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Letzte Begegnung mit dem EHC Olten vor dem Playoff

Letzte Begegnung mit dem EHC Olten vor dem Playoff Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Kann der EHC Kloten die zuletzt nur knapp gewonnenen Partien heute vergessen machen? Drei der letzten vier Begegnungen mit dem EHC Olten gingen an den EHC Kloten, die Hoffnung auf einen Sieg ist also da.

Das Spiel ist gerade mal sechs Sekunden alt und schon haben wir den ersten Spielunterbruch. Marc Marchon wird der Behinderung eines Olteners beschuldigt. Powerplay für den EHC Olten. Es besteht die Gefahr, dass der EHC Kloten wie schon öfters zuerst ein Gegentor erhält, bevor selbst für Torchancen gesorgt wird. Heute nicht, die Klotener sind voll bei der Sache und können das Boxplay ohne Schaden überstehen. Das Spiel ist schnell, Angriffsversuche auf beiden Seiten. Doch nur 74 Sekunden nachdem Marc Marchon wieder die Mannschaft vervollständigt, muss Matteo Nodari für einen Haken in die Kühlbox. Erneutes Powerplay für den EHC Olten, erneut können die Klotener gekonnt die Überzahlsituation abwehren. Es geht wieder Schlag auf Schlag und den Torhütern geht die Arbeit nicht aus. Der schnelle Spielfluss wird durch eine Behinderung von Jan Mosimann ausgebremst. Die Klotener erhalten ein erstes Powerplay. Sie setzen sich im Oltener Drittel fest und Steve Kellenberger kann von der blauen Linie her Andri Spiller lancieren, welcher mit einer Direktabnahme den Puck im Netz zappeln lässt. Eine sauber herausgespielte Kombination ermöglicht die Klotener 1:0-Führung. Das Spiel hat noch nicht an Tempo verloren und ergibt mehrere Chancen für beide Teams. Kloten ist erneut im Angriff, verliert jedoch den Puck. Niemand fühlt sich für den durchbrechenden Dion Knelsen verantwortlich, so dass dieser ohne grössere Probleme den Ausgleichstreffer erzielen kann. Mit dem 1:1 Unentschieden gehen die Teams ein erstes Mal in die Pause.

Marc Marchon kriegt, wenn ich es richtig gesehen habe, einen Stock ins Gesicht. Während der Fahrt Richtung Teambank tastet er kurz sein Gebiss ab, ob noch alle Zähne da sind. Dann realisiert er, dass er angespielt wird und komplett freisteht. Diese Chance packt er und zieht mit dem Puck in Richtung Simon Rytz, zieht ab und trifft. Der Jubel ist gross und er EHC Kloten geht erneut in Führung. In der 28. Minute bekommen sich Adam Hasani und Marc Marchon in die Wolle, nach einem Angriff auf das Oltener Tor. Sie tauschen ihre Unstimmigkeit miteinander aus, welche mit einer Zweiminutenstrafe für übertriebene Härte geahndet wird. Hasanis Helm über lebt die Keilerei nicht unbeschadet und bedarf der Reparatur. Während Hasani bereits auf der Strafbank sitzt, wird fieberhaft an seinem Helm hinter der Teambank gearbeitet. Die Schiedsrichter lassen das Spiel angehalten und warten auf die Reparatur. Aus den «noch 10 Sekunden» werden dann aber dennoch mehrere Minuten und Jeff Tomlinson beschwert sich bei m Headschiedsrichter: «This is against the rules». Es muss ein weiterer Oltener auf die Strafbank, nein, nicht wegen Spielverzögerung. Dies weil Hasani nach Ablauf der Strafe nicht spielbereit ist, da sein Helm noch auf der Spielerbank auf ihn wartet. Dass das vier gegen vier Spiel den Klotener liegt, ist nicht unbekannt und dies beweisen sie nur 36 Sekunden später. Robin Figren kann den sich im Angriff befindlichen Gegnern auf der eigenen blauen Linie den Puck entwenden und im Alleingang aufs Oltener Tor losstürmen. Eiskalt versenkt er den Puck selbst, obwohl inzwischen von der linken Seite herkommend Simon Kindschi für einen Abpraller bereit gewesen wäre. Der Frust bei den Gästen ist spürbar. Während Simon Lüthi in der 33. Minute eine Strafe für Behinderung erhält, lässt Jan Mosimann seinen Unmut an einen Klotener aus und rempelt diesen unsanft an. Der keine zwei Meter danebenstehende Schiedsrichter lässt seine Hand sofort nach oben schnellen und pfeift erneut. Dieser Austausch von Nettigkeit bringt Mosimann eine 10 minütige Strafe ein, für unsportliches Verhalten. Kurz kommen auf der Klotener Bank Fragen auf, warum können wir nicht mit doppelter Überzahl spielen? Da es eine reine 10 Minuten Strafe und nicht 2+10 Minuten ist, gibt es kein fünf gegen drei. Dies kümmert jedoch Robin Figren nicht, denn 43 Sekunden später kann er den Score auf 4:1 erhöhen. Nicht lange kann sich der EHC Kloten über dies freuen, denn kurz darauf heisst es Boxplay für die Klotener. Livio Langenegger nutzt dieses Powerplay, um den EHC Olten wieder ins Spiel zu bringen, denn es heisst nur noch 4:2. Die Unparteiischen sehen einen Crosscheck von Fabian Ganz und schicken ihn hierfür unter die Dusche. Der EHC Kloten muss nun während fünf Minuten in Unterzahl spielen. Sie spielen sehr geschickt und können immer wieder den Puck kontrollieren und Zeit verstreichen lassen. Doch dann, die Schiedsrichter pfeifen ein angebliches Beinstellen von Simon Kindschi. Ich habe hier eher eine gut gesprungene Schwalbe des Olteners gesehen. Das Schiedsrichterduo greift hier sehr hart durch und schwächt somit den EHC Kloten nochmals. Die Klotener können 78 Sekunden lang den Puck vom eigenen Tor fernhalten, doch 12 Sekunden vor Drittelsende kann Livio Langenegger erneut punkten und schiesst den Anschlusstreffer. Solch eine Situation kommt uns bekannt vor und wir hoffen, dass es nicht wieder zum erneuten Verlust von Punkten kommt.

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Zu Beginn des dritten Drittels überstehen die Klotener das Unterzahlspiel unbeschadet. Das Spiel ist immer noch sehr schnell und beide Teams schenken sich nichts. Die Schiedsrichter scheinen den Flow nicht unterbrechen zu wollen und so werden im letzten Drittel keine Strafen mehr ausgesprochen. Nochmals wirklich spannend wird es, als Simon Ritz bei 58:14 seinen Kasten verlässt und einem weiteren Spieler seinen Platz überlässt. Die Oltener riskieren alles und versuchen krampfhaft den Ausgleich zu erzielen. Zu guter Letzt kann aber Eric Faille den Puck unter Kontrolle bringen und spielt diesen Martin Ness zu. Dieser muss dann nur noch auf das leerstehende Tor schiessen und besiegelt den Sieg des EHC Klotens. Oder? Das Spiel gegen den SC Langenthal wurde auch innert 87 Sekunden gewendet. Heute Abend sind es noch 69 verbleibende Sekunden auf der Spieluhr, als Rytz sich wieder zwischen seinen beiden Pfosten platziert. Gekonnt bringen die Klotener die Zeit über die Runden und können sich einen wichtigen Erfolg sichern. Der Sieg an sich ist nicht viel Wert in Sachen Tabellenänderung, aber mental kann er enorm wertvoll sein. So können die Klotener gestärkt Richtung Playoff sehen, mit dem Wissen, dass sie vier von fünf Spielen gegen den möglichen Finalgegner für sich entscheiden konnten. Jetzt sind noch zwei weitere Spiele in der Regular Season auf dem Plan. Am Donnerstag zu Hause gegen den HC Thurgau und am Samstag auswärts gegen den HC Sierre.

 

 

EHC Kloten vs. EHC Olten 5:3 (1:1 | 3:2 | 1:0)

Schüsse aufs Tor: 33:27 (8:12 | 13:10 | 12:5)

 

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF 

Aufstellung: TeamRoaster

 

Eventdatum: 01.03.2022

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  stimo arena, Kloten

Veranstalter: EHC Kloten

Zuschauerzahl:  5069

 

Publiziert in Sport

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