Powershow - Chris Brown bringt das Hallenstadion zum Beben
Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Am Sonntagabend tritt der umstrittene Künstler Chris Brown im ausverkauften Hallenstadion in Zürich auf. Obwohl in seine Vergangenheit und zahlreiche Kontroversen begleiten, begeistert Chris Brown seine Fans wie kein anderer.
Um 19:00 Uhr stehen hunderte von Fans vor dem Hallenstadion Schlange, um die besten Plätze für das Konzert zu ergattern. Einige sind seit 6 Uhr morgens schon hier. Die Vorfreude ist spürbar und das Energielevel im Stadion ist hoch. Der DJ heizt dem Publikum bereits kräftig ein. Um 19:15 Uhr betritt die südafrikanische Künstlerin Tyla die Bühne und stimmt mit ihrer Musik und ihren ausgefallenen Outfits das Publikum ein. Sie bringt das Stadion bereits erstmals zum Kreischen mit der Frage: «Are you excited to see Chris?»
Doch erst als Chris Brown um Punkt 20:15 Uhr die Bühne betritt, bricht im Hallenstadion extremer Jubel aus. Der US-amerikanische Künstler trägt einen roten Tracksuit und fliegt regelrecht auf die Bühne, um mit seinem Song Indigo die Under the Influence-Tour zu eröffnen. Mit seinen spektakulären Tanzschritten und seinen Tänzern in roboterartigen Kostümen sorgt er für eine energiegeladene Atmosphäre und begeistert das Publikum. Es ist ein wahrer Augenschmaus, da seine Show nicht nur musikalisch, sondern auch visuell sehr ansprechend ist. Die Kostüme und die Bühnenbilder sind kunstvoll gestaltet und sorgen für eine beeindruckende Atmosphäre. Chris Brown bringt nicht nur energiegeladene Choreografien, sondern auch eine nostalgische Note in seine Performance. Von Partyhits wie Yeah bis hin zu emotionalen Liedern wie Don't Judge Me präsentiert er ein Repertoire an Songs, die seine Karriere seit 2005 widerspiegeln. Das Bühnenbild mit der Jukebox ist ein besonderer Hingucker und wechselt passend zur jeweiligen Zeitperiode, während die entsprechenden Hits gespielt werden. Die Show vereint verschiedene Stile von Hip-Hop über Pop bis hin zu RnB zu einem faszinierenden Mix.
Chris Brown wurde am 5. Mai 1989 in Tappahannock, Virginia, USA, geboren. Er wuchs in einer Kleinstadt auf und begann schon früh mit dem Singen und Tanzen. Seine Eltern erkannten sein Talent und ermutigten ihn, an Talentwettbewerben und Gesangswettbewerben teilzunehmen. Im Jahr 2004 wurde Chris Brown von einem lokalen Musikproduzenten entdeckt und erhielt einen Plattenvertrag bei Jive Records. Sein selbstbetiteltes Debütalbum «Chris Brown» wurde 2005 veröffentlicht und enthielt Hits wie Run It! und Yo (Excuse Me Miss). Der Stil des Albums war eine Mischung aus Pop, R&B und Hip-Hop und brachte Chris Brown mit seiner einzigartigen Stimme den Durchbruch in der Musikindustrie.
Trotz seines enormen Talents und seiner weltweiten Bekanntheit bleibt Chris Brown ein umstrittener Künstler. Seine Kontroversen und Probleme in der Öffentlichkeit sind nicht zu übersehen - angefangen bei der körperlichen Misshandlung seiner damaligen Freundin Rihanna im Jahr 2009 bis hin zu Drogen- und juristischen Problemen. Diese Faktoren haben sein Image stark beeinträchtigt und werfen Fragen bezüglich seiner Persönlichkeit und Verhaltensweisen auf. Einige seiner Fans und Kritiker werfen ihm zudem frauenfeindliche und gewalttätige Tendenzen vor. Trotz alldem hat Brown immer noch eine riesige Fangemeinschaft, die seine Musik und seine beeindruckenden Bühnenshows liebt. An diesem Sonntagabend ist es nicht anders, als er sein Publikum mit seinen bekannten Hits begeistert.

Die Stimmung im Konzertsaal ist auf dem Höhepunkt, als Chris Brown eine kurze Pause einlegt. Einige Fans nutzen die Gelegenheit für eine kleine Auszeit und verlassen den Raum, andere dagegen eilen zur Bar oder tanzen weiter zu den Beats des DJs, als ob es Freitagabend wäre. Chris Brown hat offensichtlich eine Party am Laufen, denn die Fans singen und tanzen zu Liedern wie Danza Kuduro und Sicko mode, unabhängig davon, ob sie im Sitzplatzbereich oder im Golden Circle stehen. Nach einer kurzen Pause kehrt Chris Brown zurück auf die Bühne, dieses Mal mit einem neuen Outfit, das eine blaue Daunenjacke und pinke Haare beinhaltet. Der letzte Teil des Konzerts ist geprägt von freizügigen Tanz-Einlagen, Twerking und weiteren Kostümwechseln. Doch was das Konzert wirklich auszeichnet, ist die Interaktion zwischen den Fans und dem Künstler. Chris Brown präsentiert auf seiner Leinwand drei Songs und lässt die Zuschauer über drei Optionen abstimmen, welche Titel er als letztes spielen soll. Dabei sorgte er mit No Air für eine unvergessliche Performance auf der Bühne und lässt die Fans Einfluss auf seine Performance nehmen. Eine Interaktion wie diese macht das Konzert noch spezieller und Fan-fokussiert.
Die Luft ist heiss, als Chris Brown den Klassiker von 2007 anstimmt. Aber die Aufregung erreicht ihren Höhepunkt, als ein glücklicher Fan auf die Bühne gerufen wird und einen Lapdance von Chris erhält. Der Raum bebt vor Aufregung, als der Künstler die Frau mit seiner unglaublich attraktiven Stimme und seinen gekonnten Tanzbewegungen verführt. Man kann spüren, wie sich die Begeisterung im Raum ausbreitet, als alle Fans von ihren Sitzen aufspringen und vor der Bühne tanzen, als ob sie selbst den begehrten Lapdance bekommen hätten. Die Performance ist atemberaubend und erinnerte stark an den Film «Magic Mike», wo Channing Tatum und seine Crew Frauen mit ihren Tanz-Künsten verzaubern. Aber Chris Brown schafft es, die Intensität noch zu steigern und die Fans in einen tranceähnlichen Zustand zu versetzen. Man kann die Emotionen und die Spannung im Raum förmlich spüren und das Gefühl, Teil dieser unvergesslichen Erfahrung zu sein, ist überwältigend. Es ist ein wahrer Hingucker, der das Publikum in seinen Bann zieht und die Fans noch lange nach dem Konzert in Ekstase versetzen wird. Es ist eine Performance, die man nicht so schnell vergessen wird und die die Magie von Chris Brown als Künstler und Entertainer perfekt einfängt.
Eine unvergessliche Performance des Chris Brown Konzerts wurde durch Taylor Terry, eine bekannte Tänzerin und Choreografin, gestaltet. Terry arbeitet regelmässig mit Chris Brown auf Tour und in seinen Musikvideos. Sie ist bekannt für ihre beeindruckenden Tanz Fähigkeiten, insbesondere im Twerking-Stil. Mit ihrer lebhaften und kraftvollen Solo-Tanzeinlage performed sie auf eine Art und Weise, die ich noch nie gesehen habe. Sie trägt Hosen, die den Hintern freihalten, um den Twerking-Effekt zu maximieren. Auch ihre kurzen weissen Haare sind ein auffälliger Hingucker. Terry hat auch für andere Künstler wie Usher, Nicki Minaj und Cardi B getanzt und auf verschiedenen Bühnen, wie den BET Awards und dem Coachella Festival, gespielt. Sie setzt sich auch aktiv für Gleichberechtigung und die Akzeptanz von Körpern aller Grössen und Formen ein.
Abschliessend ist das Konzert von Chris Brown eine explosive Mischung aus seinen alten Hits und neuen Songs, die sowohl ältere Fans als auch jüngere Generationen begeistern. Trotz kontroverser Vorwürfe in der Vergangenheit hatte der Künstler eine beeindruckende Bühnenpräsenz und eine aussergewöhnliche Interaktion mit seinen Fans. Seine Musik und seine Fähigkeiten als Tänzer sind jedoch nicht die einzigen Gründe, warum das Publikum sich so begeistern liessen. Chris Brown hat im Laufe der Jahre eine treue Fangemeinde aufgebaut, die seine Musik, aber auch seine schauspielerischen Leistungen in Filmen wie Stomp The Yard und This Christmas schätzen. Es ist ein unvergesslicher Abend, der geprägt ist von Nostalgie, einer spektakulären Lichtshow, freizügigen Tanzeinlagen und einer unbeschreiblichen Energie, die das Publikum bis zum letzten Lied begeistert. Das Konzert im Hallenstadion ist ein unvergessliches Erlebnis für alle Fans von Chris Brown und ein Beweis dafür, dass seine Musik immer noch viele Menschen auf der ganzen Welt berührt.
Eventdatum: 26.02.2023
Bericht: Daniela Frei / szenemagazin.ch
Fotografin: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: Hallenstadion, Zürich
Veranstalter: Livenation
Zuschauerzahl: ausverkauft
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/1027-powershow-chris-brown-bringt-das-hallenstadion-zum-beben#sigProId5ea08b0be9
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Michelle Brügger
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