Pegasus die erfolgreiche Popband aus Biel und besteht aus Noah Veraguth, Gabriel Spahni, Stefan Brønner und Simon Spahr. Noah, Simon und Gabriel sind in der gleichen Strasse aufgewachsen. Sie gaben schon damals Wohnzimmerkonzerte oder spielten im Park. Später kam dann Stefan Brønner als Schlagzeuger dazu. 2007 kam es zum ersten Plattenvertrag. Das Album «A Place to Be» wurde von SRF 3 zum Swiss-Top-Sieger gekürt, von der SUISA-Stiftung zum Newcomer des Jahres gewählt und für einen Prix Walo nominiert. Sie wurden bereits mehrfach mit Platin und Gold sowie drei Swiss Music Awards ausgezeichnet. 2013 begleiteten Pegasus die britische Band Hurts auf ihrer Tournee als Support. Das letzte Album erschien letztes Jahr im März, «Future Memories».
0 Grad, Pegasus möchten am liebsten die ganze Nacht spielen
Dick eingepackt bei einem Grad Celsius mache ich mich auf den Weg vom Bahnhof zum Zauberpark. Schnell gehe ich zur Bühne, begrüsse ein paar Fans, die immer dabei sind. Ich schlendere an den Ess-und Trinkständen vorbei und mache vor den Churros halt und gönn mir eine Portion mit Vanillesauce. Das tut meiner Seele gut. Ich hole mir noch einen warmen Cidre und beobachte die Kinder, die den Clowns Tommy & Pepe zuhörten. Ich fand diese überhaupt nicht zum Lachen, aber die Kinder lachten und hatten Spass. So gehe ich noch schnell auf die Toilette und warte auf meine Kollegin, die heute die Fotos macht. Sie fand den Weg nicht gleich und so lotse sie per Telefon vom Bahnhof Flughafen zum Zauberpark. Noch einen Glühwein zum Aufwärmen und dann wird auch schon der fünf-Minuten-Countdown auf dem weissem Bühnenvorhang angezeigt. Von zehn wird laut runtergezählt und mit lautem Jubel begrüssen wir die Jungs auf der Bühne.
Future Memories ist ihr erster Song, mit dem sie uns einheizen. Noah meint: «Danke vielmal seid ihr an einem Dienstagabend so zahlreich erschienen und dann noch bei 0 Grad Kälte!» Mit Whoever you Are möchte Noah uns alle hüpfen sehen. Das muss er uns nicht zwei Mal sagen, denn das wärmt uns auf. Simon und Gabriel tauschen ihre Plätze hin und wieder. Ich wäre heute krank, wenn ich so auf der Bühne gewesen wäre. Noah hat immer die Hände an den Hosen gerieben oder schnell im Mantel aufgewärmt, ja er ist ein Gfrörli. Er sagt, dass es für sie alle sehr speziell sei hier zu spielen. «Wir spielen für euch doch gleich bis in den Morgen», meint er. Ich dachte da nur, dass ich ein bisschen Schlaf brauche für meinen morgigen Zwölfstunden-Tag. Technology wird zum Besten gegeben und wir springen und klatschen im Takt, das tut gut. Was ich dieses Jahr schätze, ist das runde Dach über den Stehplätzen, das etwas vor Regen oder Schnee schützt. Noah erzählt, dass sie drei verheiratet wären. Und auch da gäbe es Liebessongs, aber auch Trennungssongs über frühere Beziehungen. Wie das Leben so spielt, davon handelt Better Man.
Am Klavier wird es romantisch und die Lichter werden angemacht. Rise Up wird akustisch angestimmt und beim Refrain kommt die Band dazu. Noah wollte, das wir alle die Arme schwenken. So schunkeln wir im Takt hin und her, dass hält uns warm. Bei Man on Mars meint Noah: «wer weiss, vielleicht geben wir irgendeinmal ein Konzert auf dem Mars!» und alle lachten. Es werden Barstühle aufgestellt. Gabriel bekommt einen Kontrabass und Noah meint nur: «Gabriel kann einfach alles spielen, auch den Stress!» Hm, Stress? Das glaub ich nicht. «Wir haben den Song Just Like I Love You von Stress, den er mit Stefanie Heinzmann aufgenommen hat, in unser Akustik-Set eingebaut.» Ich kriege meinen Mund nicht mehr zu, als Gabriel den Part von Stress rappt - das hat mich umgehauen. Dann folgt ein älterer Song, den sie eigentlich fast nie mehr spielen: Easy. «Ist bei euch noch alles gut?», wollte Noah wissen. «Rechts?» Lautes Gejuble kommt retour, «Links?» auch da wird geklatscht und gejubelt. «Und nun alle zusammen», der Zauberpark wird laut.
Hach, das tut der Seele gut, so eine tolle Stimmung und Get Over You folgt. Der Zauberpark verwandelt sich noch einmal in ein Lichtermeer und alle singen lautstark mit. Die Stimmung ist perfekt und Stefan der Drummer kommt mit einer Rassel zum Bühnenrand. Endlich sieht man ihn auch mal. Noah kann es nicht lassen, einen Witz zu reissen: «Der Stefan und sein Rasseli», und so verlassen sie die Bühne mit uns im Chorus. Dann geben in der Mitte des Zauberparks zwei Songs zum Besten. Mit Last Night on Earth kommen sie auf die Bühne zurück. «Na, was meint ihr - können wir an einem Dienstagabend die Sau rauslassen?» fragt uns Noah. Was für eine Frage, wir werden gleich durchdrehen und heiss ist es uns auch. Sie verlassen die Bühne unter grossem Applaus und Zugaberufen.
Nach ein paar Minuten Aufwärmen kommen sie zurück. Noah erzählt uns, es gäbe eine wundervolle Songwriterin. Mit ihr habe er diesen Hit komponiert und kündigt Lisa Oribas an, die wir mit grossem Applaus willkommen heissen. Victoria Line mit ihr finde ich grandios. Ihre Stimme berührt mich zutiefst. Leider hat auch alles ein Ende. Er stellt seine Freunde noch einmal alle vor, dankt allen rundherum für Licht und Sound. Noah dankt auch uns, dass wir hier waren und wünscht uns eine gute Heimreise. Der Letzte Song I Take it All wird angestimmt. Wir schwenken noch einmal mit den Armen in der Luft und geniessen die Energie und Stimmung. Es hat sich definitiv gelohnt, an einem Dienstag im Winter ein Openair zu besuchen. Sie verneigen sich noch vor uns und wir sollen doch noch an die Bar kommen. Noah ist immer noch krampfhaft auf der Suche nach einer geeigneten Freundin für Drummer Stefan. Er meinte: «Nach dem Konzert werden wir hinten an der Bar noch was trinken und alle Single-Frauen können sich ihm vorstellen!» Der Arme tut mir schon leid. Wir konnten leider nicht mehr länger bleiben, da wir einen weiten Heimweg vor uns haben. So gingen wir zu den Zügen und machten uns mit Pegasus im Ohr auf die Reise.
Eventdatum: 28.11.2023
Fotografin: Cornelia Ambauen / szenemagazin.ch
Location: Zauberpark, Kloten
Veranstalter: NOA No Ordinary Art
Zuschauerzahl: unbekannt
Bilder Cornelia Ambauen
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Bilder Sabrina Huber
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