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Interboot 2022

Interboot 2022 Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Die diesjährige Interboot auf dem Messegelände Friedrichshafen findet ohne jegliche Einschränkungen statt. Eine Messe für alle Wasserratten, auch mit kleinem Geldbeutel.

Dieses Jahr dürfen wir ebenfalls wieder am Presserundgang der Interboot dabei sein und uns schon vor der Eröffnung die Schiffe von nahem anschauen. Auf unserem Programm stehen mehrere Weltpremieren und geführt werden wir - wie schon letztes Jahr - von Wassersport-Journalist Andreas Kling. Ebenfalls mit dabei ist das Model Maria Maksimovic, welche für uns Fotografen immer wieder mal posieren wird.

Wir gehen in Richtung Halle A3, zum Stand der Fallenbach Werft AG. Hier können wir die erste Premiere bestaunen: die Pointer 30. Ein 9.2 Meter langes und 2.9 Meter breites Segelschiff, welches von der Segelszene mit Spannung erwartet wird. Sie kann acht Segler beherbergen, aber auch allein geführt werden. Sie ist noch nicht ganz fertig, dennoch wollte man sie hier präsentieren. Es sei eines der wenigen Boote, das jetzt bestellt werden kann und dann sogar noch im nächsten Jahr ausgeliefert würde.

Daraufhin verschieben wir uns in der Halle ins andere Eck. Dort treffen wir auf einen Rumpf, ohne jeglichen Aufbau. Es ist die MS Altenrhein, ein geschichtsträchtiges Schiff, das nach 1955 verschwand und erst im Jahr 2019 wieder auftaucht. Gebaut 1927 und ab 1928 von den Dornier Werken als Motorboot für den Flugverkehr benutzt. Aktuell ist die MS Altenrhein nur ein Rohbau, die nun möglichst originalgetreu nach historischen Bauplänen restauriert wird.

Auch bei den Booten geht die Tendenz zu grün. Viele bieten ihre Schiffe mittlerweile mit Elektromotor an. Für die flexible Energieversorgung hilft uns dann der deutsche Produzent FLIN solar GmbH. Sie zeigen uns an einem Segelschiff verschiedene Möglichkeiten der Stromgewinnung. Sei es mit Solarmatten die begehbar sind, oder mit der Neuheit, den FLINkite+. Diese auf beiden Seiten mit Solarzellen beschichteten Module können am Mast hochgezogen und im Winkel der Sonne angepasst werden. Passend zum Thema grüne Energie ist auch der Teppich des Standes in knalligem Grün gehalten.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

In der Halle B1 kriegen die Wasserskiläufer und Wakeboarder nicht nur feuchte Füsse. Die Moomba Craz ist eine Neuauflage, die ein komplettes Interieur re-design und einen neue Rumpfschale erhalten hat. Diese neue Form des Rumpfes erzeugt eine optimale Welle für die Wasserskiläufer und Wakeboarder. Auf Touren kommt die Moomba Craz mit einem 6.2 Liter V8 Innenbordmotor. Diesen gibt es in der 355 oder der 411 PS Variante. Mit den 7.36 Metern Länge und 2.59 Metern Breite kann sie im Schulungsbetrieb bis zu 14 Gästen und dem Kapitän einen Sitzplatz bieten.

Wir machen uns wieder auf den Weg zum nächsten Highlight. Hierfür verlassen wir die Hallen und begeben uns zum kleinen künstlichen See davor. Dort sehen wir einen Kombi stehen, aus dem gerade etwas ausgeladen wird. Es ist ein aufblasbarer Katamaran, mit dem man nie mehr Liegeplatzsorgen und -kosten hat. Die vier Hauptelemente werden mit starken Reissverschlüssen zusammengebaut. Anschliessend kann man ihn mit dem mitgelieferten Kompressor aufgeblasen, welcher sowohl mit 220 Volt als auch mit 12 Volt direkt vom Auto aus betrieben werden kann. Der ganze Aufbau dauert keine halbe Stunde. Der Katamaran wiegt insgesamt 120 Kilogramm und bietet Platz für bis zu sechs Personen. Betrieben wird er von einem 1-kW starken Elektroaussenbordmotor. Dieser wird über die integrierte Lithium-Ionen-Batterie angetrieben und kann bis zu 7 km/h schnell werden. Das begehbare Solardach sorgt für zusätzliche Energie. Für den Katamaran sind grössere Wellen kein Problem, der Wind macht ihm eher zu schaffen, kein Wunder bei der Angriffsfläche und dem geringen Eigengewicht.

Ebenfalls am kleine Messesee wird uns die Elektro-Finne präsentiert. Ein intelligenter Elektro-Antrieb für SUPs. Besonders daran: der Propeller dreht sich nur unter Wasser, somit besteht keine Gefahr, wenn man die E-Finne aus dem Wasser nimmt. Gesteuert wird sie durch eine Fernbedienung, welche man am Paddle montieren kann. Es gibt die Möglichkeit des dauerhaften Antriebes oder nur beim Paddle-Einschlag ins Wasser. Dies bringt einem dann wesentlich weiter als nur durch den Paddle-Einschlag. Selbst die Geschwindigkeit des Dauerbetriebes kann über die Fernbedienung geregelt werden. Durch die Montage mittels Adapter kann die E-Finne nicht nur an einem SUP montiert werden, sondern auch zum Beispiel an einem Kajak oder anderen Wassersportgeräten.

Unser letzter Halt ist in der sogenannten «Schweizerhalle», wo ich beim Betreten ein KIBAG Auto sehe. Moment, die KIBAG kenne ich als Baufirma. Gut, sie hat einen Anker im Logo, aber das ist mir so gesehen eigentlich noch nie wirklich aufgefallen. Ja, die KIBAG hat auch eine Marine-Abteilung, eine eigene Werft und mehrere Liegeplätze. Aber das ist gar nicht unser eigentliches Ziel, sondern der Stand der Swiss Nautik GmbH und der Virtue Yachting. Hier präsentiert man uns die Virtue Yacht V10. Der polnische Ex-Segelweltmeister Marek Stańczyk ist der Werftgründer von Virtue Yachting und legt viel Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit. Die V10 ist ein 10 Meter langes Sportboot, mit Solarzellen auf dem Sonnendach. Der Rumpf wurde mit der schwedischen Petestep-Technologie ausgestattet, um so wenig Energie wie möglich zu verschwenden. Betrieben wird das Sportboot mit zwei Elektro Evoy-Aussenbordmotoren.

Hier beenden wir unseren Rundgang mit einem kleinen Snack, der von Swiss Nautik zur Verfügung gestellt wird. Anschliessend schlendere ich nochmals durch die Hallen, um ein paar Videoclips aufzunehmen. An allen Ecken und Enden wird noch gebaut, ausgepackt, die Schiffe poliert und auf Hochglanz gebracht. Ein nettes Fragen gibt mir dann sogar mehrfach die Möglichkeit, die Schiffe zu betreten und die einen gehen dann sogar so weit, dass sie mir alle möglichen Lichtquellen einschalten. Oh, wenn da nur das Problem mit dem nötigen Kleingeld nicht wäre, sonst würde ich mir glaube ich auch solch ein Schiffchen gönnen. Für diejenigen, denen es am erwähnten Kleingeld mangelt, für die gibt es in zwei Hallen und an mehreren Aussenständen SUPs und weitere Wassersportartikel zu kaufen. Natürlich darf auch Nautik Bekleidung nicht fehlen. Im hinteren Teil der Halle A5 kann man sogar sein Wunsch-SUP im grossen, extra aufgebauten Wasserbecken testen. Auf dem Retourweg komme ich durch die eigentliche Eingangshalle, wo verschiedenste Künstler ihre Werke ausstellen und ebenfalls verkaufen. Ach ja, verhungern muss natürlich auch niemand, in den Hallenzwischengängen, dem Aussengelände und im mit Kunst gefüllten Foyer gibt es mehrere Verpflegungsmöglichkeiten.

Alles in allem kann man sagen, die Interboot 2022 bietet für jeden etwas, sei es von der kleinen Schwimmhilfe bis zur grossen Yacht, alles nur vom passenden Geldbeutel abhängig. Für die meisten wird es jedoch beim «ich schaue nur» bleiben, so auch bei mir.

 

Eventdatum: 16.09.2022

Foto-/Videograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Messehallen, Friedrichshafen

Veranstalter: Interboot

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Event