free website hit counter Szenemagazin - Und schon wieder gibt es in Chur ein déjà-vu.

Und schon wieder gibt es in Chur ein déjà-vu.

Und schon wieder gibt es in Chur ein déjà-vu. Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Die serbische Meister-Mannschaft der Kragujevac Wild Boars reisen für das CEFL Viertelfinal-Spiel ins neue Stadion nach Chur. Ob sich diese Zweitagesreise gelohnt hat?

Meine Reise nach Chur verläuft unspektakulär. Wenig Verkehr, aber angsteinflössende Wolken am Bündner Himmel. Im Gegensatz dazu scheint die Reise der Gäste wesentlich spektakulärer gewesen zu sein. Als ich im Stadion ankomme, erfahre ich von meinem Fotografenkollegen Sergio, dass die Gäste einen Unfall hatten, noch nicht hier sind und das Spiel mit Verspätung beginnen wird. Nach 18:00 Uhr sieht man die ersten Gäste auf dem Rasen eintreffen. Für sie heisst es nun, schnell aufs Nebenfeld und sich einwärmen. Der Spielstart wurde auf 19:15 Uhr verlegt, also 45 Minuten später.

Wie üblich wird in Chur der Einlauf zelebriert. Zuerst reihen sich die Cheers auf und halten die beiden Landesflaggen. Darauf folgen die Schiedsrichter, die Gäste und dann der Gastgeber. Nach dem Abspielen beider Landeshymnen folgt der Coin-Toss. Dieser geht an die Calanda Broncos, welche sich für die Second Half Option entscheiden und mit ihrem Kick das Spiel starten. Der erste Versuch der Gäste bringt sie nicht weit und sie müssen das Angriffsrecht das erste Mal nach drei Versuchen mit einem Kick abgeben. Das erste neue First Down kann Erik Rageth herausholen. Weitere fünf Yards nach vorne geht es für die Broncos, nach einem Frühstart der Defense der Wild Boars. Noch keine vier Minuten sind gespielt und Erik Rageth trägt das Ei zum ersten Mal in die Endzone. Das Fieldgoal sitzt und es steht 7:0. Bei den Gästen fällt mir auf, dass der Snap zum QB jeweils relativ tief ist. Dies ist sicher auch mit ein Grund, warum er den nächsten nicht kontrollieren kann und fallen lässt. Matthias Tannò ist als erster beim Ball und der Fumble geht auf seine Rechnung. Diesen Angriffswechsel münzen die Broncos in einen weiteren Touchdown und anschliessendes Fieldgoal um. Robin Sennrich hat die Lücke gefunden und ist selbst in die Endzone gelaufen. Die Nummer sechs der Wild Boars (sorry, aber ich hab kein Roster zur Verfügung) nimmt den Kick der Broncos an und läuft los. Er wird erst an der 49 Yard-Linie zu Boden gebracht. Es ist wieder Matthias Tannò, der das Spiel wendet, jetzt jedoch mit einer Interception. Noah Bachofen zeigt sein läuferisches Können und trägt den Ball in die Endzone zum nächsten Touchdown. Es steht jetzt 21:0 mit noch 2:20 Minuten auf der Spieluhr. Beim aktuellen Kick der Broncos ist die Defense wach und hält die Nummer 6 mit Zurücklaufen auf. Bereits an der 16 Yard-Linie kann er gestoppt werden. Statt dass es vorwärts geht, bleiben die Wild Boars hängen und müssen beim vierten Versuch und 20 Yard zu spielen punten. Dieser Ball schafft es nicht über die Mittellinie. An der gegnerischen 43 Yard-Linie können die Broncos wieder loslegen. Ein gezielter Pass auf Max Gray kommt an und er kann in die Endzone durchdringen. Mit dem gültigen Fieldgoal erhöhen die Gastgeber nach nur 85 Sekunden Spielzeit im zweiten Viertel auf 28:0.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Die Gäste verlieren ihr Angriffsrecht nach einem weiteren Fumble durch die Broncos an der eigenen 11 Yard-Linie. Nun werden die Gastgeber kreativ und zeigen einen schönen Trickspielzug. Der QB gibt den Ball nach links ab, bekommt ihn wieder zurück und während die ganze Wild Boars-Defense sich in Ballnähe verschiebt, bekommt Robin Sennrich den Ball zurück und gibt ihn gleich weiter an den rechts sich freilaufenden Max Gray. Dieser hätte es auch bis in die Endzone geschafft, aber es gibt ein Holding und somit zählt der Spielzug nicht. Trotz den verlorenen 10 Yards läuft Amel Adjovi geradewegs über die Goallinie. Die Nummer neun der Gäste läuft im nächsten Spielzug einmal über das ganze Feld und bis in die Endzone. Aber auch ihnen macht eine Flagge einen Strich durch die Rechnung. Statt des Touchdowns müssen sie ein Holding schreiben und an der 26 Yard-Linie beginnen. Die nächste Interception wird durch Patrick Grand gefangen, doch es fliegt eine weitere Flagge. Er wurde zu spät noch angegriffen und es resultiert ein Personal Foul und 15 Yards Strafe gegen die Gäste. Die Broncos beginnen an der 32 Yard-Linie. Der nächste Touchdown der Broncos geht aufs Konto von Max Gray, der in der hinteren Ecke der Endzone den Ball fangen kann. Es steht bereit 42:0, aber die Uhrzeit ist unklar. Dies, weil inzwischen die Mercy-Rule greift und die Uhr eigentlich nur noch für Team- und Medical Timeouts angehalten wird. Das mit der Uhr einfach laufen zu lassen scheint schwierig zu sein, darum muss ich mir die Zeiten halt kurz beim Linejudge erfragen. Aber Jens gibt mir gerne jeweils Auskunft. Den Schluss der ersten Halbzeit runden die Gastgeber mit einem weiteren Touchdown durch Amel Adjovi und dem versenkten Fieldgoal ab. Zur Halbzeit steht es 42:0.

Während der Pause gibt es zuerst auf dem Feld noch die Aufklärung wegen der Uhrzeit und der Mercy-Rule. Danach folgt eine Showeinlage durch die Calanda Broncos Cheerleader. Die zweite Spielhälfte ist schnell erzählt. Die Broncos spielen mehrheitlich nur noch mit Backupspielern. Dadurch wird das Spiel nicht interessanter. Die Zeit läuft unaufhaltsam. Wir sehen nochmals einen Touchdown mit anschliessendem Fieldgoal zum Schlussresultat von 49:0 für die Broncos. Somit qualifizieren sie sich für das Halbfinal-Spiel das am 31.05.2025, das ebenfalls in Chur stattfinden wird. Reto wird dann von diesem Spiel berichten. Dass die Kragujevac Wild Boars derartig untergehen, damit hat wohl niemand gerechnet. Diesen Umstand aber alleine dem Unfall während der Anreise zuzuschieben, wäre jedoch glaube ich falsch. Als nächstes treffen die Broncos auf die Bern Grizzlies, was dann hoffentlich wieder mal ein wirklich spannendes Spiel wird.

 

 

Calanda Broncos vs. Kragujevac Wild Boars 49:0 (7:0)

Ort: Rasensportstadion Obere Au, Chur

Veranstalter: Calanda Broncos

Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Zuschauer: ca 1000

 

 

Cheerleader

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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