Verbissen gekämpft und trotzdem verloren
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Der EHC Kloten trifft im letzten Heimspiel vor den Playoffs auf den viertplatzierten HC Thurgau, welcher ein paar Fans mitgebracht hat.
Eigentlich geht es im heutigen Spiel nicht mehr wirklich um etwas. Der EHC Kloten hat sich die Tabellenführung schon länger gesichert und weiss, dass man damit ins Playoff gehen wird. Valentin Claireaux steht heute zum ersten Mal in den Farben des EHC Klotens auf dem Eis. Bis Saisonende unterstützt er das Unterfangen «Aufstieg» in die Nationalleague. Das Spiel beginnt und schon nach 54 Sekunden hebt sich der Arm des Schiedsrichters ein erstes Mal. Er will ein Beinstellen von Matteo Nodari gesehen haben. Das Klotener Boxplay hält 66 Sekunden lang. Danach liegt der Puck im Netz hinter Sandro Zurkirchen. William Pelletier hat die Lücke gefunden und den Führungstreffer erzielt. Böse Zungen würden jetzt behaupten, der EHC Kloten brauche wieder Mal zuerst einen Tritt in den Allerwertesten, um in Schwung zu kommen. Ich selbst würde hier sagen: ein etwas unglückliches Boxplay und die Situation davor, die zum Unterzahlspiel geführt hat. Der EHC ist von Spielbeginn an eigentlich aktiv und drängt nach vorne, doch der Puck will einfach noch nicht rein. Der Topscorer der Gäste, Jonathan Ang, sorgt in der siebten Minute für das erste Powerplay der Klotener. Sie wandeln diese nicht ganz so schnell in ein Tor um wie die Thurgauer zuvor. 21 Sekunden länger braucht Dario Meyer, um den Puck auf Pass von Andri Spiller und Steve Kellenberger im Thurgauer Tornetz zu versenken. Kurz vor Drittelsende erhält der EHC Kloten ein weiteres Powerplay, durch Hohen Stock von Misha Moor. Leider kämpft der EHC gegen Luis Janett, welcher heute eine sehr gute Leistung zeigt.
Retour aus der Kabine kann der EHC Kloten die restlich verbleibenden Sekunden des Powerplays nicht mehr nutzen. Das Spiel verläuft sehr schnell und geht immer wieder in beide Richtungen. Gefühlt stehen jedoch die Klotener mehr im Thurgauer Drittel. Robin Figren kurvt hinter dem Tor durch und versucht ein „Buebetrickli“ der speziellen Art. Er lädt den Puck auf seine Stockschaufel und möchte den Puck über den Torhüter hinwegtragen, um in hinter ihm ins Tor fallen zu lassen. Leider ist Luis Janett zu schnell im Verschieben und kann diesen kessen Versuch vereiteln. Die Spieler des EHC Klotens sind beinahe am Verzweifeln, denn immer wieder scheitern sie an der Mauer Janett. Ok, wenn man immer direkt auf den Torhüter schiesst, dann kann der Puck auch nicht reingehen. Dennoch versucht es der Gastgeber vermehrt, jedoch immer erfolglos. Die erste Linie der Thurgauer bereitet dem EHC etwas Kopfschmerzen. Nicht nur, dass sie in der 26. Minute den erneuten Führungstreffer erzielt, sondern auch für alle restlichen Tore verantwortlich ist. Zwei weitere Klotenstrafen und Thurgaupowerplays später steht es in der 39. Minute bereits 1:4. Was ist nur los mit dem EHC Kloten? Sind sie bereits im Relax Modus angekommen, um sich für die Playoffs vorzubereiten? Nein, es ist jedes Mal die Endstation Louis Janett, welcher weitere Tore der Klotener vereitelt. Erneut wird das Powerplay des EHC durch die Pause unterbrochen.
Start ins dritte Drittel und der EHC Kloten geht gleich wieder in den Angriff. Wieder steht Janett zwischen den Klotenern und dem nächsten Treffer. Der aufs Eis zurückkehrende Kevin Kühni kann jedoch die Passkombi von Figren zu Seiler und zum Torschützen Matteo Nodari nicht mehr verhindern. Dominik Binias und Fabio Hollenstein ermöglichen mit ihren Strafen nochmals, das Powerplay des Gegners zu verbessern. Dabei bleibt es jedoch: beim Versuch des Verbesserns. In den letzten Spielminuten werden Robin Figren und Dario Meyer zu Fall gebracht, beides bleibt aber ungeahndet von den Schiedsrichtern. Der Fall von Figren ist fraglich, ob da nicht sogar ein Penalty hergemusst hätte. Dafür darf Steve Kellenberger in der 58. Minute für einen Haken auf die Strafbank. Der Gastgeber übersteht die Strafe schadlos und nimmt sogar noch 4 Sekunden vor deren Ablauf den Torhüter vom Eis. Leider führt das Bully nicht zum gewünschten Torerfolg sondern dazu, dass Ian Derungs den Puck zum Empty Neter und Schlussresultat von 2:5 einschiebt.
Das Problem des EHC Kloten einmal mehr, dass sie immer wieder versuchen, den Puck wortwörtlich in das Tor tragen zu wollen beziehungsweise einfach zu gerade auf den Torhüter schiessen. Sandro Zurkirchen hatte vielleicht auch nicht den besten Tag heute. Der einte oder andere Schuss war nicht unbedingt ein 100-prozentiges Tor, sondern haltbar. Jeff Tomlinson hat da noch einiges an Arbeit, um sein Team zu sortieren und playoffbereit zu machen. Das Fehlen von Marchon und Faille darf nicht zu solch einer ungenügenden Leistung führen. Am Samstag reist der EHC Kloten zum letzten Spiel vor den Playoffs nach Sierre. Hoffen wir mal, dass wir dort sehen, dass die Weichen auf Playoff gestellt sind.
EHC Kloten vs. HC Thurgau 2:5 (1:1 | 0:3 | 1:1)
Schüsse aufs Tor: 24:12 (9:4 | 9:6 | 6:2)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 03.03.2022
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: stimo arena, Kloten
Veranstalter: EHC Kloten
Zuschauerzahl: 3478
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/755-verbissen-gekaempft-und-trotzdem-verloren#sigProIdb265a1fc27
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