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Das Duell der weiss-blauen Wappenstädte am See geht an die ZSC Lions

Das Duell der weiss-blauen Wappenstädte am See geht an die ZSC Lions Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Allen Unkenrufen zum Trotz gewinnen die ZSC Lions auch die zweite Partie in dieser Finalserie. Die Zuger in vermeintlicher Topform müssen sich erneut gegen die Zürcher in der regulären Spielzeit geschlagen geben.  

Wenig überraschend ist das Hallenstadion wieder ausverkauft. Und scheinbar lag noch irgendwo im Lager eine brandneue Scheibe, die hinter dem gegnerischen Tor ersetzt wurde. Dort positioniert sich heute ein zusätzlicher Kameramann mit besten Sichtverhältnissen. Ich selbst sichere mir eine der wenigen Fotomöglichkeiten, wo man mit 1.61m noch eine kratzfreie Stelle findet und ich nicht auf Zehenspitzen stehen muss.  

Nach der im Final üblichen Nationalhymne beginnt die zweite Partie der Serie. Noch keine Minute ist gespielt und schon darf der ZSC in Überzahl agieren. Marco Müller muss wegen Haltens auf die Strafbank. Wirkliche Chancen ergeben sich aber erst nach Ablauf der 2 Minuten. Beide Mannschaften tauchen vor den jeweils gegnerischen Toren auf, schaffen es aber nicht an Leonardo Genoni oder Jakub Kovar vorbei. Es ist ein schnelles, druckvolles Spiel. Gut, dass die Tenues keine Fussball-Leibchen sind, zwischendurch wurde schon recht heftig daran rumgerissen. Auch wenn das Energielevel hoch ist, so wirklich spannend ist es als Zuschauer trotzdem nicht.

Die Zuger scheinen in der Pause ihre Protein-Riegel in einen Energydrink getunkt zu haben. Sie setzen sich vor Kovars Kasten fest, als wären sie im Powerplay. In der 23. Minute fällt denn auch der erste Treffer für die Gäste, als Yannick Zehnder den Puck rechts an Kovar vorbeischiebt. Es haut ihn dann zwar von den Kufen, aber er verwandelt das in eine Triumpf-Schwalbe in Richtung Fankurve. Bei den Zugern wird die zweite Phase im Dampfkessel gezündet und machen weiter Druck. Eine Möglichkeit nach der anderen, doch Jakub Kovar rettet den Lions auch in dieser Partie den Allerwertesten. Es scheint, als wären die Gastgeber im Schockzustand für mehrere Minuten. Erst als Claudio Cadonaus Ellbogen in Aeschlimanns Gesicht landet und dieser wegen Behinderung für 2 Minuten vom Eis muss, scheinen die Lions wachgerüttelt. Sie nutzen die Überzahlsituation zu ihren Gunsten und Sven Andrighetto gleicht nach Pass von Malgin und Noreau zum 1:1 aus. Kaum ausgeglichen, kassiert Reto Schäppi wegen Hakens 2 Minuten – die einzige Strafe für die Lions im ganzen Spiel. Beide Mannschaften kurven wieder von einer Seite zur anderen, bis das Torhorn für zwei Sekunden ertönt. Nein, das war nicht der Führungstreffer für die Lions – dafür hatten sich wohl zu viele Spieler auf Genoni geworfen, als dass der hinter die Linie gekullerte Puck als Treffer gelten würde. Somit steht es weiterhin 1:1.

 

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Die Hälfte des dritten Drittels erlaufen sich beide Seiten Chancen, aber es hapert am Abschluss. In der 52. Minute wird Denis Hollenstein – vermeintlich? – zu Fall gebracht. Denn die Schiedsrichter schicken nicht nur Gregory Hofmann wegen Hakens auf die Bank. Sie fanden, Hollensteins Flug ähnelt einer Schwalbe, weshalb er für diese Nummer ebenfalls 2 Minuten vom Eis muss. Ein Zürcher prescht los, hat aber vor dem gegnerischen Kasten keine Anspielperson. Blöd gelaufen. Die Uhr zeigt noch 03:03 im 3. Drittel an, als Denis Malgin die Scheibe zum Führungstreffer in Genonis Maschen zaubert. In den letzten zwei Spielminuten quittiert selbiger den Dienst und überlässt seinen Platz einem sechsten Feldspieler.

Unglaublich, aber da wird der Zürcher Topscorer doch tatsächlich noch vor dem leeren Tor gestört. Die Emotionen kochen in der letzten Spielminute mal kurz über, Kovar knallt auf den Hosenboden und verhindert den Ausgleich. Im Video wird kontrolliert, ob die verbleibende Zeit stimmt. Sie wird dann korrigiert von 59:25 auf 59:23. Genoni bleibt dem Eis weiterhin fern. 20 Sekunden vor Spielende verliert Jan Kovar die Scheibe, Simon Bodenmann übernimmt und schiebt ins leere Tor ein. Doch zu früh gejubelt. Eine Coaches Challenge ein paar Sekunden vor Schluss? Wenn man hofft, dadurch den Ausgleich und eine Verlängerung rauszuschlagen, ist das ein Versuch wert. Offside oder nicht? Die Linesmen schauen sich das Video an. Und tatsächlich: kein Tor. Tangnes schlägt damit zwar nochmal 25 Sekunden für den EVZ raus. Dennoch wird kein Ausgleich mehr erzielt und die ZSC Lions gewinnen im ausverkauften Hallenstadion mit 2:1, ihr achter Sieg in Folge.

Die nächste Partie findet erst am Samstag, 23. April 2022 in Zug statt – Spiel 3. Marschiert der ZSC weiterhin durch oder kann der EVZ die nächste Begegnung im heimischen Stadion für sich entscheiden?

 

 

 

 

ZSC Lions vs. EV Zug 2:1 (0:0 | 1:1 | 1:0)

Schüsse aufs Tor: 29:35 (9:12 | 0:16 | 11:7)
 

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF

Aufstellung: TeamRoaster

 

Eventdatum: 20.04.2022

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  Hallenstadion, Zürich

Veranstalter: ZSC Lions

Zuschauerzahl: 11'200

 

Publiziert in Sport

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