Hans Zimmer brilliert erneut im Zürcher Hallenstadion
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Ein Feuerwerk durch die Filmmusik hallt durch das Hallenstadion, begleitet von einer Multimedia-Show und einem traumhaften Orchester rund um Oscar-Gewinner Hans Zimmer.
Wir haben letztes Jahr von Hans Zimmers Auftritt im Hallenstadion berichtet. Viele meiner Kollegen kennen ihn, nur ich nicht. Aber das soll sich heute Abend ändern. Vor dem Einlass musste ich mich noch durch das konzertbedingte Verkehrschaos rund um das Hallenstadion durchschlängeln, um einen Parkplatz zu finden. Dadurch beginnt das Konzert mit einigen Minuten Verspätung. Kameras in Stellung gebracht und schon geht das Licht im Hallenstadion aus. Die Show beginnt mit Atreides aus dem Film «Dune». Der Song beginnt langsam, nur mit einer Sängerin und einem Perkussionisten. Von der Bühne ist noch nichts zu sehen, da der Vorhang noch unten ist. Ich konzertiere mich aufs Fotografieren und erlebe durch den Sucher der Kamera, wie sich der Vorhang öffnet und die mega Bühne mit dem grossen Orchester zum Vorschein kommt. Was dann beginnt, ist eine - sorry für den Ausdruck - hammergeile Video- und Lichtshow mit Sound, die ich selten so im Hallenstadion erlebt habe. In der Mitte des langen Stücks zittert der Boden und das geht durch Mark und Bein. Aus «Inception» folgt Mombassa, einem Song mit der wunderbaren Stimme von Lisa Gerrard.
Danach wird es poppiger mit einem Medley aus «Wonder Woman», bei dem Tina Guo mit ihrem auffälligen Cello einige Soloparts auf das Parkett des Hallenstadions legt. Zwischen den Songs kommentiert Hans Zimmer immer wieder einzelne Situationen, wie es zu den Songs gekommen ist. Leider ist mit Fotografieren nach diesem Song Schluss, denn wie üblich durfte ich nur rund zwanzig Minuten das Konzerts im Bild festhalten. Leider habe zwei Stücke verpasst, weil wir die Halle verlassen und unsere Ausrüstung deponieren müssen. Ich bin dann aber ready für Gladiator aus dem gleichnamigen Film. Auch hier ist wieder das gesamte Orchester inklusive des Meisters aktiv. Wenn man so auf den Videoscreen schaut und die Augen schliesst, hat man direkt die Bilder des Films vor den Augen. So geht es mir jedenfalls bei diesem Stück. Kurzes Intermezzo mit den Solistinnen durch Zimmer und bereits wird der nächste Titel angestimmt, den fast jeder im Publikum kennt. Er ist der Part von Jack Sparrow aus dem Film «Pirates of the Caribbean». Wow, was für eine Licht- und Videoshow für den Song. Weiter geht es mit zwei weiteren Titeln aus dem Film. Plötzlich geht das Licht nach dem Song an und es gibt eine kleine Pause. Ich schaue mal auf die Uhr und bereits ist über eine Stunde vorbei.

Die Leute sitzen pünktlich zum Beginn von Teil zwei wieder im Saal und es beginnt, wie die erste Hälfte aufgehört hat mit einem Ohrwurm aus der Filmmusik: «Maverick» aus dem Top Gun-Film. Auch hier ist das Feeling für mich, als sitze ich im Kino und der Film läuft vor mir ab. Nach diesem Feuerwerk wird es ruhiger zu den Klängen von der Filmmusik «Last Samurai». Wunderbare Stimmen und eine gefühlvolle Lichtshow begleiten dieses Medley, das aus drei Parts besteht. Hier spielen die Violinistinnen Rusanda Panfili und Molly Rogers die Hauptrolle. Das fachkundige Publikum bedankt sich mit einer Standing Ovation. Hans Zimmer spricht dann noch eine paar Worte und stellt einen Grossteil des Orchesters vor. Insbesondere hat mich Pedro Eustache überzeugt. Denn er spielt fast jedes exotische Blasinstrument, das es für die Show braucht. Jetzt wird es laut in der Halle zu den Klängen von «The Dark Knight». Hans Zimmer hat sich in der Zwischenzeit in die Lederkluft geworfen und rockt mit den beiden Gitarristen Nile Marr und Guthrie die Bühne. Im Hintergrund macht das Orchester mächtig Dampf. Das Ganze steigert sich bis zum letzten Riff und das Licht ausgeht.
So hätte ich mir das nicht vorgestellt, aber die ganze Show ist beeindruckend, was alles so aus Filmmusik rauskommt und von Hans Zimmer interpretiert wird. Aber wer ist Hans Zimmer genau? Mehrfach ist der gebürtige Frankfurter von der Schule geflogen, hatte laut eigenen Angaben als Kind nur eine Woche Klavierunterricht und nie eine akademische Musikausbildung durchlaufen. Und doch gilt er als einer der erfolgreichsten Filmmusik-Komponisten in Hollywood und weltweit. Er ist eng mit Dreamworks verbunden und hat zig Oscars eingeheimst für seine Filmmusik.
Genug über die Bio von Hans Zimmer, wir lassen wieder Künste des Meisters sprechen. Es folgen Songs, die mir leider unbekannt sind, aber dennoch klangvoll interpretiert werden: «Supermarine» aus Dunkirk und Paul’s Dream aus «Dune». Nach diesem Feuerwerk wird es mystisch mit der Filmmusik aus «Interstellar». Eine grosse Discokugel unter dem Dach des Hallenstadions bringt die Stimmung dazu. Was nicht fehlen darf im Repertoire von Hans Zimmer ist einer der grössten Hits der Filmmusik: «The Lion King», für den er einen Oscar erhalten hat. Wer dachte jetzt ist Schluss, der hat sich geirrt. Meistens kommt das Beste am Ende und das ist die Musik aus dem James Bond-Film «No Time to Die» und auch hier hab ich die Bilder vor mir vom Film. Diese Interpretation ist eine eigene Komposition von Hans Zimmer, die er extra für die Show komponiert hat. Ja, dann geht ein Abend nach knapp drei Stunden zu Ende und ich bin sicher nicht das letzte Mal an einer Hans Zimmer-Show gewesen. Das war ein Erlebnis der Sonderklasse für mich. Schaut doch die Bilder an, damit ihr auch einen kleinen Einblick vom Showanfang habt.
Eventdatum: 22.05.2023
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Hallenstadion, Zürich
Veranstalter: Act Entertainment
Zuschauerzahl: 12000 ausverkauft
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/1081-hans-zimmer-brilliert-erneut-im-zuercher-hallenstadion#sigProId512d6a04e5
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
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