Lichterlöschen in Zug
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Die ZSC Lions ziehen mit einer 8:0-Playoff-Statistik in den Final ein. Der EV Zug konnte dem ZSC auch in diesem Spiel nie das Wasser reichen. Torhüter Hrubec gelingt der zweite Shootout in der Halbfinal-Serie. Malgin schickt die Zuger mit seinem Treffer in die Ferien und Reto Suri beendet seine Karriere nach 852 Spielen.
Verlieren verboten! Das ist die Devise der Zuger am heutigen Abend und dementsprechend kontrolliert und defensivorientiert starten die Zuger in diese Partie. Die Lions attackieren die Zuger im eigenen Drittel mit einem aggressiven Forechecking. Das endet meistens so: Das Heimteam bringt die Scheibe nicht raus und ein Zürcher erobert den Puck im Zuger. So auch in der 4. Minute, als Andrighetto im Drittel der Zuger herumkurvt. Er versucht, Genoni aus spitzem Winkel zu erwischen. Das gelingt zwar nicht, aber die Scheibe landet auf Balcers Schaufel, welcher den Puck mühelos im Tor unterbringt. Der Treffer wird nach Konsultation der Videobilder wegen einer Torhüter-Behinderung nicht gegeben. Marc Crawford überlegt, die Coaches Challenge zu nehmen, aber lässt es dann, weil es noch früh in der Partie ist und man weiss nicht, was da noch so alles passiert. Das war dann das «hallo wach» für Zug. Hansson verpasst mit einem One Timer das Tor der Gäste nur knapp. In der Folge kommen die Zuger zum ersten Powerplay, welches dank der Ungenauigkeit des Passspiels der Innerschweizer ohne zählbares Resultat vorübergeht. Je länger das erste Drittel dauert, umso mehr übernehmen die Lions das Spieldiktat und drücken auf den Führungstreffer. Der will trotz hervorragender Chance der ersten Linie der Lions um Malgin, Andrighetto, Balcers, Weber und Kukan (noch) nicht fallen. So bleibt es nach spannenden und schnellen ersten 20 Minuten 0:0 in der ausverkauften Bossard Arena in Zug.

In der 22. Minute fällt der erste Treffer für die ZSC Lions durch Derek Grant. Hollenstein schüttelt Schlumpf ab und bedient Frödén im Zentrum mit einem Querpass. Der Schwede zieht vors Tor und wird dabei leicht abgedrängt. Dennoch bringt er die Scheibe mit Backhand aufs Tor, wo Genoni den Puck mit dem Fuss zur Seite ablenken kann. Grant reagiert am schnellsten, eifert der Scheibe nach und trifft aus spitzem Winkel in die Zuger Maschen zum 1:0 für die Gäste. Die Zuger lassen sich von diesem Rückschlag nicht aus der Ruhe bringen und suchen ihrerseits die direkte Antwort. Allen voran Martschini, der zwei gute Möglichkeiten hat, die vom ZSC-Goalie Hrubec zunichte gemacht werden. In den Folgeminuten müssen gleich zwei Zürcher nacheinander auf die Strafbank, doch die Hausherren wussten diese Chancen trotz einiger gefährlicher Abschlüsse nicht zu nutzen. Auch hier gaben viele Ungenauigkeiten und Fehlpässe den Ausschlag. Ganz anders die Zürcher, die ihrerseits die erste Überzahl-Möglichkeit ausnutzen und durch Denis Malgin in der 34. Minute das 2:0 buchen. Grant nimmt Genoni vor dem Tor die Sicht und versucht, die Scheibe abzulenken. Das führt dazu, dass Genoni einen Stock verliert, die Scheibe links auf der Seite zu Malgin kommt. Der fackelt nicht lange und hämmert den Puck ins Netz. Die Zuger reklamieren Torhüter-Behinderung, doch die Schiris sehen keinen Bedarf, sich das Ganze im Video anzusehen. Auf diese beiden Gegentreffer finden die Zuger im Mittelabschnitt keine Antwort mehr.
Auch im letzten Drittel bleibt die Antwort der Zuger aus. Die Zentralschweizer stemmen sich gegen das Saisonende auf, doch auch das Glück war heute nicht auf ihrer Seite. Nachdem in der 50. Spielminute Hrubec bei einer Abwehraktion Allenspach im Gesicht trifft, können die Zuger nochmals für zwei Minuten in Überzahl agieren. Sie kreieren mehrere gute Chancen, doch Hrubec steht wie eine Wand im Zürcher Tor und blockt (fast) jeden Schuss ab. Manchmal rettet die Zürcher auch das Metall vor einem Gegentreffer. Für die letzten zwei Minuten ersetzt Tangnes Genoni mit einem sechsten Feldspieler, doch auch das bringt keinen Erfolg. Wenige Sekunden vor Ablauf der Zeit knallt Martschini den Puck an die Torumrandung, aber der Treffer wollte einfach nicht fallen. Und dann war Schluss!
Fazit: Die ZSC Lions ziehen nach dem zweiten Sweep in Folge in das Final ein und schicken den EVZ in die Ferien. Gleichzeitig endet heute Abend die grossartige Karriere von Reto Suri, der nun die Schlittschuhe nach 852 Spielen an den Nagel hängt. Er wird wie auch der ZSC Goalie Hrubec als bester Spieler ausgezeichnet. Suri dreht seine letzte Runde auf dem Eisfeld, wirft seinen Stock in die Fankurve und verabschiedet sich vom Publikum in Zug.
EV-Zug: vs. ZSC Lions 0:2 (0:0 | 0:2 | 0:0)
Schüsse aufs Tor: 26:26 (5:11 | 7:9 | 14:6)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoster
Eventdatum: 08.04.2024
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Bossard Arena
Veranstalter: EV-Zug
Zuschauerzahl: 7200
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1241-lichterloeschen-in-zug#sigProIdf0fdaa71c4
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
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