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Die Eigenheiten der Derbyregeln

Die Eigenheiten der Derbyregeln Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Derbywochenende und Spiel Nummer zwei in Kloten. Kann der EHC Kloten den ZSC Lions nochmals eine Klatsche verpassen? Können die Gastgeber das 219. Derby und viertes Aufeinandertreffen diese Saison für sich entscheiden?

Über das erste Drittel lässt sich nicht viel sagen. Beide Mannschaften tasten sich langsam ab. Jedoch kommen mir die Löwen vor, als ob ihnen die Krallen gerade frisch und zu stark gestutzt wurden. Oder anders gesagt, sie haben den gestrigen Punkteverlust noch nicht verkraftet. Aber auch der EHC Kloten kann nicht überzeugen. Beide Seiten zeigen zu viele unforced Errors und sind unachtsam. Das Spiel zeugt dafür von wenig Unterbrüchen. Zu Beginn der 18. Minute ist #95 Nicholas Steiners Einsatz etwas zu hoch und er bekommt von den Unparteiischen eine Strafe wegen Haltens aufgebrummt. Die Gäste können sich ein erstes Mal über ein Powerplay freuen. Dennoch müssen sie sich auch auf das starke Boxplay der Gastgeber gefasst machen. Es bleibt nicht nur dabei, #10 Jonathan Ang kann sich die Scheibe krallen und an #86 Tyler Morley weitergeben. Dieser setzt zum Sprint an und zieht ungebremst auf #30 Simon Hrubecs Tor los. Dieser kann nicht parieren und muss hinter sich greifen, um die Scheibe wieder aus dem Kasten zu holen. Mit diesem Shorthander geht der EHC Kloten in Führung. Die handzahmen Löwen müssen mit diesem 0:1 dann auch in die Pause, wo sie versuchen, sich vom Schock zu erholen. Wir sind zurück, die Spieler auch, den Elan haben sie jedoch glaube ich in der Kabine vergessen. Es geht im gleichen Tempo weiter, mit ein bisschen hin und her. In der 26. Minute muss #28 Jesper Frödén in die Kühlbox, auch er wegen Haltens. Was soll ich nur zu Klotens erbärmlichem Versuch des Powerplays sagen. Wenn man es nicht mal schafft, einen relativ gemütlichen Pass anzunehmen, dadurch die Scheibe das Drittel verlässt und man frisch aufbauen muss. Es wäre doch die perfekte Möglichkeit, die Führung auszubauen, um sich etwas Sicherheit zu geben. Man stürmt lieber bei Spielergleichstand los und #29 Niko Ojamäki legt eine Pirouette hin. Darauf folgt der Schuss von beinahe der blauen Linie aus, welcher von #71 Michael Loosli noch unhaltbar abgelenkt wird. Der gut gefüllte Fansektor der ZSC Lions steht nur noch stoisch da und ist mucksmäuschenstill. Etwas mehr Bewegung kommt kurz vor Ende des Drittels wieder auf, denn Tyler Morley muss wegen seines Beinstellens noch für die letzten fünf Sekunden auf die Strafbank. Was noch erwähnt werden muss: sowohl Jonathan Ang also auch #8 Marc Marchon konnten beide in Penaltymanier auf das Tor losziehen, aber beide verziehen. Es bleibt nur das Klong ihrer Pfostenschüsse in unseren Ohren.

 

Bild: Reto Turotti / szenemagazin.ch

Oha, scheinbar ist in der letzten Pause Coach Marc Crawford laut geworden in der Kabine. Auf jeden Fall sehen wir eine wesentlich aktivere Mannschaft auf den Eis wie noch in den letzten 40 Minuten. Scheinbar haben sie doch noch ein paar Krallen gefunden und zeigen jetzt mehr Stärke, die ich eigentlich schon von Anfang an von ihnen erwartet hätte. Es sei übrigens noch erwähnt, #54 Christian Marti ist heute auch mit von der Partie, trotz seiner gestrigen 5+20 Minuten Strafe. Auch ich habe diese Situation im Videostudium angeschaut und finde sie etwas übertrieben. Weiter geht es und die Löwen werden bissig. Vermehrt stehen sie im Klotener Drittel und versuchen krampfhaft die Scheibe einzunetzen. Jedoch macht ihnen dies die Verteidigung in Blau alles andere als leicht. Zudem zeigt #55 Juha Metsola ein überragendes Spiel. Jedes Mal wenn ein Puck im Landeanflug ist, schnellt seine Fanghand dazwischen. Selbst wenn er den Stock verliert, weiss er sich zu wehren und das Tor reinzuhalten. Nur #4 Patrick Geering findet die Lücke auf Stockhandseite. Hier muss man aber auch sagen, die Verteidigung der Klotener haben ihn in diesem schnellen Spielzug schlichtweg vergessen zu decken. Wir wissen nur zu gut, dass ein 2:1 in der 56. Minute noch kein Sieg ist. Besonders dann nicht, wenn die Gäste gemerkt haben, dass sie eventuell doch noch etwas reissen könnten. 110 Sekunden vor Spielende nimmt Marc Crawford ein Timeout und Simon Hrubec aus dem Tor. Zu sechst stürmen sie nun auf das Klotener Tor los, lassen sich aber die Scheibe nach nur acht Sekunden von #28 Axel Simic abluchsen. Er sieht die Chance gleich und pfeffert die Scheibe aus dem eigenen Drittel zum Emptynetter und 3:1 Schlussresultat.

Ich behaupte nicht, der EHC Kloten hat sich erholt. Das waren jetzt zwei Derbys hintereinander, die immer ihre eigenen Regeln haben. Was ich aber mit bestimmter Stimme sage: ihr müsst unbedingt euer Powerplaydefizit in den Griff kriegen. Auch müssen diese unerzwungenen Scheibenverluste weniger werden. Es sind noch 12 Spiele auf dem Plan und somit noch Zeit, sich in der Tabelle etwas hochzuarbeiten. Mindestens Platz 11 oder 12 müsste drin liegen. Doch zunächst gilt es weiterzuüben, um am nächsten Freitag zu Hause gegen den EV Zug bestehen zu können. Am Samstag heisst der Gegner dann HC Ajoie, auf welchen man auswärts trifft. Diese drei Punkte sind enorm wichtig und müssen um jeden Preis nach Hause geholt werden.

 

   

EHC Kloten vs. ZSC Lions: 3:1 (1:0 | 1:0 | 1:1)

Schüsse aufs Tor: 28:31  (11:7 | 10:7 | 7:17)

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF 

Aufstellung: TeamRoster

 

Eventdatum: 21.01.2024

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Stimo Arena

Veranstalter: EHC Kloten

Zuschauerzahl: 

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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