Bereits nach zwölf Minuten greift der ZSC-Trainer zum Timeout. Früh, fast schon ungewöhnlich früh. Die Botschaft ist unmissverständlich: Ordnung, Ruhe, Einfachheit. Der ZSC soll sich fangen, das Spiel strukturieren, den Kopf freibekommen. Doch auf dem Eis ändert sich wenig. Lausanne bleibt kompakt, schiebt die Räume zu, zwingt den ZSC immer wieder zu unkontrollierten Aktionen. Es ist kein schnelles, kein wildes Spiel. Es ist zäh, kontrolliert, phasenweise einschläfernd.

Die Zeit läuft. Chancen bleiben rar, das Tempo niedrig. Lausanne verwaltet, der ZSC sucht – und findet nichts. Die Zuschauer spüren die Leere auf dem Eis, das Murmeln auf den Rängen wird lauter, die Ungeduld greifbar. Viel Arbeit entlang der Bande, viele Zweikämpfe, kaum Kreativität. Ein Spiel, das korrekt geführt ist, aber ohne echten Puls.
Auch im Schlussdrittel ändert sich das Bild kaum. Der ZSC drückt, ohne zwingend zu werden. Lausanne verteidigt diszipliniert, wartet, hofft auf den einen Fehler. Alles deutet auf einen ereignisarmen Abend hin, der schnell aus dem Gedächtnis verschwinden wird.
Dann, 1:30 Minuten vor dem Ende, passiert das Unerwartete. Denis Malgin bekommt die Scheibe – und macht den Unterschied. Ein explosiver Antritt, ein schneller Richtungs-wechsel, ein weiterer Haken. Die Verteidiger sind einen Schritt zu spät. Malgin zieht durch und schliesst kompromisslos ab. Tor. Die Arena tobt. Ein Moment, der den gesamten Abend rettet.
Mehr Drama gibt dieses Spiel nicht her. Keine offene Schlacht, keine langen Momentum Wechsel. Aber diese eine Aktion reicht. Der ZSC gewinnt, schwerer als nötig, später als gewollt. Lausanne verliert ein Spiel, das lange nach einer Nullnummer aussieht. Und die Swiss Life Arena erlebt einen Abend, der erst ganz am Schluss erwacht – nach einer Stille zu Beginn und einer Erlösung am Ende.
ZSC Lions vs. SCL Tigers: 3:2 (1:1 | 1:1 | 1:0)
Schüsse aufs Tor: 30:32 (8:9 | 9:10 | 13:13)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoster
Eventdatum: 03.01.2026
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Swisslife Arena, Zürich
Veranstalter: ZSC Lions
Zuschauerzahl: 12000
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1489-ein-moment-reicht-malgin-sichert-dem-zsc-den-heimsieg#sigProId1687e71520
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
Das Neueste von Reto Turotti
- Derby gedreht: ZSC bezwingt Kloten mit 3:2
- Hollywood-Glanz am Zürichsee: Das ZFF startet mit «TENZING» und Weltstars
- Geduld, Kampf und eine laute Kurve: Lions bezwingen Genève-Servette
- Dreimal zurück, am Ende obenauf: ZSC Lions bezwingen Bern 5:3
- Miss Modella Switzerland 2026: Zwei Siegerinnen, viel Glamour und grosse Emotionen in Adliswil
Schreibe einen Kommentar
Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.