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Bei über 30° bringen Louis Tomlinson & Macklemore die Zuschauer in Stimmung

Bei über 30° bringen Louis Tomlinson & Macklemore die Zuschauer in Stimmung Reto Turotti / szenemagazin.ch

Nemo eröffnet die Mainstage am Samstag bei brütender Hitze, gefolgt von Zoe Wees, Louis Tomlinson, Macklemore und dem DJ Armin van Buuren. Milky Chance, Loyle Carner toben sich auf der ZOA-Stage aus. Ausgelassene Stimmung auf dem Festivalgelände trotz hochsommerlichen Temperaturen. 

Bereits auf der Fahrt mit meiner Vespa ans ZOA spüre ich die Hitze. Auf dem Gelände angekommen ist mein Shirt bereits durchgeschwitzt und ich bin froh, dass die Leute von Sprite mit einer Wasserspritze herumlaufen und ich das kühle Nass geniessen kann. Mit der Kamera im Anschlag geht’s Richtung Main Stage, wo ich auf den Auftritt von Nemo gespannt bin. In den ersten Reihen der Zuschauer haben sich viele mit einer Silberfolie «getarnt» gegen die Sonne, die unermüdlich auf den Boden scheint. Kurzer Blick auf das Thermometer im Handy, was aktuell eine Temperatur von 32° anzeigt. Auf der Bühne steht eine mit einem weissen Tuch getarnte Box. Mit einem Knall fliegt das Tuch weg, der ESC-Gewinner Nemo steht auf der Bühne und begrüsst das klatschende Publikum. Nemo konzentriert sich bei seinem Auftritt vielmehr auf das, was bei der Diskussion um seine Person sonst oft vergessen geht: die Musik. Begleitet wird Nemo von einer fünfköpfigen Band. Während des knapp einstündiges Sets wird uns ein Rückblick auf das bisherige Schaffen präsentiert. Einmal mehr macht der Hit The Code klar: Hier ist jemand, der gross träumt und gross inszeniert. Was Nemo macht, hat Format. Apropos Politik: Nemos Anliegen, das nonbinäre Selbstverständnis, wird ohne es anzusprechen in der Performance durch wechselnde Gesten, Posen und Kostüme deutlich.

Bevor Zoe Wees die Main Stage betritt, höre ich im Mediencenter tolle Technoklänge von Natascha Polké. Das bewegt mich dazu, einen Blick auf die ZOA-Stage zu werfen und ihre Performance zu verfolgen, die es in sich hat. Seit ihrem Debüt im Jahr 2021 hat sich Natascha Polké immer weiter in die Erforschung des Klangs vorgewagt und ist heute ein höchst erfolgreicher Live-Act. Sie ist von ihrem musikalischen Können überzeugt - und das zu Recht! Die 29-jährige Zürcherin hat nicht nur einen beeindruckenden Veröffentlichungskatalog vorzuweisen, sondern hat auch einen Master of Arts in Musik. Mit Into You und Poison of Choice hat sie auch mich überzeugt. Nach einem feinen Gelato von der Gelateria di Berna geht es für mich weiter in Richtung Main Stage, wo Zoe Wees ihren Auftritt hat. Zoe Wees, die deutsche Sängerin und Songwriterin, hat sich in der Musikszene durch ihre kraftvolle Stimme und Ausdruckskraft einen Namen gemacht. Ihr Musikstil lässt sich am besten als eine Mischung aus Pop und Soul beschreiben, wobei ihre beeindruckende Gesangstechnik im Vordergrund steht. Was nicht so ganz zu den Temperaturen passt ist ihr Outfit: sie tritt mit Ohrwärmer, langärmligem Pullover und Stiefeln auf! Nach dem vierten Song waren ihre Ohren warm und sie legt den Ohrwärmer zur Seite. Musikalisch war die Performance top und das meist jüngere Publikum dankt es mit Mitsingen und Applaus. Mit Never be lonely und Mountains beendet sie das Set nach etwas mehr als einer Stunde.

Kurz darauf stehen Milky Chance auf der ZOA-Stage bereit. Das deutsche Musik-Duo bestehend aus Clemens Rehbein und Philipp Dausch zeichnet sich durch eine einzigartige Fusion von Folk, Indie-Pop und elektronischen Elementen aus. Ihr Durchbruch erfolgte 2013 mit dem Hit Stolen Dance, der weltweit Beachtung fand. Sie bilden ein faszinierendes Duo, das durch innovative Musik und stetige künstlerische Entwicklung überzeugt. Mit Running und Sweet Sun beenden sie ihren Auftritt, der mich beeindruckt hat, denn ich habe sie das erste Mal vor der Linse. Für mich gibt es nur eine kleine Pause bis zum nächsten Auftritt des angesagten Musiker Louis Tomlinson. Aus Veranstalterkreisen habe ich vernommen, dass seine ersten Hardcore-Fans bereits um 05:00 Uhr vor dem Eingang standen, um die besten Plätze zu ergattern. Bekannt wurde Tomlinson als Sänger der Boygruppe One Direction. Seit 2016 tritt er als Solokünstler auf der ganzen Welt auf. Sein Debütalbum «Walls», das 2020 veröffentlicht wurde, spiegelt seine künstlerische Reife wider und zeigt eine Mischung aus Pop, Rock und persönlichen Texten. Mit seiner wachsenden Fangemeinde und kontinuierlicher musikalischen Weiterentwicklung bleibt Louis Tomlinson ein faszinierender Künstler, der die Herzen seiner Zuhörer erreicht.

So jetzt ist es Zeit für mich, etwas zu essen und zu trinken, bevor es weitergeht mit Macklemore. Auf dem Gelände ist die Food-Auswahl gross und es riecht überall fein aus den Küchen der einzelnen Anbieter. Kurzum entscheide ich mich für Thaifood. Dazu noch ein Mineral und einen schattigen Platz zum Essen. Slavia Karlen meldet sich und fragt mich, ob sie mich zu einem feinen Gin überreden kann. Ja sicher. Im der Ginbar treffe ich dann auf weitere Promis. Der Mix aus Gin, Gurken und Früchten war sehr erfrischend. Nach dem Smalltalk mache ich auf in Richtung Main Stage zum Auftritt von Macklemore. Vom Pit aus schaue ich in die sehr gut gefüllten Ränge. Auf der VIP-Tribüne hat sich die Cüplitruppe auch eingefunden. Macklemore wurde bekannt als eine Hälfte des Duos Macklemore & Ryan Lewis. Später setzte er seine Karriere erfolgreich solo fort. Zwischendurch verfiel er dem Drogenkonsum und wurde 2009 von Ryan Lewis auf den Boden zurückgeholt, wo sie zusammen das Unplanned Mixtape veröffentlichten. Die Zeit und Erfahrungen des Drogenkonsums (sechs seiner Freunde starben an Überdosen) verarbeitete er im Song Otherside. Zusammen mit dem damaligen US-Präsidenten Obama produzierte er die MTV-Dokumentation Prescription for change – ending America’s Opioid Crisis. Mit Glorious, These Days eine gefühlvolle Ballade, Summer Days zusammen mit Martin Garrix kann er die Massen am ZOA überzeugen und bringt eine tolle Stimmung in die Arena. Es war eine kurzweilige informative Session. Neben seinem künstlerischen Erfolg setzt sich Macklemore aktiv für soziale Gerechtigkeit und Drogenprävention ein, die sich in seiner Musik reflektieren. Mit einem unverwechselbaren Stil, der Elemente des Hip-Hops und Pop kombiniert, bleibt Macklemore eine prägende Figur in der zeitgenössischen Musiklandschaft. Auch für mich ist dann Schluss an diesen Abend.

Fazit aus meiner Sicht zum heutigen Tag: Top Acts in einem offenen Festivalgelände, das für die Zuschauer Spielraum lässt zum Chillen. Es wurden in diesem Jahr zusätzliche Stehrampen gebaut, um das ganze luftiger machen. Wenn ich vom Roof Top so auf das Gelände schaue, sehe ich viele Food-Stände und ich frage mich: Ist das ein Openair oder ein Streetfoodfestival mit diesem Food(über)-Angebot?

 

  

Eventdatum: 24.08.2024

Text: Reto Turotti / szenemagazin.ch

Fotograf:  Reto Turotti / szenemagazin.ch

Location:  ZOA Zürich

Veranstalter: ZOA

Zuschauerzahl: unbekannt

 

Macklemore

 

Milky Chance

 

Nemo

 

Zoe Wees

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Reto Turotti
Publiziert in Konzert

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