Trotz Anstrengung kein Weihnachtsgeschenk für den EHC Kloten
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Das letzte Spiel vor der Weihnachtspause. Alle sind in Festlaune und freuen sich auf ein paar schöne Tage. Ob sie dies nach den 60 Minuten auch noch sind oder ob die Berner feiern?
Seit dem Aufstieg zurück in die Nationalleague, gab es neun Begegnungen, bei denen der Gegner SC Bern hiess. Davon konnte der EHC Kloten gerade mal deren drei für sich entscheiden. Die letzten beiden Aufeinandertreffen in dieser Saison sind beide zu Gunsten des SCB ausgegangen. Mit dieser Statistik und dem Wissen über die Ausgänge der jünsten Spiele gegen den HC Lugano und die SCRJ Lakers ist meine Hoffnung nicht allzu gross auf Punkte. Während ich mich im Stadion vorbereite, entdecke ich drei Fans, die als Hanson-Brüder verkleidet sind. Filmkenner wissen, dass ich nicht die Pop-Gruppe The Hanson Brothers meine, sondern die Prügelbrüder aus dem Film Slap Shot aus dem Jahre 1977.
Die ersten paar Minuten des Spiels sind relativ ausglichen und beide Mannschaften tauchen immer wieder im gegnerischen Drittel auf, können aber noch nicht wirklich gefährliche Szenen produzieren. Die ersten beiden Boxplays kann der EHC Kloten unbeschadet überstehen. Mehr noch, es kommt in beiden zu Kontern, welche sogar gefährlicher sind als das Berner Powerplay. So gesehen könnte es nach knapp 15 Minuten eigentlich 2:0 heissen. Die Betonung liegt auf könnte. Mit dem muss ich leider weiter machen, denn auch der Gastgeber vermag sein Powerplay nicht auszunutzen. Zum Ende des ersten Drittels geraten sich die Spieler auf dem Eis noch in die Haare und so werden innert 19 Sekunden drei weitere Strafen ausgesprochen.
Mit dem Powerplay starten die Gäste ins Mitteldrittel, können aber auch hier wieder nichts Erfolgreiches verbuchen. Nach dem Cross-Check von Dario Meyer versuchen sie es nochmals, aber einmal mehr weiss der EHC Kloten sich zu wehren. Nach 28 Minuten setzt sich der SC Bern im Drittel fest und spielt den Puck schnell hin und her. Vor #55 Juha Metsola stehen viele Spieler und so sieht er #10 Tristan Scherwey nicht, wie er den Puck zwischen allen durchschiesst und die Scheibe hinter die Torlinie befördert. Dann sehen wir eine Premiere, #41 Simon Kindschi auf der Strafbank. Nein, die Premiere ist nicht, dass er auf der Strafbank sitzt, sondern auf welcher er sich niedergelassen hat. Er spielt aktuell leihweise für den SCB und benutzt somit natürlich diejenige des Gastes. Nein, heute ist nicht Powerplay-Tag, zumindest nicht für den EHC Kloten. Haben sie doch fünf Chancen auf ein Überzahl-Tor, aber verwerten kein einziges. Auch #58 Romain Löffels Cross-Check Pause bringt den Ausgleich nicht. Im Gegenteil, kurz vor der zweiten Pause erhöht der SC Bern zum 0:2 durch #79 Thierry Bader.
Wir gehen ins letzte Drittel und die Hoffnung auf einen Ausgleich ist noch da. Der EHC Kloten kämpft sich immer wieder vor, aber es passt nicht. Auch die Berner stehen vermehrt im Angriff, aber Metsola weiss zu blocken. Dann sehen wir #41 Leandro Profico hinter dem eigenen Tor stehen und warten, bis alle ihre Positionen erreicht haben. Er erspäht #28 Axel Simic nahe der gegnerischen blauen Linie und spielt die Scheibe mit einem Weitschuss auf ihn. Daraufhin kann Simic in Penaltymanier auf #36 Adam Reideborn losziehen und versenkt den Puck gekonnt im Netz. Nach diesem Anschlusstreffer ist wieder alles offen, oder? Wenn da nicht #78 Kevin Lindemanns Beinstellen und die daraus resultierende zwei Minuten-Strafe wäre. Denn diese nutzt #65 Ramon Untersander nach nur 11 Sekunden eiskalt aus und erhöht auf 1:3. Ein letztes Powerplay für den EHC gibt es, nachdem die Berner sich verzählt haben und mit zu vielen Spielern auf dem Eis stehen. Mit noch 111 Sekunden zu spielen, wird Metsola durch einen sechsten Feldspieler ersetzt, mit dem Ziel, aufzuholen und den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch wie so oft im Eishockey, geht dieser Schuss nach hinten los, so auch heute Abend. #23 Marco Lehmann kann die Scheibe ins leere Tor zum Schlussresultat von 1:4 einschieben.
Für den EHC Kloten wieder ein Abend, der nicht schön endet. Erneut beweisen sie, dass das Powerplay nicht ihr Steckenpferd ist. Das Boxplay hingegen ist mehrheitlich sehr solide, wenn man bedenkt, dass der SCB von den sechs Überzahlsituationen gerade mal deren eine ausnutzen konnte. Auf jeden Fall kann der gut gefüllte Berner Fansektor seine Mannschaft feiern. Wie jedes Jahr findet auch heuer wieder der Spengler Cup statt, jedoch ohne uns. Dafür sind aus dem Klotener Team Jonathan Ang, Tyler Morley und Nathan Beaulieu dabei und verstärken das Team Canada. An der Bande erhalten die Kanadier ebenfalls Verstärkung aus Kloten, denn Larry Mitchell und Jeff Tomlinson reisen auch nach Davos.
Ich kann an dieser Stelle euch da draussen nur noch frohe Festtage wünschen und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir sehen uns dann wieder am 5.1.24 beim Spiel gegen den EHC Biel. Doch das neue Jahr beginnt für den EHC Kloten schon am 2.1. mit der Begegnung gegen den HC Fribourg-Gottéron, hoffentlich dann mit einem bei den Kanadiern abgekupfertem Powerplay. Bleibt gesund und bis die Tage.
EHC Kloten vs. SC Bern: 1:4 (0:0 | 0:2 | 1:2)
Schüsse aufs Tor: 23:30 (7:9 | 5:14 | 11:7)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoster
Eventdatum: 23.12.2023
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: Stimo Arena
Veranstalter: EHC Kloten
Zuschauerzahl: 6639
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1192-trotz-anstrengung-kein-weihnachtsgeschenk-fuer-den-ehc-kloten#sigProIdc23a00e650
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Marcel Kaul
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