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Breite, Biss und ein eiskalter Schlusspunkt: Fribourg schlägt Zug mit 3:1

Breite, Biss und ein eiskalter Schlusspunkt: Fribourg schlägt Zug mit 3:1 Reto Turotti / szenemagazin.ch

7’194 Zuschauer füllen die OYM Hall bis auf den letzten Platz. Schon vor dem ersten Bully liegt Spannung in der Luft. Als Diaz und Bengtsson wieder im Line-up des EV Zug auftauchen, brandet Applaus auf. Zwei Rückkehrer, zwei Hoffnungsträger – und ein Gegner, der keine Geschenke verteilt: der HC Fribourg-Gottéron.

Fribourg legt los wie die Feuerwehr. Vom ersten Wechsel an setzen die Gäste Zug unter Druck. Zwei Stürmer jagen tief ins Drittel, der dritte sichert hoch ab. Die Scheibe wird sofort an die Bande gespielt, dann quergelegt. Immer wieder zieht Fribourg das Spiel in die Breite, zwingt Zug zu langen Wegen. Die Verteidiger müssen raus an die Seitenlinie, die Mitte öffnet sich für einen Moment – genau dort lauern die Freiburger. Dieses Muster wiederholt sich, Shift um Shift.

Zug versucht, mit Struktur zu antworten. Diaz bringt Übersicht in den Spielaufbau, nimmt Tempo raus, wenn es nötig ist, beschleunigt im richtigen Moment. Bengtsson sucht die Zweikämpfe, stellt den Körper vor dem Tor parat. Doch Fribourg bleibt hartnäckig. Kaum ist die Scheibe geklärt, kommt sie wieder zurück. Die Gäste schnüren Zug phasenweise ein, halten die Scheibe in der Zone, lassen sie zirkulieren. Das Publikum spürt, wie viel Arbeit in jedem Befreiungsschlag steckt. Chancen gibt es auf beiden Seiten – und sie werden vergeben. Ein schneller Zuger Gegenstoss endet am Innenpfosten, der Nachschuss springt über die Kelle. Auf der Gegenseite zieht Fribourg nach einem perfekten Querpass direkt ab, doch der Zuger Goalie reagiert blitzschnell mit dem Schoner. Es ist ein offener Schlagabtausch, aber keiner mit klarer Dominanz. Beide Teams spielen mutig, beide riskieren etwas.

Im zweiten Drittel erhöht sich die Intensität nochmals. Checks krachen an die Bande, die Wechsel erfolgen im Sekundentakt. Fribourg bleibt seinem Plan treu: breit aufziehen, schnell verlagern, die Zuger Defensive in Bewegung bringen. Zug versucht vermehrt, über die Mitte zu kombinieren, sucht den direkten Weg vors Tor. Mehrmals steht ein Stürmer goldrichtig, doch im entscheidenden Moment fehlt die Ruhe. Ein Pass kommt einen Tick zu spät, ein Abschluss wird geblockt. Dann die Szene, die dem Abend eine neue Wendung gibt. Senteler setzt sich über rechts durch, drückt mit aller Entschlossenheit Richtung Tor. Vor dem Kasten entsteht ein Gedränge, Verteidiger und Stürmer verkeilen sich. Die Scheibe rutscht durch – Tor für Zug.

Doch unmittelbar danach bleibt Berra liegen. Der Freiburger Goalie wird im Tumult getroffen, ringt kurz nach Luft. Betreuer eilen aufs Eis, die Halle wird leiser. Berra versucht es nochmals, verschwindet dann aber in der Kabine. Im letzten Drittel steht sein Ersatz Loic Galley zwischen den Pfosten. Der Wechsel bringt Unruhe. Fribourg braucht ein paar Minuten, um sich neu zu sortieren. Zug wittert die Chance, drückt, schiebt die Scheibe tief, sucht den Verkehr vor dem Tor. Diaz verteilt die Pucks mit Geduld, Bengtsson blockiert die Sicht des neuen Keepers. Doch Fribourg zeigt Moral. Jeder Schuss wird geblockt, jeder freie Raum sofort geschlossen.

Die Schlussphase ist ein Nervenspiel. Fribourg erhöht das Risiko, setzt alles auf eine Karte. Die Scheibe läuft nochmals von der einen Seite zur anderen, die Zuger Defensive wirft sich in jeden Versuch. Zwei Minuten vor Schluss verlässt der Zuger Goalie das Eis zugunsten eines sechsten Feldspielers. Die Halle steht. Ein Abschluss zischt knapp am Pfosten vorbei, ein Abpraller springt gefährlich durch den Slot. Zug klärt mit letzter Kraft – doch die Scheibe landet nicht tief genug. Fribourg bleibt dran, gewinnt das nächste Duell an der Bande, behauptet den Puck in der neutralen Zone. Streule reagiert am schnellsten, übernimmt die Scheibe und zieht aus der eigenen Hälfte ab. Der Puck gleitet über das Eis, dreht sich leicht, verfolgt von zwei Zugern, die alles versuchen, um ihn noch vor der Linie zu erreichen. Doch die Scheibe rutscht ins leere Tor. Empty Net Goal.

Knapp zwei Minuten vor Schluss erhöht Streule auf 3:1 für den HC Fribourg-Gottéron. Die mitgereisten Freiburger Fans springen auf, reissen die Arme hoch, während in der OYM Hall ein kollektives Raunen durch die Reihen geht. Zug hat alles nach vorne geworfen – und wird eiskalt bestraft. Die letzten Sekunden laufen herunter, begleitet von vereinzelten «Zug!»-Rufen, die mehr Trotz als Hoffnung transportieren. Fribourg spielt die Uhr clever runter, hält die Scheibe sicher an der Bande, zwingt Zug zu weiten Wegen. Mit der Schlusssirene ist die Entscheidung besiegelt.

Ein intensiver Abend endet mit einem 3:1-Auswärtssieg für Fribourg – verdient, weil die Gäste über weite Strecken das Tempo diktieren, das Spiel breit anlegen und in den entscheidenden Momenten effizienter agieren. Zug zeigt Moral, kämpft bis zuletzt, doch das Empty Net Goal von Streule setzt den Schlusspunkt unter einen Abend, der lange offenbleibt – und erst in den letzten Minuten endgültig kippt.

 

 

   

EV Zug vs. Fribourg-Gottéron: 1:3 (0:1 | 1:0 | 0:2)

Schüsse aufs Tor: 25:35 (11:9 | 9:18 | 5:8)

Details zum Spiel: Game Center SIHF

Aufstellung: Teamroster

 

Eventdatum: 24.02.2026

Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch

Location: OYM Hall, Zug

Veranstalter: EV Zug

Zuschauerzahl: 7129

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Reto Turotti
Publiziert in Sport

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