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88 Jahre EHC Kloten

88 Jahre EHC Kloten Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Der EHC Kloten feiert heute sein 88-jähriges Bestehen. Als Gegner für dieses Spiel tritt der HC Davos an. Ob sie die Heimsiegesserie wieder starten können?

Es ist kein normaler Spielsamstag. Schon bei der Ankunft im Stadion merkt man, dass etwas im Busch ist. Das Stadion ist mit Ballonen und vereinzelten Girlanden geschmückt. Über dem Eingang thront ein Banner, das uns mitteilt, dass es eine Choreo geben wird und wir doch schon um 19:30 Uhr am Platz sein sollen. Um 19:35 Uhr nehme ich dann auf der Strafbank Platz und mache meine Schuhe tauglich für frisch geputztes Eis. Ich stelle mich auf den Anspielpunkt und drehe meine Runden. Es gibt mehrere Panoramaaufnahmen und Videos. Dann geht es los, alle halten die grossen Papierblätter in die Luft und das Stadion verwandelt sich in einen blau-weiss-roten Ring. Das erzeugt dann mal kurz Gänsehaut. So wie damals, als das Stadion nach der Coronapause zum ersten Mal wieder voller Fans war.

 

Bild: Marcel Kaul (szeneemagazin.ch)

 

Das Spiel startet und der Puck liegt auf dem Eis. Es beginnt eigentlich vielversprechend. Der EHC Kloten kann die Scheibe kontrollieren und begibt sich auch ins gegnerische Drittel. Doch genau dort kann ihn Michael Fora den Klotenern entwenden und stürmt im Alleingang auf Sandro Zurkirchen los: Schuss und Tor. Nach nur 108 Sekunden steht bei den Davosern bereits die eins auf dem Torzähler. Nun ja, wir tun dies mal als den bekannten Tritt in den Hintern, um wach zu werden ab. Aber bei diesem bleibt es leider nicht. Nur gerade mal 23 Sekunden später zappelt die Scheibe schon wieder im Netz hinter Zurkirchen. Matej Stransky feiert seinen 13. Torerfolg in dieser Saison. Dieser erfolgte auf Pass von Dennis Rasmussen. Der Schock sitzt tief und die ersten Fans müssen hierauf ein Bier holen gehen. Mit meinem Diktiergerät nehme ich eine erste Endresultatschätzung auf, mein Tipp lautet 1:6 oder vielleicht 2:6. Michael Loosli wird nach etwas mehr als 10 Minuten Spielzeit mit einem Beinstellen unsanft von den Kufen geholt. Die Unparteiischen haben oder wollen es nicht gesehen haben. In der 12. Minute wird gegen Raphael Prassl die erste Strafe ausgesprochen. Dieses erste Powerplay für den EHC Kloten endet ohne Anpassung des Resultates. Dafür sehr ernüchternd, in der 17. Minute bereits das 0:3 für die Gäste. Enzo Corvi kann auf Zuspiel von Joakim Nordström in die leere Ecke versenken. Das Drittel dauert noch sechs Sekunden, da hebt sich die Hand der Schiedsrichter und der Torschütze Corvi wird für Behinderung raus geschickt. Das Startdrittel haken wir mal ganz schnell ab. Während ich meine ersten Bilder bearbeite, unterhalten sich rechts und links von mir die Scouts miteinander. Es haben sich ganze 27 Scouts aus der NHL angemeldet. So ziemlich jede Mannschaft hat einen nach Kloten entsandt. So auch z. B. die Penguins, Canadiens, Maple Leafs, Canucks, Knights, um nur ein paar aufzuzählen. Die Liste ist lang und alle sind vermutlich nur wegen einem Mann hier, unserer 64 David Reinbacher. Ob die vielen Scouts die Klotener nervös gemacht haben? Auf jeden Fall haben sie noch Hoffnung, dass Kloten das Spiel noch wenden kann. Einer meinte, auch wenn sie verlieren, heisst das ja nicht, dass die Spieler schlecht spielen, die anderen seien einfach eine Spur besser.

Wir beginnen den Mittelabschnitt mit einem Überzahlspiel. Enzo Corvi sitzt noch für 114 Sekunden auf der Strafbank. Jedoch vermag sich der EHC Kloten nicht aufzurappeln und das Powerplay auszunutzen. Irgendwie stehen sie gerade komplett neben den Schuhen. Pässe kommen nicht an, sie spielen Fehlpässe, lassen die Scheibe liegen und noch viel schlimmer, sie verlieren die Scheibe im eigenen Drittel. Dort kann dann Marc Wieser auf Pass von Knak und Prassl die Scheibe in der 24. Minute versenken. Die Strafe gegen Martin Ness wegen Halten macht die Sachlage nicht einfacher. Immerhin können die Gastgeber während über einer Minute erfolgreich abwehren. Aber nach 81 Sekunden im Powerplay findet Matej Stransky die Lücke und die Tor-Lampe leuchtet auf. Eigentlich könnte man meinen, bei einem 0:5 gibt die unterlegene Mannschaft auf. Nicht so der EHC Kloten, er kämpft weiter und lässt sich nicht so einfach unterkriegen. Das denkt sich auf Jonathan Ang und zieht los und erzielt im Alleingang den Ehrentreffer. In der aktuellen Saison kann er bereits 12 Tore verbuchen. Nur kurz danach steht der EHC Kloten wieder im Drittel der Davoser. Miro Aaltonen feuert einen satten Schuss auf Sandro Aeschlimann. Dieser muss einen Abpraller zulassen. Der vor dem Tor stehende Arttu Ruotsalainen erbt diesen und schiebt ihn direkt über die Torlinie. Die Freude ist gross, denn es ist nur noch 2:5. Diese Freude wird getrübt von der Coaches Challenge der Davoser. Die Linienrichter gehen sich das Video ankucken und stellen fest: ja, es ist ein Offside. Das Tor wird aberkannt. Gefühlt hat jetzt der HCD zwei Gänge in den Verwaltungsmodus runtergeschaltet. Sie haben nicht mehr die dringende Notwendigkeit, weitere Tore zu erzielen. Die Spielphase geht mit weiteren, wieder besseren Spielzügen der Klotener zu Ende. Jedoch ist das Resultat noch alles andere als geburtstagswürdig.

 

Bild: Marcel Kaul (szeneemagazin.ch)

 

Auch wenn das Spiel vermutlich nicht mehr gewinnbar ist, kämpft der EHC Kloten unablässig weiter. Die Pässe kommen wieder eher an. Michael Loosli und Marc Wieser geraten während eines Meinungsaustausches aneinander und es artet in einen Kampf aus. Da Loosli die Überhand hatte, wird er wegen übertriebener Härte in die Kühlbox geschickt. Das Boxplay des EHC Klotens sieht nicht schlecht aus. Aaltonen kann mit dem ergatterten Puck ausbrechen und stürmt zusammen mit Ang aufs gegnerische Tor. Miro gibt den Pass zu Jonathan rüber, doch dieser ist dann einen Meter zu wenig weit vorne, sonst wäre dies das 2:5 gewesen. Die Gastgeber erhalten noch zwei Powerplay-Möglichkeiten, doch am Schlussresultat soll sich nichts mehr ändern. Die zweite Überzahlsituation nimmt sich dann Kloten selbst wieder weg. Jonathan Ang hat scheinbar etwas gemacht oder gesagt, was die Schiedsrichter mit einem unsportlichen Verhalten bestrafen. Das Spiel geht mit dem 1:5 zu Ende. Meine Schätzung ist nicht ganz daneben, leider. Die Stehplatzfans feiern dennoch ihren EHC Kloten und singen noch eine ganze Weile, während sich das Stadion wieder leert.

Als nächstes stehen zwei Auswärtsspiele an, am Sonntag gegen die Rapperswil-Jona Lakers und am darauf folgenden Freitag gegen die ZSC Lions. Das nächste Heimspiel ist am nächsten Samstag, schon wieder gegen Genève-Servette HC, von welchem wir ausnahmsweise nicht berichten werden. Wir sind dann aber am 20.12. wieder dabei, wenn die Gäste aus dem Jura, der HC Ajoie, eintreffen.

 

 

EHC Kloten vs. HC Davos: 1:5 ( 0:3 | 1:2 | 0:0)

Schüsse aufs Tor: 35:34  (14:11 | 12:10 | 9:13)

 

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF 

Aufstellung: TeamRoaster

 

Eventdatum: 03.12.2022

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  stimo arena, Kloten

Veranstalter: EHC Kloten

Zuschauerzahl:  7268

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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