Er beginnt die Show mit Beside you aus seinem neuen Studioalbum «Who we used to be», das er zusammen mit den Produzenten Jonny Coffer, Red Triangle, Jack & Coke und Steve Robson produziert hat. Es ist ein idealer Song zum Cruisen auf der Strasse, sei es mit dem Töff oder dem Auto, so mein Empfinden. Saving a life ist ebenfalls aus dem neuen Album und ist rockiger, passt aber in das Bühnenbild. Leider ist dann für uns Fotografen schon Schluss und ich begebe mich auf die Medientribüne, wo ich die Musik weiterverfolgen darf. Mit Wisemen folgen ruhigere Töne von James Blunt. Die Zuschauer zücken die Handys und machen Videos und schalten das Handylicht an, um eine warme Stimmung in das Rund des Hallenstadions zu bringen. James Blunt hat für jede Stimmung den richtigen Song. Seine gefühlvolle Stimme, die offenen und ehrlichen Texte berühren das Publikum, welches ihm das in Form von Applaus zurückgibt. Ob es die romantischen Balladen Stay the Night oder Bonfire Heart sind oder die Powersongs 1973 und Heart to Heart, um nur einige zu nennen aus seinem umfangreichen Repertoire.
James-Blunts-Karriereweg ist ungewöhnlich und in seiner Art einmalig. Nach seiner Ausbildung bei der britischen Armee tauschte er die Uniform gegen Gitarre und Klavier ein und landete 2005 mit You’re Beautiful einen Welthit, den er hier zum Besten gibt. Doch Blunt ist kein One-Hit-Wonder. Sein Debüt-Album «Back to Bedlam» verkauft sich über zehn Millionen Mal auf der ganzen Welt. Produziert wurde das Album mit Tom Rotrock und Linda Perry (ehemalige Sängerin der 4 Non Blondes), die ihn unter Vertrag hat. Jetzt aber wieder zurück zum Konzert. Er stimmt den Song Coz i love you an und bittet das Publikum in den vordersten Reihen, näher zusammenzurücken und die Hände in die Luft zu halten. Was hat er nur vor? Er springt von der Bühne und in die Zuschauer, die ihn auf den ausgestreckten Armen bis zu den hinteren Reihen weitergeben. Da sieht man einmal mehr, wie unkompliziert er ist. Wieder zurück auf der Bühne bedankt er sich bei allen und stellt dann seine Bandkollegen vor, die aus zwei Gitarristen, einem Keyboarder und einem Drummer bestehen.
Mit Postcards geht es ins letzte Drittel der Show. Die Lyrics des Songs werden auf die bunte Videowand projiziert, damit jeder mitsingen kann. Es wird kurz dunkel auf der Bühne und James Blunt gibt die ersten Töne des Songs You’re Beautiful an und alle Zuschauer zücken ihr Handy und schwenken es hin und her. Sie bringen das Hallenstadion ohne Scheinwerferlicht zum Leuchten. Ein absoluter Gänsehaut-Moment für alle. Danach wendet sich James Blunt mit ein paar Worten an die Leute und zeigt ein paar Momente auf, die sein Leben geprägt haben. Wie beispielsweise die Pandemie und der damals todkranke Vater, dem er den Song Monsters widmet. Nach einer Nierentransplantation geht es dem Vater inzwischen wieder besser, damals stand es aber nicht gut um ihn. Stay the night darf gegen Ende der Show natürlich nicht fehlen, denn es ist der Titelsong der Sat 1-Serie «Hand aufs Herz», den James Blunt 2010 produzierte. Mit Bonfire Heart und 1973 geht ein wunderbarer Konzertabend zu Ende in Zürich. Bevor er aber die Bühne verlässt, kramt James Blunt sein Handy aus der Jeans, hält die Kamera vor das jubelnde Publikum und ruft: «Hands in the air and say cheese», bevor er den Auslöser drückt und sich dann endgültig verabschiedet.
Eventdatum: 01.03.2024
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Hallenstadion, Zürich
Veranstalter: Gadget abc Entertainment group AG
Zuschauerzahl: ausverkauft
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