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Der EVZ bäumt sich auf – Wingerli hält Zug im Playoff-Rennen

Der EVZ bäumt sich auf – Wingerli hält Zug im Playoff-Rennen Reto Turotti / szenemagazin.ch

Mit dem Rücken zur Wand zeigt der EV Zug sein emotionalstes Spiel der Serie. Vor ausverkaufter OYM Hall sorgt Doppeltorschütze Daniel Wingerli für den dringend benötigten Befreiungsschlag gegen den HC Davos. Zug verhindert das vorzeitige Saisonende – und plötzlich lebt der Playoff-Glaube wieder.

Die OYM Hall ist ausverkauft. Blau-weisse Fahnen, stehende Fans, pure Playoff-Emotionen. Der EV Zug steht mit dem Rücken zur Wand, die vorzeitigen Ferien drohen – doch die Zuger zeigen von der ersten Sekunde an ein völlig anderes Gesicht. Es ist ein Abend, an dem Entschlossenheit, Emotionen und Wille den Unterschied machen. Und ein Mann setzt den Ton: Daniel Wingerli. Gerade einmal 33 Sekunden sind gespielt, als die OYM Hall explodiert. Wingerli schnappt sich die Scheibe nach Vorarbeit von Senteler und bezwingt Davos-Keeper Aeschlimann früh zum 1:0. Ein Start nach Mass – und gleichzeitig ein klares Signal. Zug will noch nicht in die Ferien. Der EVZ bleibt dran. Aggressiv im Forechecking, bissig in den Zweikämpfen und kompromisslos vor dem Tor. Die Zuger spielen plötzlich mit jener Hartnäckigkeit im Slot, die in den ersten Partien gefehlt hat. In der 10. Minute belohnt sich das Heimteam erneut. Vor Aeschlimann herrscht Chaos, mehrere Davoser Verteidiger bringen den Puck nicht weg, Tomas Tatar reagiert am schnellsten und drückt die Scheibe über die Linie zum 2:0.

 

Die Stimmung in der OYM Hall ist elektrisierend

Die Fans treiben ihre Mannschaft weiter nach vorne. Davos wirkt überrumpelt, findet keinen Zugriff auf das Spiel. Nur wenige Minuten später setzt der EVZ nach: Gregory Hofmann reagiert nach einem Abpraller blitzschnell und hämmert den Puck in Baseball-Manier ins Netz. 3:0 – und die Zuger stehen Kopf. HCD-Trainer Josh Holden sieht sich früh gezwungen, sein Timeout zu nehmen. Doch auch danach bleibt der EVZ am Drücker. Wingerli hat kurz vor der Pause sogar den vierten Treffer auf dem Stock, scheitert jedoch am Pfosten. Trotzdem: Die Führung ist hochverdient. Zug spielt leidenschaftlich, effizient und defensiv stabil.

Doch Davos zeigt im Mitteldrittel eine Reaktion. Die Bündner übernehmen mehr Spielanteile, erhöhen den Druck und kommen in der 26. Minute zum Anschlusstreffer. Stransky steht nach einem Abpraller von Genoni goldrichtig und verkürzt auf 3:1. Plötzlich ist Davos wieder im Spiel.

Der HCD bleibt dran und nutzt wenig später ein Powerplay eiskalt. Frehner spielt ein starkes Zuspiel aus der Drehung auf Ryfors, der nur noch einschieben muss. 3:2 – und die Spannung ist zurück. Die Bündner drücken weiter, Asplund trifft sogar den Pfosten. Der EVZ rettet sich mit Mühe in die zweite Pause. Im Schlussdrittel bleibt die Partie intensiv. Davos startet druckvoll, doch das Zuger Boxplay hält stand. Genoni zeigt wichtige Paraden, während der EVZ versucht, wieder Kontrolle ins Spiel zu bringen. Dann folgt eine Szene, die dieses Spiel endgültig kippt. In der 47. Minute läuft das Zuger Powerplay. Bengtsson zieht von der blauen Linie ab, trifft dabei Senteler – der Puck prallt von dessen Rippen ab zu Davos-Verteidiger Fora und von dort ins Tor. Ein kurioser Treffer, aber ein enorm wichtiger. 4:2 für Zug – und die OYM Hall bebt erneut. Der Treffer wirkt wie ein Befreiungsschlag. Der EVZ gewinnt wieder Oberwasser, spielt selbstbewusster und drängt auf die Entscheidung. Wenig später zieht Bengtsson erneut ab, der Puck prallt von der Bande direkt vor die Kelle von Wingerli. Der Schwede reagiert eiskalt und erzielt seinen zweiten Treffer des Abends zum 5:2.

 

Jetzt ist die Vorentscheidung gefallen

Davos findet keine Antwort mehr. Die Zuger spielen das Spiel kontrolliert zu Ende, während die Fans bereits Minuten vor Schluss feiern. Emotionen, Erleichterung und neuer Glaube liegen in der Luft. Mit diesem Sieg verhindert der EV Zug den vorzeitigen Playoff-Abschied und meldet sich eindrucksvoll zurück. Nach dem 3:7-Fiasko in Davos zeigt das Team Charakter, Leidenschaft und Entschlossenheit. Wingerli wird zum Doppeltorschützen und zum Symbol eines Teams, das sich gegen das Aus stemmt.

Die grosse Frage bleibt: Kann der EVZ die Wende tatsächlich schaffen? In dieser Saison haben die Zuger bislang noch nie drei Spiele in Folge gewonnen. Doch nach diesem emotionalen Auftritt in der ausverkauften OYM Hall ist plötzlich wieder alles möglich. Die Serie lebt – und Zug glaubt wieder.

 

  

EV Zug vs. HC Davos: 5:2 (3:0 | 0:2 | 2:0)

Schüsse aufs Tor: 20:20 (14:5 | 3:9 | 3:6)

Details zum Spiel: Game Center SIHF

Aufstellung: Teamroster 

 

Eventdatum: 26.03.2026

Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch

Location: OYM Hall, Zug

Veranstalter: EV Zug

Zuschauerzahl: 7540

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Reto Turotti
Publiziert in Sport