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Ein Sieg zum 800sten

Ein Sieg zum 800sten Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Unser Tabellennachbar EHC Biel steht heute auf dem Spielplan. Ob sie nach dieser Partie dann vor oder hinter uns in der Tabelle stehen, wird sich zeigen.

Den Seeländern ist der Start in die Saison 2025/26 nicht wunschgemäss verlaufen. Dennoch konnten sie sich in den letzten sechs Spielen auffangen und fünf Mal als Sieger vom Eis gehen. Da sieht es bei den Flughafenstädtern anders aus, von den letzten sechs Begegnungen gingen sie nur aus deren drei als Gewinner nach Hause. Drei Spiele wurden erst in der Verlängerung entschieden. Vor Beginn wird noch der Teppich ausgerollt. Ricardo Schödler macht sich für die Spielerehrung von Kapitän Steve Kellenberger bereit. Er hat 800 Spiele bestritten und es werden hoffentlich noch ein paar weitere folgen.

Das Spiel geht los und beide Teams sind zu Beginn gleich stark. Mehrfach versuchen sie sich im gegnerischen Drittel festzukrallen und das erste Tor zu erzielen. Die beste Torchance hat Tyler Morley, der einen sehr harten Schuss abfeuert, welcher mit einem lauten Klong am Torpfosten abprallt. Dann ein kurzer Aufschrei des Stadionspeakers. Vor seiner Nase, wortwörtlich, fand ein nicht ganz unsanfter Check statt und er ist derart erschrocken, dass er sogar die Taste für die Lautsprecheranlage gedrückt hat und wir seinen Aufschrei hörten. Die Gäste kommen mit viel Dampf ins Klotener Drittel, spielen den Puck hinter dem Tor durch. Darauf folgt ein Pass zu Toni Rajala vor dem Tor, der mit seiner Direktabnahme die Scheibe über die Torlinie befördert. Mit noch 4:08 Minuten auf der Uhr geht im Stadion kurz das Licht aus. Nur noch die beiden Werbereklamen leuchten. Aber nach Sekundenbruchteilen ist das Licht schon wieder da. Das ist der grosse Vorteil von LED gegenüber Scheinwerfern, die sofort wieder auf voller Stärke sind. Mit dem 0:1 durch Rajala gehen die Gäste entspannt in die erste Pause.

Profico Leandro wird für ein Beinstellen in der 22. Minute auf die Strafbank geschickt. Während des ersten Powerplays für die Bieler bekommt Tim Wolf den Puck ziemlich knackig ins Gesicht und muss dementsprechend mit schmerzverzerrter Miene zur Spielerbank zurückkehren. Hätte diese Situation vor dem Klotener Tor stattgefunden, hätte es mit Garantie einen Penalty gegeben. Aber so geht die Situation unbestraft aus und die Bieler können weiter im Powerplay spielen. Sie können keinen Profit aus diesem schlagen, doch es wird ihnen gleich eine weiter Überzahl geschenkt.  Aber auch diese verstreicht punktlos, denn er EHC Kloten weiss sich in beiden Boxplays sehr gut zu wehren. Nicht nur das, sie greifen sogar aktiv an und versuchen einen Shorthander zu versenken.  Einmal mehr ist der Gastgeber im Angriff und Luc Harrison Schreiber kurvt durch die gegnerische Verteidigung. Mit einer Drehung um sich selbst holt er Schwung und pfeffert den Puck unerwartet aufs Tor. Harry Säteri kann diesen Schuss nicht parieren und lässt den Ausgleichstreffer zu.  Chaos auf dem Eis, die Schiedsrichter wissen nicht, wen sie nun wirklich auf die Strafbank schicken sollen. Erst auf den Hinweis durch Lauri Marjamäki wird nun Marcus Sylvegaard für hohen Stock in die Kühlbox geschickt. Der dort zuvor Fehlplatzierte darf sie wieder verlassen. Ein weiterer darf kurz darauf ebenfalls in die Box für einen weiteren hohen Stock. Habe ich schon erwähnt, dass das Powerplayspiel nicht das Steckenpferd der Klotener ist? Selbst eine doppelte Überzahl für 24 Sekunden können sie nicht in ein weiteres Tor ummünzen. Vor der zweiten Drittelspause wird nochmals eine Strafe gegen die Bieler ausgesprochen. Doch der EHC Kloten scheint irgendwie nicht wirklich daran interessiert zu sein, sein Powerplay kurz vor dem Abschlusspfiff nochmal aufzustellen und auf einen Führungstreffer zu pochen.

 

EHCK-vs-EHCB_Marcel-Kaul_szenemagazin

So ist es kaum zu glauben, dass im letzten Drittel doch noch ein Powerplaytor erzielt wird. Robert Leino scort nicht nur sein drittes Tor dieser Saison, sondern auch zeitgleich das Game Winning Goal.  Er steht vor Harry Säteri und blockiert ihm die Sicht. Dieser kann einen Schuss dennoch abwehren, lässt aber mangels Kontrolle einen Abpraller zu. Robert kann diesen dann geistesgegenwärtig mit viel Druck über die Torlinie schaufeln.  Zuletzt greifen die Gäste zur verzweifelten «Torhüter durch Feldspieler» Ersatztat. Von den letzten beiden Spielminuten hat Harri gerade Mal 12 Sekunden auf dem Eis verbracht. Die Bieler können sich zwar nochmals aufstellen, aber der EHC Kloten wehrt sich erfolgreich, setzt sogar mehrere Schüsse in Richtung leeres Tor ab. Es bleibt aber beim knappen 2:1 für die Klotener, welches ihnen den aktuell achten Platz in der Tabelle vor den Bielern sichert.

Die nächsten beiden Spiele bestreitet der heutige Gastgeber dann auswärts. Am Sonntag in Lugano und am Donnerstag in Fribourg-Gottéron. Erst am 11.10.2025 empfängt der EHC Kloten den HC Davos, der einen praktisch makellosen Saisonstart hingelegt hat und erst ein Spiel im Shootout abgeben musste.

 

   

EHC Kloten vs. EHC Biel-Bienne: 2:1 (0:1 | 1:0 | 1:0)

Schüsse aufs Tor: 22:28 (6:9 | 11:7 | 5:12)

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF 

Aufstellung: TeamRoster

 

Eventdatum: 03.10.2025

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  SWISS Arena

Veranstalter: EHC Kloten

Verkaufte Tickets: 4053

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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