Der Aufsteiger gegen den Meister
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Nachdem der EHC Kloten gestern gegen den HC Lugano gewinnen konnte, steht heute Abend der EV Zug als Gegner auf dem heimischen Eis. Gewisse Fehlentscheidungen von den Unparteiischen machen den Klotenern das Leben schwer.
Der EV Zug gewinnt das Anspiel, doch die Gastgeber können sich den Puck erobern und befinden sich die ersten 30 Sekunden in der Hälfte des Gegners. Nach zwei Minuten Spielzeit gibt es die erste gute Chance auf den Führungstreffer. Michael Loosli versucht den Puck einzuschieben, doch es will nicht klappen, noch nicht. Leonardo Genoni lässt sich so früh im Spiel noch nicht bezwingen. Jetzt ist der EV Zug an der Reihe und die Spieler in Weiss/Blau können mehrere Schüsse in Richtung Sandro Zurkirchen abfeuern. Aber auch er hat etwas dagegen, dass es auf dem Scoreboard die ersten Punkte gibt. Auch die Klotener Verteidigung weiss sich gut zu wehren. Zweikämpfe an der Bande gehen meistens zu Gunsten der Gastgeber aus, doch leider können die Zuger danach oft den Puck wieder entwenden. Es hapert dann doch an der Puck-Kontrolle. Ein weiterer Angriff von Zug wird durch Alexei Dostoinov jäh unterbrochen. Er passt von hinter der blauen Linie zu Jonathan Ang nach vorne und dieser zieht im Penaltystyle auf Genoni los. Sein Schuss findet den Weg am Keeper vorbei ins Netz. In der 15. Minute hat Patrick Obrist den Führungsausbau auf dem Stock, doch er bekommt den Puck nicht an Leonardo Genoni vorbei. Ein Getümmel vor dem Zuger Tor entwickelt sich zu einer mittleren Chance für Eric Faille. Carl Klingberg ist der erste, der die Strafreige eröffnet, für sein Halten muss er zwei Minuten raus. Die ersten 54 Sekunden des Powerplays kann der EHC Kloten gut kontrollieren. Es gibt einen satten Schuss in Richtung Tor, dieser geht aber darüber hinaus und hinten ins Spielrandnetz. Dieser Unterbruch bringt die Klotener irgendwie durcheinander und sie schaffen es nicht mehr, wirklich gefährlich zu werden. Somit gehen die Spieler mit der 1:0-Führung des EHC Klotens in die Pause.
Kaum ist der Puck wieder im Spiel, wird er durch die Zuger Offensive ins Klotener Drittel befördert. Dort wird er gut kontrolliert, bis sich die Szene aus dem ersten Drittel wiederholt: Kloten kann den Puck abfangen und Eric Faille stürmt zielstrebig aufs Zuger Tor los. In Extremis kann Genoni den Puck abwehren. Auch das Nachstochern von Axel Simic bringt den Puck nicht über die Torlinie. Im Gegenteil, der EV Zug kann einen weiteren Angriff starten und Yannick Zehnder erzielt den Ausgleichstreffer in der 22. Minute. Im Anschluss wird ein Klotener Spieler etwas gar heftig an die Bande geknallt, die Schiedsrichter wollen hier kein Foul gesehen haben. Danach liefern sich Alexei Dostoinov und Brian O’Neill ein Rennen, welches damit endet, dass beide schliddernd in die Bande neben dem Zuger Tor prallen. Hier wird dann der Arm vom Unparteiischen aber sofort in die Luft gehalten, weil er ein Beinstellen gesehen haben will. Alexei muss für zwei Minuten auf die Strafbank. Die Verteidigung weiss aber das Boxplay gut umzusetzen und lässt kein weiteres Tor zu. Es geht weiter mit den Strafen, Jonathan Ang wird des Hakens bezichtigt. Jeff Tomlinson ist in Rage und reklamiert von der Bank aus. Der Schiedsrichter fährt zu ihm, um die Situation zu klären. Der Kloten-Coach gibt sich aber nicht zufrieden und reklamiert weiter. Zwei weitere Male wendet sich Stefan Hürlimann zu Tomlinson, um ihm klarzumachen, dass er ruhig sein soll. Jeffs letzte Worte sind dann «Good Job» und ein Daumen hoch. Ein weiteres Powerplay für den EV Zug, das Carl Klingberg mit dem 1:2 verdankt. Aber wir sind noch nicht fertig. Es geht Schlag auf Schlag, Dostoinov hat wieder mal sehr gute Kontrolle über das Spiel und umkurvt das Zuger Tor. Ein Pass auf Marc Marchon bringt eine gute Tormöglichkeit ein, aber erneut scheitert er an Genoni. Eric Faille kann den EV Zug nur noch mit der Notbremse stoppen und kassiert hierfür eine Penaltystrafe. Sandro Zurkirchen wird ein weiteres Mal auf eine harte Probe gestellt. Sven Senteler nimmt gemütlich Anlauf, kurvt übers Eis und scheitert am aus dem Tor fahrenden Klotener Keeper. Auf Zuger Seite hat dann Peter Cehlarik erneut eine Riesenchance, die Führung auszubauen, aber Zurkirchen zeigt ein Big Save. Dafür wird er kurz darauf eines Beinstellens beschuldigt, weil er mit seinem Stock den Puck weghauen will und dann den Zuger Spieler am Schienbein trifft. Erneut brilliert er während dieses Boxplays. Auch die Verteidigung zeigt gute Engagement und verhindert Schlimmeres. Es gibt Tormöglichkeiten auf beiden Seiten, aber die beiden Keeper zeigen heute Abend wahrlich eine sensationelle Leistung. So bleibt es dann beim 1:2 als Pausenresultat.
«Good Job» - Jeff Tomlinson
Der unangenehme Nebengeschmack des nicht gleichwertend Fouls mit Strafen zu ahnden ist noch nicht weg, da kommt es bereits zur nächsten. Andri Spiller muss wegen eines Beinstellens in die Kühlbox. Damit er nicht so ganz allein dort sitzen muss, schicken die Unparteiischen Simon Kindschi 70 Sekunden später auch noch raus. Diese doppelte Überzahl kann dann die Klotener Verteidigung nicht mehr abwehren und es folgt das 1:3 durch Christian Djoos. Jetzt ist der EHC Kloten gebrochen, denn nach 150 Sekunden leuchtet die Torlampe hinter Zurkirchen erneut auf. Dieses Goal kann sich Fabrice Herzog gutschreiben lassen. Beinahe nach dem Motto: Wer hat noch nicht, wer will nochmals wird Matteo Nodari mit zwei Minuten für Hohen Stock belegt. Die Zuger können nur gerade 9 Sekunden in Überzahl agieren, da muss Peter Cehlarik ebenfalls auf die Strafbank. Wird es nochmals spannend, kann der EHC Kloten den Anschlusstreffer erzielen? Nein, Niklas Hansson braucht nur 21 Sekunden, um den Puck ins Klotener Tornetz zu befördern bei vier gegen vier. Ein letztes Mal kann sich die Verteidigungslinie der Gastgeber beweisen, als das Beinstellen von Arttu Ruotsalainen für das letzte Zuger Powerplay sorgt. Der EHC hat noch nicht aufgegeben und etwas mehr als eine Minute vor Spielende haben sie nochmals eine grosse Chance auf ein weiteres Tor, aber Genoni steht wie eine Eins.
Der EHC Kloten verliert das Spiel gegen den Meister aus Zug mit 1:5. Das Resultat darf aber nicht zu stark gewertet werden, denn am heutigen Abend hat der EHC Kloten eigentlich eine sehr solide Leistung gezeigt. Positiv ist mir vor allem die vierte Linie aufgefallen. Die Mannschaft hat definitiv noch viel Potential nach oben, braucht halt vielleicht noch eine Weile, bis sie sich wirklich eingespielt hat. Von meiner Seite her gibt es mehrheitlich nur Lob in Richtung Klotener Spielerbank. Besonders die Verteidigung hat mehrfach gezeigt, dass sie nicht zu unterschätzen ist. Der EV Zug bestreitet Morgen sein drittes Spiel innert drei Tagen und empfängt zu Hause den HC Ambri-Piotta zum Gotthard-Derby. Der EHC Kloten hat nun bis am nächsten Freitag Zeit, in Trainings sein Spiel noch weiter zu verbessern. Dann heisst auch für den EHC Kloten der Gegner HC Ambri-Piotta.
EHC Kloten vs. EV Zug 1:5 (1:0 | 0:2 | 0:3)
Schüsse aufs Tor: 19:41 (4:11 | 7:19 | 8:11)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 01.10.2022
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: stimo arena, Kloten
Veranstalter: EHC Kloten
Zuschauerzahl: 5832
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/912-der-aufsteiger-gegen-den-meister#sigProId2225ab852d
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Marcel Kaul
Das Neueste von Marcel Kaul
- Swiss Bowl 2026: Bern Grizzlies bezwingen Calanda Broncos im Basler Rankhof
- Halbfinalbegegnung zwischen den Broncos und den Warriors
- CEFL-Final: Broncos krönen sich in Thonon zum Champion – 7:21 gegen die Black Panthers
- Letztes Spiel in der Regular Season für die Calanda Broncos
- Sonniges Spektakel am Deutweg: Warriors fordern den Rekordmeister heraus
Schreibe einen Kommentar
Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.