free website hit counter Szenemagazin - Ein Geschenk für den abtretenden Trainer, jedoch erst im Nachschlag

Ein Geschenk für den abtretenden Trainer, jedoch erst im Nachschlag

Ein Geschenk für den abtretenden Trainer, jedoch erst im Nachschlag Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Nach dem Doppelderby letztes Wochenende steht der EV Zug als Gegner auf dem Eis der stimo arena. Kann der EHC Kloten seinem heute zum letzten Mal zu Hause an der Bande stehenden Interimstrainer Larry Mitchell ein Abschiedsgeschenk machen oder beweist sich der EVZ als zu stark?

So sieht es zumindest zu Beginn aus. Gefühlt ist der EVZ vermehrt im Klotener Drittel als umgekehrt. Dumm ist dann, wenn man versucht, den Puck aus dem eigenen Drittel herauszubefördern und dabei ausrutscht. Noch blöder ist, wenn #15 Gregory Hofmann dies beerben und den freistehenden #43 Jan Kovar damit bedienen kann. Dieser spediert die Scheibe mühelos hinter die Torlinie zum ersten Treffer des Abends. Dieses Missgeschick wird etwas später durch eine absolute Traumkombi belohnt. Der EHC stürmt nach vorne, wo #19 Steve Kellenberger #64 David Reinbacher freistehen sieht. Dieser bekommt den Pass und schiesst aufs Tor. Macht er dies, oder ist es ein kalkulierter Pass zu #8 Marc Marchon? Denn entweder trifft er nicht oder hat den Winkel berechnet, um die Scheibe via Bande hinter dem Tor zum ebenfalls ungedeckten Marc Marchon zu passen. Egal, denn Marc kann diese ungestört hinter #51 Luca Hollenstein versenken. Der Start sieht schon Mal gut aus, dennoch muss ich sagen, es geht noch besser. Es wird schlicht zu unkonzentriert gespielt und dadurch entstehen Fehlpässe. Vom Powerplay in der 15. Minute beginne ich gar nicht erst zu sprechen. Das ist nicht nur schwach, sondern für meinen Geschmack inexistent. Daher verabschieden wir uns in die erste Pause mit dem 1:1.

Im zweiten Spielabschnitt sehen wir den Versuch von Marc Marchon, mit einem Buebetrickli Hollenstein zu überrumpeln. Dieser kann sich aber wehren und lässt einen Abpraller zu. #29 Niko Ojamäki übernimmt und passt gleich wieder retour zum inzwischen alleingelassenen Marchon, welcher mit einer Direktabnahme einnetzt. Im Anschluss folgen mehrere Strafen. Den Beginn macht Kovar, auf welchen dann Marchon folgt. Der EVZ kann die anschliessende Powerplayphase nicht wirklich nutzen, denn schon wieder geht der Arm des Unparteiischen in die Luft. Jetzt wegen eines Ellbogenchecks von #66 Nico Gross. Der Gastgeber nimmt den Torhüter raus und spielt die Zeit von Marchons Strafe clever herunter, so dass man so lange wie möglich in Überzahl spielen kann. Ich frage mich jedoch, warum. Nach längerem Hin und Her bewegt sich dann der Zuger doch noch Richtung Strafbank, unter dem Kommentar von #28 Axel Simic. Dieser wird dann gleich vom Schiedsrichter ermahnt, ruhig zu sein, sonst müsse er auch gleich raus. 

 

Bild: Marcel Kaul / szenemagazin.ch

 

Nicht nur dieses Powerplay bleibt ohne Erfolg, sondern auch das gleich anschliessende, das durch die Strafe wegen hohen Stockes durch #32 Lukas Bengtsson verursacht wird. Es wird lieber gewartet, bis man wieder Spielergleichstand hat, pfeffert dann aber dafür die Scheibe mit dem Rücken zum Torwart rückwärts ins Tor. Etwas später kommt es an der Zuger Bande zu Ungereimtheiten. #26 Reto Suri vergreift sich an #6 Matthew Kellenbergers Werkzeug und hält es fest. Dieser wehrt sich natürlich, was von den Schiedsrichtern als übertriebene Härte taxiert wird. Aber auch Reto Suri muss für das Halten für zwei Minuten in die Kühlbox. Somit geht es mit fünf gegen fünf weiter auf dem Eis. Nochmals kommt es zu einem Gespräch zwischen Simic und dem Schiedsrichter, bei welchem Axel seinen Unmut über diesen Entscheid kundtut. Sein Blick nachher zu mir sagt klar: «Isch doch wahr». Ohne weitere Tore gehen die beiden Mannschaften in die zweite Pause.

Scheinbar hat Dan Tanges die richtigen Worte gefunden, denn der EVZ kann in der 47. Minute den Anschlusstreffer durch #41 Leon Muggli feiern. Der Stockschlag von David Reinbacher ermöglicht den Gästen ein weiteres Powerplay, welches Jan Kovar zum Ausgleich nutzt. Man merkt, die Emotionen sind geweckt und so geraten #17 Attilio Biasca und #95 Nicholas Steiner aneinander, nachdem Biasca etwas zu sehr für Steiners Geschmack an #55 Juha Metsola herumstochert und versucht, die Scheibe wieder freizukriegen. Durch die davor verursachte Spielverzögerung durch Kloten kann Zug nochmals ein Powerplay aufziehen, welches sie zum 3:4-Führungstreffer durch Gregory Hofmann verwerten.

Nicht mehr ganz drei Minuten sind zu spielen und Larry Mitchell nimmt ein Timeout. Nach der Krisenbesprechung verlässt Metsola das Eis und macht einem weiteren Feldspieler Platz. Ich denke mir, wenn es schon beim fünf gegen vier nicht klappt, warum soll es denn beim sechs gegen fünf mit leerem Tor klappen? Zumindest zeigt der EHC Kloten, dass sie die Scheibe grösstenteils gut kontrollieren können. Noch besser, nach einer starken Druckphase und einem wilden Durcheinander vor dem EVZ Tor ist der Puck plötzlich im Netz und der Arm des Schiedsrichters zeigt klar ein Tor an. Wenn da dann aber nicht der Drang zum Videoreview wäre. Vor und zurück, auf und ab wird das Video geschaut. Zuerst denke ich, sie schauen, ob ein Torraum-Offside durch Simic stattgefunden hat. Aber nein, bei genauerem hinschauen sieht man, dass sie sehen wollen, ob die Kickbewegung seines Fusses die Scheibe ins Tor befördert hat, oder ob es doch durch den Stock war. Es wird ihnen dann bewusst, dass die Scheibe bereits hinter der Linie war, als die Kickbewegung einsetzte und somit wird das Tor zum Unverständnis der Zuger Fans gegeben. Wir dürfen in die Verlängerung, oder? Ja, denn auch die weitergehende Druckphase der Gastgeber bringt kein weiteres Tor mit sich.

Die Verlängerung dauert nur gerade Mal 39 Sekunden. #15Miro Aaltonen und #41 Leandro Profico leisten gute Vorarbeit und #10 Jonathan Ang den dazu passenden Abschluss. Sein Tor sichert dem EHC Kloten den dritten Sieg in Folge und eine gute Erinnerung für Larry Mitchell an sein letztes Heimspiel als Trainer. Er wird morgen Abend nochmals an der Bande der Raiffeisen Arena in Porrentruy stehen. Danach widmet er sich wieder seinem ursprünglichen Job als Sportchef. Beim nächsten Heimspiel am Dienstag wird sich Stephan Mair zu Kimmo Rintanen und Saku Martikainen auf die Spielerbank begeben und hoffentlich seinen ersten Sieg gegen den Genève-Servette HC feiern können.

 

   

EHC Kloten vs. EV Zug: 5:4 (1:1 | 2:0 | 1:3 | 1:0)

Schüsse aufs Tor: 36:23(10:6 | 16:5 | 9:12 | 1:0)

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF 

Aufstellung: TeamRoster

 

Eventdatum: 26.01.2024

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Stimo Arena

Veranstalter: EHC Kloten

Zuschauerzahl: 5183

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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