Die Renegades können die Niederlage in der Overtime abwenden
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Sommerliches Wetter auf der Sportanlage in Witikon. Viele Fumbles, Turnovers, vergebene 2 Point Conversions und leicht lahmende Offensive der Zürcher prägten dieses Spannende Spiel, das erst in der Overtime entschieden wurde.
Diesmal habe ich es früher auf die Sportanlage Witikon geschafft und erlebte den Sieg des U19 Junior Teams gegen den Gladiators aus Basel mit einem souveränen 51:24 für die Renegades. Hoffen wir mal, dass sei ein gutes Omen für das First Team, das im Anschluss ebenfalls gegen die Gladiators aus Basel antritt. Am Ende des Spiels konnte ich mit Michi Perricone noch das Team-Foto mit den U19 Junioren machen. Nun aber ab zum Einspielplatz, wo sich das First Team bei hohen Temperaturen vorbereitet. Clark führt Regie in der Offenseline und es werden diverse Spielzüge geprobt, denn die Gäste aus Basel haben nichts zu verlieren. Die Playoffs sind nicht mehr zu erreichen für die Basler. Auf dem Hauptfeld wird auch noch ein Teamfoto des First Teams 2023 geschossen.
Beide Mannschaften haben den Lizenzcheck hinter sich und die Unparteiischen bitten im Mittelkreis zur Platzwahl. Die Gäste aus Basel gewinnen diese und entscheiden sich für den Ankick. Die Offenseline macht sich bereit zum ersten Drive Richtung Gäste. Leider kommen die Zürcher nicht wie gewohnt in Schwung und die Pässe kommen in dieser Phase nicht wie gewünscht bei den Passempfängern an. Somit ist die erste Angriffswelle kurz nach der 20 Yard-Linie beendet und die Basler kommen ihrerseits mit ihrem ersten Drive zum Touchdown und dem Extrapunkt zu einer 7:0-Führung. Der Druck der Heimmannschaft wird grösser und das zahlreiche Publikum unterstützt die Mannschaft lautstark. Irgendwie kommt kein richtiger Spielfluss auf, denn die einen müssen nicht, weil sie bereits aus den Playoffs gefallen sind und die anderen wollen den Drive aus dem Winterthurer Spiel mitnehmen, was einfach nicht so gelingen will.
Die Gäste spielen immer auf den Mann und nehmen dafür immer wieder Strafen in Kauf, welche die Renegades nicht in Punkte ummünzen können. Ein kleines Beispiel: Man steht 2 Yards vor der Endzone der Basler und bringt es nicht fertig, den Ball hinter die Linie zu drücken. Im Gegenteil, durch ein persönliches Foul eines Zürchers werden sie um 15 Yards zurückversetzt und die Basler können im vierten Versuch alles abwehren und kommen zum Angriffsrecht. Wo bleiben da die genialen Pässe von Clark? Die kommen nicht immer an oder werden von der Defenseline der Basler geblockt.

Die Sonne drückt weiter auf den Rasen und Flüssigkeiten sind gefragt. Die Zürcher nehmen ein Timeout und bringen etwas Ruhe in das Spiel und konzentrieren sich wieder auf das Wesentliche. Und so kommt es, wie es die Zuschauer erwarten. Ein genialer Laserpass von Clark Evans über 35 Yards zum Wide Receiver und der lässt die Defense alt aussehen und setzt den Ball hinter die Linie zum 7:7-Ausgleich Dank des Extrapunkts des Kickers aus den Zürcher Reihen. Ja, das war es denn auch schon vorbei mit der ersten Hälfte.
In Hälfte zwei sind es immer wieder die Basler, die Nadelstiche setzen. Die Zürcher rennen im ganzen Spiel immer einem Rückstand hinterher, was auch nicht gerade förderlich für die Moral ist. Ich entdecke plötzlich die Nummer 61 auf dem Feld und das ist kein geringerer als Coach Armand Mensen. Er verstärkt die Offensive an der Seite von Quarterback Clark. Man erhofft sich mehr Druck von der Offenseline. Der nächste Touchdown der Zürcher ist genialer Spielzug direkt durch die Mitte zum erneuten Ausgleich in diesem Spiel. Die Basler lassen nicht locker und decken das ein und andere Mal Schwächen in der Defenseline auf. Mit einem kurzen links-rechts-Move steht der Basler Offenseline-Spieler allein in der Mitte und kann Richtung Goallinie «spazieren», ohne dass er von einem Defenseline-Spieler angegangen wird. Hallo, das kann es aber nicht sein, wenn man in Zürich von einem Meistertitel träumt. Einzig der Rookie Raylin Gloor brillierte mit zwei Interceptions, die die Basler kurz vor der Endzone bremsten.
Kurz vor Schluss gehen die Basler mit 27:20 in Führung und das Nervenflattern bei den Zürchern beginnt. Die Gäste können eine 2 Point Conversion nicht verwerten und im Gegenzug können die Zürcher rund 30 Sekunden vor Schluss mit einem 40 Yardlauf ausgleichen und es geht in die Overtime. Hier gewinnen die Zürcher die Platzwahl und die Basler müssen an der 25 Yard-Linie beginnen. Sie bringen den Ball hinter die Linie und gehen mit 33:27 in Führung. Nun flattern aber die Nerven auf Seiten der Basler. Sie vergeben den Extrapunkt durch den Kicker, was jetzt wieder die Zürcher in eine bessere Position bringen kann. Auch sie beginnen an der 25 Yard-Linie und drücken den Ball in drei Versuchen hinter die Linie. Ja, und jetzt liegt der Druck auf dem Kicker der Zürcher. Er positioniert sich, atmet noch einmal tief durch und dann drischt er den Ball zwischen den beiden Torstangen hindurch und die Zürcher gewinnen in Extremis mit 34:33. Alle fallen sich in die Arme. Leider kommt es beim Shakehands noch zu einem Gerangel, was keiner versteht. Nichtsdestotrotz, die Renegades festigen ihre Position in der Tabelle und sind sicher in den Playoffs. Da stellt sich nur die Frage, auf welchem Platz. Denn am nächsten Sonntag sind die Calanda Broncos zu Gast in Zürich und man wird sehen, wie sich das entwickelt. Vorab kann man sagen, es ist eine Supersaison für die Zürcher und vom Titel zu träumen ist erlaubt.
Zurich Renegades vs. Gladiators Basel: 34:33 (2:4)
Details zum Spiel: SAFV
Eventdatum: 04.06.2023
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Sportplatz Looren, Witikon
Veranstalter: Zurich Renegades
Zuschauerzahl: geschätzt 300
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1085-die-renegades-koennen-die-niederlage-in-der-overtime-abwenden#sigProId5afbd467d0
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
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