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Pentatonix rockt The Hall nach 3 langen Jahren des Wartens

Pentatonix rockt The Hall nach 3 langen Jahren des Wartens Dario Stähelin / szenemagazin.ch

Endlich ist es so weit: Pentatonix beeindrucken in The Hall vor ausverkauften Rängen mit ihrem A Cappella! Dem Publikum wird eine Wahnsinnsshow geboten, die die lange Wartezeit vergessen lässt.

Pentatonix ist eine US-amerikanische A Cappella-Gruppe, die 2011 gegründet wurde. Sie erlangten grosse Popularität, als sie 2011 die Reality-TV-Show «The Sing-Off» gewannen. Bekannt sind sie vor allem für ihre Covers von Weihnachtsliedern wie Halleluja. Ich persönlich muss gestehen, dass ich die Band auch mehrheitlich wegen diesem Song kenne. So erwarte ich am heutigen Abend eher eine Gruppe mittelalter Sängerinnen und Sänger und eine gemütliche Aufführung. Oh boy, was I wrong! Mit rund 5'000 Zuschauern wurde ich während rund 2.5 Stunden aus den Socken gehauen.

Ellie Dixon wärmt das Publikum während den ersten 30 Minuten auf. Die junge Britin ist mir – wie auch der Mehrheit der Anwesenden – vorher nicht bekannt. Sie wickelt das Publikum aber mit ihrer sympathischen und humorvollen Art schnell um den Finger. Neben ihren eigenen Songs spielt sie auch einige Covers sowie Eigeninterpretationen von Liedern, die dem Publikum sehr geläufig sind. Sie spielt Toxic von Britney Spears in einer Art, die ich definitiv weniger nervig finde. Auf ihre 3-Layer-Vocal Interpretation von Dancing Queen von ABBA lässt sich sehen. Doch am besten gefällt die Kombination von Feel Good Inc. der Gorillaz mit Dua Lipas New Rules. Ellie Dixon beweist viel Kreativität und Humor. Auch wenn es um sie selbst geht. Dem Publikum verrät sie, dass sie neben Sängerin auch Produzentin ist. Alle ihre Songs, die sie am heutigen Abend spielt, wurden von ihr auf ihrem mitgebrachten Laptop produziert. «In my bedroom», fügt sie lachend an. Aber auch ihre eigenen Songs überzeugen. Dopamine, Biscuits und Swing! widerspiegeln ihre selbst-ironische Seite. Aber auch Big Lizard Energy nimmt das Publikum mit. Wohl, weil Ellie Dixon die Lyrics auf einem selbstgemalten Plakat mitgebracht hat.

Und dann ist es so weit: Das Konzert beginnt mit einem eindrucksvollen Intro, begleitet von einem stimmungsvollen Lichtspiel. Die Spannung in der Halle ist förmlich spürbar, als Scott Hoying, Kirstin Maldonado, Mitch Grassi, Kevin Olusola und Matt Sallee die Bühne betreten und mit ihrem Gesang das Publikum in ihren Bann ziehen. Scott Hoying bedankt sich herzlich bei all den treuen Fans, die 3 lange Jahre ihr Ticket aufbewahrt haben. Pentatonix eröffnen die Show mit drei eigenen Songs: Sing, Na Na Na, und Can’t Sleep Love und ihrem bekannten Cover von Aha! von Imogen Heap. Neben dem Gesang beeindruckten die durchstudierte Choreografie und die unglaubliche Lichtshow. Schade, dass wir am heutigen Abend nicht fotografieren dürfen! Auf das Intro folgt eine kurze Interaktion mit dem Publikum, bevor es mit The Sound of Silence von Simon & Garfunkel sowie Love Me When I Don’t weitergeht.

Scott Hoying erzählt dem Publikum den Ursprung ihres Albums «The Lucky Ones», welches aus eigenen Songs besteht. 2021 war die Band an einem verletzlichen Punkt angekommen. Hoying führt aber nicht weiter aus; vermutlich wegen Covid? Aus dieser Verletzlichkeit ist das Album entstanden – wohl auch als eine Art Findungsweg, da die Gruppe ja hauptsächlich für ihre Covers bekannt ist. Da sie das Album aber leider nicht komplett ins Abendprogramm bringen, verpackt Pentatonix es geschickt in einem Medley. Die Halle bebt, während The Lucky Ones, Be My Eyes, Coffee in Bed, Easy Love, Never Gonna Cry Again fliessend ineinander übergehen. Doch Pentatonix legt noch einen drauf und spielt Daft Punk direkt als nächstes. Spätestens jetzt sind alle Zuschauer voll dabei und einige hält es noch kaum auf ihren Sitzen auf dem Balkon. Die Security muss sogar einmal einschreiten und zwei Tanzwütige bitten, wieder ihre Plätze einzunehmen. Was für eine Spassbremse!

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Daft Punk ist ein wunderbares Beispiel für Pentatonix’ Erfolg. 2013 ging das Video zu diesem Song viral und erreichte über 300 Millionen Aufrufe auf YouTube. Damit gewann die Band auch einen Grammy Award für «Best Arrangement, Instrumental or A Cappella». Spätestens dieser Erfolg machte Pentatonix zu einer der bekanntesten A Cappella-Gruppen weltweit. Um ihre Bekanntheit weiter auszubreiten, nutzen sie selbstverständlich auch TikTok und traditionell kreiert Pentatonix mit dem Publikum zusammen ein TikTok-Video zum Song Creep von Radiohead.

Vor lauter Aufregung müssen sich Hoying, Grassi, Maldonado und Sallee eine kurze Auszeit gönnen. Hoying erzählt dem Publikum die Geschichte, wie Pentatonix vor ihrem Auftritt bei «The Sing-Off» zu ihrem fünften Mitglied kam. Trotz intensiver Suche konnte die Gruppe keinen Beatboxer finden. Als sie dann notgedrungen auf Youtube nach Beatbox-Videos gesucht haben, stiessen sie auf Kevin Olusala. Diese war zu der Zeit aber mit seinem Pre-Med-Abschluss an der Yale Universität beschäftigt. Doch kurz nach dem Abschluss und ohne gross zu überlegen, flog Olusala quer durchs Lang und stiess so zur Band. Der nächste Abschnitt des Konzerts ist seinem unglaublichen Talent gewidmet. Olusala spielt zuerst das Lied aus dem Youtube-Video, welches aus Cello und Beatboxing, also Celloboxing besteht. Das Publikum ist hin und weg, als Olusala als nächstes seine Interpretation von Bachs Prelude Cello Suite No. 1  in G Major aus Beethovens fünfter Symphonie spielt. Sein unglaubliches Talent zieht die gesamte Halle in ihren Bann.

Als nächstes kommt die Band wieder auf die Bühne für Lady Gaga und Bradley Coopers Shallow und ihren eigenen Songs Side und White Winter Hymnal. Doch so schnell wie sie wieder gekommen sind, sind sie auch wieder weg. Nur Matt Sallee bleibt mit Kevin Olusala zurück. Die beiden heizen dem Publikum so richtig ein mit einem Mix aus Klassikern wie Sweet Caroline, I Want It That Way, The Fresh Prince of Bel-Air, Drop It Like It’s Hot, Livin’ on a Prayer und We Will Rock You. Sie animieren das Publikum zum Mitsingen, welches sich die Stimme wund singt. Und es geht genau so wild weiter, nach dem die Gruppe wieder komplett ist. Hoying kündigt ein 90s Medley an, dass das Publikum zum Ausrasten bringt. Wieder verpackt Pentatonix geschickt Hits aus den 90ern wie What is Love, Around the World, Rhythm is a Dancer, Boom, Boom, Boom, Boom und Blue (Da Ba Dee). Das Publikum dankt es ihnen mit tosendem Applaus.

Vor den beiden Zugaben singt Pentatonix ihren wohl bekanntesten Song Hallelujah und schliesst das Konzert mit My Heart with you von The Rescues und ihrem legendären Cover von Queens Bohemian Rhapsody ab.

 

 

Eventdatum: 13.05.2023

Handyfotos:  Dario Stähelin / szenemagazin.ch

Location:  The Hall, Dübendorf

Veranstalter: Mainland Music

Zuschauerzahl: ca. 5500

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Dario Stähelin
Publiziert in Konzert

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