Erstes Spiel, das über die volle Länge geht, bis zum Penalty-Schiessen
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Der EHC Kloten empfängt den Lausanne HC. Ein Gegner, den die letzten Aufsteiger jeweils immer schlagen konnten. Die Erwartung ist deshalb nicht gerade gering. Die Torschüsse reichen jedoch nicht und es kommt zur Verlängerung und zum Penalty-Schiessen, das dann die Lausanner knapp für sich entscheiden.
Wie beinahe üblich, hat es am heutigen Dienstagabend weniger Leute auf den Rängen. Besonders auffällig: der Gastsektor ist beinahe leer. Vor Spielbeginn ist eine Spielerehrung angekündigt. Steve Kellenberger hat beim Finalspiel nicht nur den Pot in die Luft stemmen können, er hat auch einen neuen Rekord aufgestellt. Bereits 716 Spiele hat er in den Farben des EHC Kloten bestritten. Sprich, das Heutige ist schon das 718te. Der alte Rekordhalter Romano Lemm überreicht «Chäli» ein Jersey mit der 716 drauf.
Mit kleiner Verspätung beginnt das Game. Es ist noch keine Minute rum, da hat bereits Axel Simic die erste gefährliche Torchance. Lausannes Mann zwischen den Torpfosten, Ivars Punnenovs, hat aber etwas gegen die frühe Führung und wehrt ab. Martin Nes ermöglicht den Gästen ein erstes Überzahlspiel. Er muss für seinen Bandencheck währen zwei Minuten auf die Strafbank. Die Lausanner können ihr Powerplay aufbauen und 18 Sekunden vor Ende der Überzahl leuchtet die Lampe hinter Juha Metsola auf. Robin Kovacs kann auf Pass von Daniel Audette und Andrea Glauser das erste Tor verbuchen. Der noch vor zwei Minuten Assist spendende Andre Glauser muss aber jetzt die Lausanner Strafbank von näherem anschauen. Die Unparteiischen sehen einen Stockschlag von ihm, was ihn zwei Minuten kostet. Ein weiteres Powerplay bekommen die Gastgeber aufgrund eines hohen Stockes von Damien Riat. Sowohl die beiden Powerplay-Chancen als auch das Drittel geht ohne jegliche weiteren Punkte auf dem Scoreboard zu Ende. Irgendwann während dem ersten Drittel sind noch ein paar Fans des HC Lausanne aufgetaucht und haben mehrfach für Stimmung gesorgt.
Das zweite Drittel ist eigentlich nicht unspektakulär, ausser auf dem Scoreboard, denn dort ändert sich nichts. Die Gastgeber haben zwei weitere Powerplays, die nicht verwertet werden. Obwohl Eric Faille eine wirklich grosse Chance dazu hat. Auch der HC Lausanne kann 46 Sekunden vor Pausenpfiff nochmals einen Angriff auf das Klotener Tor starten. Die Tornetze bleiben aber ohne Puck-Berührungen.
Mit Strafen geht es im letzten Drittel weiter. Irgendwie hat es Flurin Randegger mit dem Gesicht. Schon im letzten Spiel bekam er einen Stock ab und fuhr blutend vom Eis. Jetzt macht sein Gesicht Bekanntschaft mit dem Puck und er fährt mit schmerzverzehrtem Gesichtsausdruck auf die Spielerbank. Es scheint aber nicht schlimm zu sein, denn kurz darauf steht er schon wieder auf dem Eis. Arttu Routsalainen und Luca Capaul besuchen die Klotener Kühlbox für Halten und Stockschlag. Kaum kommt Luca wieder aufs Eis, steht Jonathan Ang richtig und kann auf Pass von Miro Aaltonen den Ausgleich erzielen. Noch 84 Sekunden auf der Uhr und der Lausanner Ken Jäger stochert etwas arg rum und wird des Hakens bezichtigt und mit zwei Minuten bestraft. Der EHC Kloten kann dieses Geschenk nicht auswerten und muss in die Verlängerung.
Während den ersten 24 Sekunden wird die Verlängerung mit vier gegen drei gespielt. Anschliessend dann drei gegen drei und viel Platz. Die fünf Minuten Verlängerung gehen beinahe unspektakulär zu Ende. Doch 12 Sekunden vor Ablauf ist Arttu Ruotsalainens Stock zu hoch für die Schiedsrichter und es gibt eine zwei plus zwei Minuten-Strafe hierfür. Die letzten Augenblicke kann der EHC gekonnt überbrücken und so heisst es: Das Eis bekommt eine partielle Reinigung und dann gibt es ein Penaltyschiessen.
Der bisher einzige Torschütze für Kloten, Jonathan Ang, kann ein erstes Mal scoren und den Puck versenken. Daraufhin kommt die Antwort von Jiri Sekac mit dem Ausgleich. Dann folgt ein dreimaliges Abwinken des Schiedsrichters, kein Tor. Erst Schütze Nummer acht, Miika Salomäki, kann den Klotener Keeper austricksen und bucht ein weiteres Tor. Axel Simic behält ebenfalls die Nerven und trifft. Jetzt hat Jason Fuchs die Möglichkeit, mit einem Treffer das Spiel zu entscheiden. Er läuft an, schiesst und das Netz hinter Juha Metsola zappelt. Der HC Lausanne kann sich den zweiten Punkt sichern und macht sich auf den langen Weg nach Hause.
Ja, der EHC Kloten hat noch Luft nach oben. Besonders die Powerplays müssen verbessert werden. Auch an der Zielsicherheit hapert es noch ein wenig. Am Freitag reist der EHC nach Davos für sein erstes Auswärtsspiel. Mal schauen, ob ihnen die Bergluft guttut und sie dann am Samstag gegen den SC Bern siegen können.
EHC Kloten vs. HC Lausanne 1:2 (0:1 | 0:0 | 1:0 | 0:1)
Schüsse aufs Tor: 36:39 (12:6 | 13:17 | 8:13 | 3:3)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 20.09.2022
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: stimo arena, Kloten
Veranstalter: EHC Kloten
Zuschauerzahl: 4406
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/906-erstes-spiel-das-ueber-die-volle-laenge-geht-bis-zum-penalty-schiessen#sigProIdfe788415d9
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Marcel Kaul
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