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Nathan Gray

Nathan Gray Marcel Kaul / kaulphotographs.com

Der Papiersaal , ein Saal mit familiäreren Stimmung. Ideal für ein Konzertbesuch mit Wohnzimmer Flair.

Es ist 18:35 Uhr, als der erste Act den Auftakt des heutigen Abend macht. Norbert  Buchmacher mit seiner Band. Er trägt seine selbst geschriebenen Lieder mit leicht rauchig-kratziger Stimme vor. Seine Texte erzählen Geschichten aus dem Alltag. Da geht es mal um willkürliche und rassistisch motivierte Polizeigewalt („Die Ballade von Willi und Walther“), mal ruft Buchmacher dazu auf, sich nicht zu viele Sorgen zu machen. Einfach zu leben und andere leben zu lassen, unabhängig von Herkunft und Hautfarbe, egal ob hetero oder schwul „Man sagt nicht man sagt nicht“. Er erzählt eindrücklich wie er am liebsten vor den Auftritten flüchten und nur noch  wegrennen  will. Der sympathische Schwabe mit dem grossen Lampenfieber. Dem Fieber widmet er den Song „Sorgen und den Nikolaus“. Ich verstehe seine Angst echt nicht. Er ist so direkt wie herzlich, so das während seiner Songs andächtige Ruhe herrscht und alle konzentriert seinen grossartigen deutschsprachigen Texten lauschen.

Nach eint kurzen Umbau Phase steht schon der 2. Act auf der Bühne. Es ist die Band Swain. Eine Herde Holländer die nach Berlin geflüchtet sind, um ihre Musik zu verwirklichen und nicht von ihren Träumen abringen zu lassen. Sie liessen es erst ruhig angehen, aber bald krachte es deftig. Besonders der Sänger Noam Cohen mit seinen rot lackierten Fingernägeln, sang und pogte sich in Ekstase, bis er nur noch auf dem Boden rumtollt. Es ist feinster Grunge, der mich nicht nur musikalisch, sondern auch vom Aussehen der Band und ihren Gesten an Nirvana, Silverchair, Pixies und Co. erinnert.

Matze Rossi der dritte im Bunde. Er ist einer dieser besonderen Musiker für mich. Er ist warmherzig, sympathisch, mitreissend und begabt. Alles Adjektive, die auf ihn zutreffen. Er begrüsst das Publikum freudig mit den Worten „schön wieder in der Schweiz zu sein“. Seine Songs und Anekdoten sind so zutreffend und treffen den Nerv der Zuhörer. Wie z.B.  die Aussage „man soll den Job kündigten, denn das Leben ist zu kurz, wenn man ein scheiss Job hat und damit nicht glücklich ist. Darum kündigt euren Job und macht was wo ihr Spass habt“. Er selbst ist heute nicht so konzentriert und lässt sich von WC Gängern ablenken und unterbricht mehrmals seine Songs. „Iich dachte die kommen das Konzert hören, stattdessen müssen sie nur auf Klo“. Ein Song trifft besonders mein Herz. Der Song Best Friends. Dieser entstand aus dem Chat Verlauf mit seinem besten Freund der an Krebs gestorben ist. Er hat mit dem Chat Verlauf, während sein Freund die Chemotherapie im Spital machte, diesen Song geschrieben. Diesen Song spielt er mit der Akustik Gitarre Unplugged in der Mitte des Publikums mit Hilfe von Noam Cohen. Dieser Song bildet auch den Schluss seines Konzertes.

Endlich ist es soweit und der Hauptakteur Nathan Gray betritt die Bühne. Mittlerweile ist der Saal gut gefüllt, bei toller und ausgelassener Stimmung. Es ist eine sehr intime Show, die kleine Bühne von 3 Seiten von Publikum umringt, so dass kein Fluchtweg mehr offen bleibt. Nathan ist sehr gut gelaunt. Er ist absolut präsent und der geborene Entertainer. Die Sonne geht auf wenn er die Bühne betritt. Seine Bodenständigkeit und Nähe zum Publikum machen ihn zu dem besonderen Künstler, der er nun mal ist. Auch Nathan kündigt jedes Lied einzeln an und erzählt nicht nur durch die Songtexte, sondern auch durch die Songs Geschichten, die auf persönlichen Erfahrungen. Die Geschichten treffen auf irgendeiner Art und Weise auf jeden von uns zu. Er animiert zum Nachdenken und zum Umdenken. Und genau dies unterstreicht die wahrlich inspirierenden und wunderschönen Lieder. Er begeisterte heute Abend jeder und dies auch  mit seiner eindringlichen und markanten Stimme im Post-Hardcore, ob es seine heiseren Schreie sind oder seine sehnsüchtigen, hohen melodischen Gesangseinlagen ist jedem selbst überlassen.

Er bezauberte das Publikum und beende mit seinem unvergesslichen Auftritt einen tollen und abwechslungsreichen Konzertabend.

Eventdatum:   23.02.2020

Text:  Janine Schönbächler / szenemagazin.ch

Fotograf:  Marcel Kaul / kaulphotographs.com

Location:  Papiersaal, Zürich

Veranstalter:   Mainland Music

Zuschauerzahl:   

Setlist:   Setlist.fm

Norbert Buchmacher

Setlist:   Setlist.fm

Matze Rossi

Setlist:   Setlist.fm

Swain

Setlist:   Setlist.fm

Publiziert in Konzert

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