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Zug vs. Flieger, wer hat mehr Power?

Zug vs. Flieger, wer hat mehr Power? Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Mit dem EV Zug hat der EHC Kloten heute einen sicherlich nicht zu unterschätzenden Gegner auf dem Eis. Es ist jedoch alles möglich, auch ein Sieg sollte drinliegen.

Vor dem Spiel wird fleissig genetzwerkt, hier mit Jeff Tomlinson, dort mit dem ehemaligen Headschiedsrichter Reto Bertolotti. Die Klotener «dümpeln» aktuell auf dem 12. Tabellenrang, wobei es dem EV Zug nicht viel besser geht, denn sie grüssen vom neunten Platz. Ob der Zug entgleist oder der Flieger abstürzt, das wird sich nach 60 Spielminuten zeigen. Nach etwas mehr als einer Minute hat Mischa Ramel bereits eine erste sehr gute Tormöglichkeit. In der vierten Minute kommt es zum Bully vor Leonardo Genoni. Der Puck geht zu Max Lindroth. Er setzt einen solch starken Schuss ab, dass sein Stock bricht. Die Scheibe  findet seinen weg den Spielern durch, aber endet bei Genoni. Etwa sechs Minuten vor der Pause stockt die Partie stark. Immer wieder stören Unterbrüche und Bullies den Spielfluss. Unnötigerweise wird Ludovic Waeber von Sven Leuenberger mit Eisstaub eingenebelt, was erneut zu einem Spielunterbruch führt, da Ludovic seine Maske zuerst reinigen muss. Bei der anschliessenden Diskussion zwischen Lauri Marjamäki und dem Schiedsrichter geht es sicherlich darum, ob dies eventuell sogar strafwürdig sei, denn das Spiel war eigentlich bereits abgepfiffen. Es geht jedoch ohne Bestrafung weiter. Das erste Drittel geht statistisch gesehen klar an die Gastgeber. Doch zu viele Möglichkeiten werden durch sie vergeben und so bleibt es beim 0:0-Pausenresultat.

Für das Mitteldrittel begebe ich mich wieder auf die Spielerbank. Auf dem Weg dahin schlängle ich mich an Dominik Kubalik vorbei, während er sich aufwärmt. Auf der Bank gibt’s dann noch einen kurzen Schwatz mit Davide Fadani, welcher gerne wissen möchte, wo er denn meine Bilder sehen kann. Zum einen natürlich hier, zum anderen beim EHC Kloten. Die noch zum Ende des Anfangsdrittels ausgesprochene Strafe gegen den EV Zug bleibt ohne Torerfolg. Wir sind drei Minuten im Spiel, da wird Reto Schäppi eines Beinstellens bezichtigt und auf die Strafbank verwiesen. Die Gäste können ihr Powerplay nicht richtig aufziehen, im Gegenteil, Tomas Tatar macht es 48 Sekunden Reto Schäppi nach: Er begibt sich auf die Strafbank, ebenfalls wegen Beinstellens. Auch im Mitteldrittel gibt es auf beiden Seiten gute, aber auch viele verpasste Chancen.

 

Bild: Marcel Kaul / szenemagazin.ch

 

Der letzte Spielabschnitt ist für den Zuschauer am interessantesten. Beginnt er doch gleich mit einer ersten Strafe gegen Ludovic Waeber wegen Spielverzögerung. Für ihn nimmt Deniss Smirnovs in der Kühlbox Platz. Er muss jedoch nur genau deren 60 Sekunden absitzen, denn Dominik Kubalik kann die Scheibe nach gekonntem Verzögern hinter Waeber im Netz versenken. Die Strafe gegen Dominik Schlumpf wegen hohen Stocks bleibt für die Klotener erneut ein verpasstes Powerplay. Dann wird das Spiel der Gastgeber immer druckvoller. Sie preschen vor und versuchen auf Biegen und Brechen die Scheibe irgendwie über die Torlinie zu bringen. Ihnen steht jedoch immer Leonardo Genoni im Weg. Er wehrt meisterlich ab, was ihm zum Schluss den Bestplayer für die Zuger einbringen wird. Max Lindroth und Brandon Gignac sind dann die treibende Kraft, welche Keijo Weibel lancieren, der die Scheibe etwas mehr als sechs Minuten vor Spielende an Genoni zum Ausgleichstreffer vorbeibringt. Das Aufatmen bei den Fans ist gross, die Anspannung bleibt aber, denn das Spiel ist ja noch nicht zu Ende. Und so zeigt auch der EV Zug kurz seine Kraft und Jan Kovar scort nach einem schnellen und knackigen Pass von Gregory Hofmann vor dem Tor durch. 98 Sekunden vor Spielende geht der Klotener Keeper dann auf die Spielerbank und macht einem sechsten Feldspieler Platz. Dies wird von den um mich herum befindlichen Fans als Fehler betitelt, denn wenn Kloten solch eine schlechte Powerplay-Ausnützung hat, dann solle man es doch lieber sein lassen und nicht sich der Gefahr des Empty-Netters aussetzen. So endet es dann aber nicht, sondern es bleibt beim 1:2 für den EV Zug.

Es ist weder Absturz noch Entgleisung, es wird eine Bruchlandung für den EHC Kloten. Einmal mehr gibt es viel zu viele nichtverwertete Chancen und somit auch keine Punkte. Obwohl Ludovic Waeber verantwortlich ist für die Strafe, welche durch Deniss Smirnovs abgesessen wurde, haben ihn die Presse und die Zuschauer zum Player des Spiels gekürt.

Nach der heutigen Niederlage hat der EHC Kloten noch 10 Spiele in der regulären Saison. Deren vier bestreiten sie zu Hause in der Swiss Arena. Der Traum von der direkten Playoff Qualifikation ist glaube ich sehr weit weg. Als realistisch erachte ich eine Platzierung zwischen dem neunten und 12. Rang. Die nächsten beiden Spiele machen die Sachlage aber nicht einfacher. Am morgigen Samstag reisen die Klotener nach Ajoie und am nächsten Dienstag kommt es zum Derby gegen die ZSC Lions. Beides sind Gegner, denen man mit Respekt begegnen muss, aber beide sollten bezwingbar sein.

 

   

EHC Kloten vs. EV Zug: 1:2 (0:0 | 0:0 | 1:2)

Schüsse aufs Tor: 30:29 (11:6 | 5:16 | 14:7)

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF 

Aufstellung: TeamRoster

 

Eventdatum: 23.01.2026

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  SWISS Arena

Veranstalter: EHC Kloten

Verkaufte Tickets: 5031

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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