Kloten gewinnt eine hitzige Partie in Zug
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Die Unparteiischen gaben zwei Mal zu reden. Zuerst beim Gegentor der Klotener zum 1:1 und nach dem Check von Simic gegen Gross verlieren die Zuger den Kopf und das Spiel. Henauer wird als Matchwinner der Klotener in der Overtime ausgezeichnet.
Vor dem Spiel wurde der ehemalige Zuger Torhüter Tobias Stephan als 85. Spieler an der «Wall of Fame» der Bossard Arena verewigt. Kurz wurden ein paar wichtige Momente von Stephan auf den Würfel projiziert und man spürte den Gänsehautmoment in der Arena. Das Spiel beginnt mit einem Feuerwerk der Zuger. Bereits in der ersten Minute hatte Wingerli das 1:0 auf dem Stock, vergab aber vor Zurkirchen, der heute für Metsola im Tor der Gäste stand. Danach war Kloten an der Reihe mit guten Chancen, die aber durch die (noch) solide Verteidigung abgewehrt wurden. Nun dreht sich das Blatt wieder zu Gunsten der Zentralschweizer. Der Kasten der Gäste wird unter Dauerbeschuss der Zuger genommen. Dazu kommt noch eine Strafe gegen Marchon von Kloten. Wie in den letzten Spielen kommen die Zuger nicht zum Erfolg im Powerplay wie in der letzten Saison. Die Klotener schaffen es nicht mehr aus dem eigenen Drittel und es kommt so, wie es kommen muss. In der 19. Minute trifft Martschini endlich zum 1:0 für Zug. Die Klotener verlieren den Puck in der Offensivzone. Der Topscorer Herzog wird in die Tiefe geschickt. Im Slot der Klotener behält er die Übersicht und sieht den freistehenden Martschini auf der linken Seite. Er nimmt die Scheibe direkt ab und lässt Zurkirchen keine Chance. So geht Zug mit einer 1:0 Führung in die erste Pause.
Die Klotener kommen entschlossener aus der Unterbrechung, die Zuger können gut dagegenhalten. Doch lange hält das nicht an. Nach ein paar Minuten nimmt das Heimteam die Zügel wieder in die Hand und erarbeitet sich Chancen, die einfach nicht konsequent ausgenutzt werden. Statt mal draufzuhalten, wird noch ein Querpass gespielt. Kloten ist in dieser Phase mit Defensivarbeit beschäftigt. Die Zuger können mehr Druck erzeugen, doch das Powerplay der Innerschweizer ist miserabel bei zwei Strafen innerhalb von fünf Minuten gegen die Klotener. Die Gäste zeigen Zug, wie Powerplay funktioniert. Nach einem Haken von Robin in der 36. Minute trägt sich Derungs in die Torschützenliste ein. Das Tor hat aber einen faden Beigeschmack. Im Slot der Zuger wurde der Spieler zu Fall gebracht, doch die Schiris haben das übersehen. Ein Fehlentscheid, den man den Bildern entnehmen konnte. Die Zuger liessen sich nicht beirren und wollten den Führungstreffer noch vor der Pause erzielen, denn Kellenberger musste vor Drittelsende in die Kühlbox. Dies gelang ihnen nicht mehr und so stand es nach 40 Minuten 1:1 vor 6966 inklusive Samichlaus und Schmutzli.

So konnten die Zuger mit einer Überzahl ins letzte Drittel starten, was wie die vorherigen Powerplays nichts brachte. Der EVZ ist die spielbestimmende Mannschaft, doch es war ihr nicht gegönnt, den Führungstreffer zu erzielen. Immer wieder setzen die Klotener kleine Nadelstiche, ohne viel riskieren zu müssen. Das Geduldsspiel der Zuger endet in der 53. Minute. Bengtsson tänzelt die Abwehr der Gäste aus. Senteler übernimmt die Scheibe und kann sie irgendwie über die Linie zum 2:1 für Zug stochern und die Halle tobt.
Es ist eine verdiente Führung für das aktiviere Team, denn über die ganze Partie hinweggesehen ist es ein sehr defensiver Auftritt der Klotener. Ja und dann kommt die 58. Minute in der Bossard Arena, als die Gemüter der Zuschauer erhitzt werden. Was ist passiert? Mit vollem Tempo fährt Klotens Axel Simic auf Zugs Nico Gross zu und lässt diesen mit einem heftigen Check gegen die Bande krachen. Der Check ist korrekt, aber in einer sehr nahen Distanz zur Bande. Kein Verständnis für diese Aktion hat EVZ-Captain Jan Kovar, er schnappt sich Simic und lässt die Fäuste auf dem Eis sprechen, was zu einer wüsten Szene führt. Und was machen die Head-Schiris Wiegand und Hungerbühler? Simic bleibt straffrei, was zu einem gellenden Pfeifkonzert führt, Bierbecher und Sonstiges fliegt aufs Eis. Kovar erhält für seine Boxeinlage eine zweiminütige Strafe, dass dann den Kragen von Dan Tagnes zum Platzen bringt. Er beschimpft die Schiris mit üblen Worten, die ich hier nicht zitiere. Das hatte eine Teamstrafe zur Folge. Somit konnten die Klotener in den turbulenten Schlussminuten mit 5:3 agieren. Taylor Morley zieht mit einem Slapshot ab und erwischt Luca Hollenstein in der linken Ecke zum 2:2 auf Zuspiel von Ang. Der EHC Kloten kann bis kurz vor Ende des Drittels weiterhin in Überzahl spielen.
Ab geht es in die Overtime. Die Zuger sind die aktivere Mannschaft. Mika Henauer macht den Sack in der 63. Minute zu. Im Slot der Zuger spielt Morley einen Querpass auf Henauer und der versenkt den Puck in den Maschen der Zuger zum 3:2 für Kloten. Kloten gewinnt also die Partie in Zug mit minimalem Aufwand. Bitter für Zug ist, dass sie diese Partie nach zwei Fehlentscheiden der Unparteiischen und am eigenen Unvermögen, vor allem in der Chancenauswertung, verlieren.
EV Zug vs. EHC Kloten: 2:3 (1:0 | 0:1 | 1:1 | 0:1)
Schüsse aufs Tor: 38:39 (13:11 | 13:11 | 11:15 | 1:2)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoster
Eventdatum: 01.12.2023
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Bossard Arena, Zug
Veranstalter: EV Zug
Zuschauerzahl: 6966
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1169-kloten-gewinnt-eine-hitzige-partie-in-zug#sigProIdd1d6501d4c
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
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