free website hit counter Szenemagazin - Swedish Girlpower im Komplex 457

Swedish Girlpower im Komplex 457

Swedish Girlpower im Komplex 457 Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Der heutige Abend steht ganz im Zeichen von gutaussehenden Frauen, die nicht nur optisch eine gute Figur machen. Sowohl Zara Larrson als auch ihr Opener Yaeger sind aus Schweden. Musikalisch passen die beiden perfekt, sie bedienen das gleiche Genre. Ein gewaltiger Unterschied dürfte hier aber das sprichwörtliche Rampenlicht sein: während man Yaeger – passend zum Namen – im Grün suchen muss, erstrahlt Zara Larrson von Anfang an in einer powervoll inszenierten Show.

Ich habe das Komplex457 schon lange nicht mehr so voll erlebt. In den letzten Jahren war die Trennwand auf Höhe der Bar jeweils geschlossen. Heute ist sogar Galerie geöffnet, auf der später auch Supporting Act Yaeger sein wird, um Zara Larssons Show zu sehen.

Hanna Jäger wusste von klein auf, dass sie Sängerin werden wollte. Sie wurde im schwedischen Musikcollege Rytmus aufgenommen und startete ihre Karriere. Aus Hanna Jäger wurde in der Folge Yaeger, die amerikanische Variante ihres Nachnamens. Mit 12 Minuten Verspätung steht Yaeger auf der Bühne, die komplett eingenebelt ist. Grüne Scheinwerfer durchdringen von hinten den Nebel auf tiefster Stufe, sodass man ihre beiden Musiker im Hintergrund komplett untergehen. Auch Yaeger hat selten bis gar nie Licht von vorne. Wer seitlich der Bühne steht, hat doppelt verloren. Nebst dem Fakt, dass man eigentlich nur grünen Nebel sieht, ist auch noch der Ton gedämpft. Auf Schweizerdeutsch würde man sagen: «es höhleled». Das Publikum ist trotzdem begeistert, singt, tanzt und kreischt. Wie angekündigt ist ihr Set nach 30 Minuten vorbei. Sie hat sich dermassen schnell verabschiedet, dass ich das wohl verpasst hatte. Jedenfalls ist sie weg, das Licht geht an und alle warten gespannt auf Zara Larsson.

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Nicht nur die 26-jährige Yaeger wusste schon früh, wofür ihr Herz schlägt. Auch Zara Larsson hat bereits zu Schulzeiten ihre ersten Auftritte. Zunächst war sie an der königlichen Balletschule, nahm mit 10 Jahren aber als Sängerin am schwedischen Talentwettbewerb Talang teil. 2008 gewann sie diesen mit einer Coverversion von Céline Dions My Heart will go on, die in der Folge als Debütsingle lanciert wurde. Es dauerte eine Weile, bis danach 2013 ihre Debüt-EP «Introducing» erschien. Das erste Album «1» folgte 2014, das in den schwedischen Charts 50 Wochen vertreten war und auf Platz eins kletterte. Auch ihr zweites Album von 2017 wurde inzwischen mehrfach mit Platin ausgezeichnet. Dieses Mal stiess ihre Musik nicht nur in den skandinavischen Ländern auf Gehör. Nebst erneutem Platz 1 in Schweden (2x Platin) und Platz 2 in Norwegen (6x Platin), war sie mit «So Good» auch im deutschsprachigen Raum in den Charts und räumte in den UK und den USA weitere Platinauszeichnungen ab. Das Album «Poster Girl» von 2021 hat nicht mehr an die Erfolge anknüpfen können, aber die im Februar 2024 erschienene Platte «Venus» ist auf gutem Weg.

Getreu dem Tour- und Albumnamen war die zweistöckige Bühne in pinkfarbenes Licht getaucht. Moment – eine zweistöckige Bühne? So ist es. Auf der unteren Ebene waren drei Abteilungen, in denen Gitarristin, Drummerin und Keyboarderin untergebracht waren. Seitlich jeweils eine Treppe, die zur oberen Ebene führte. Den ersten Song Venus performt Zara Larsson auf der oberen Ebene, bevor sie die Treppe herunterkommt und mit ihren 6 Tänzerinnen eine Choreo nach der anderen aufs Parkett legt.

Nach acht Songs wird ein Videoeinspieler an die Wand projiziert, der Zara Larsson genügend Zeit gibt, ihr Outfit zu wechseln. Sie erzählt uns, dass sie sich noch gut an den ersten Auftritt in Zürich erinnert. Das sei in einer Radioshow gewesen. Das ist schon eine ganze Weile her. Genauer gesagt war das im Mai 2015, als sie bei SRF 3 von Tina Nägeli interviewt wurde und ihren Song Uncover live im Studio spielte.

Das Publikum ist zwischendurch so lautstark mit dabei, dass man Zara nicht mehr hört. Die Schwedin hat eine wunderbare Stimme, auch in hohen Lagen stark und klar. Immer wieder schweift mein Blick durch die Menge. So sieht es aus, wenn man in vollen Zügen geniesst, denke ich mir dabei. Viele lachende Gesichter, es wird getanzt, gesungen und gefeiert. Ein Raum voller Fans, die sehr textsicher sind und den Song schon nach den ersten Tönen erkennen.

Nicht ganz so einfach war es für Leute wie mich, die Zugaben zu erkennen. Denn sie verliess weder die Bühne noch kündigte sie an, dass ihre letzten Songs folgen würden. Aber es gab einen weiteren Einspieler und ein weiteres Outfit zu bewundern. Die Schwedin hat meinen grössten Respekt, nebst dem Singen hat sie auch noch grossartig getanzt und schien weder ausser Atem zu sein noch einen einzigen Schweisstropfen zu produzieren. Nach Can’t Tame Her verabschiedet sich auch Zara nach 90 Minuten relativ kurz und schmerzlos – ist das vielleicht ein schwedisches Ding?

 

Eventdatum: 04.03.2024

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  Komplex 457, Zürich

Veranstalter: Mainland Music

Zuschauerzahl: unbekannt

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Michelle Brügger
Publiziert in Konzert

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

Nach oben