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Das Zürich Openair steigt in die zweite Runde Sommer-Party

Das Zürich Openair steigt in die zweite Runde Sommer-Party Reto Turotti / szenemagazin.ch

Ein hochkarätiges Lineup macht einen heissen Freitagnachmittag nochmal deutlich heisser. Schweizer und britische Acts bringen das Publikum zum Feiern. Doch für uns stiehlt der Amerikaner Marc Rebillet allen die Show.

Bei perfektem Sommerwetter startet das Zürich Openair ins zweite Wochenende. Mit Jared Lembo eröffnet ein talentierter Pop-Rock-Musiker. Der 19-jährige Kanadier wuchs in der Schweiz auf und gewann mit 18 Jahren den Gesangswettbewerb «Kleiner Prix Walo». Dass Jared Lembo noch am Anfang seiner vielversprechenden Karriere steht, merkt man ihm auf der Bühne nicht an. Während viele seiner Songs noch eher unbekannt sind, kennen doch einige das Lied Counting Days, welches auch den Höhepunkt seines Auftritts markiert. Seine Musik erinnert oft an Roadtrips und Sommerabende, was ihn zu einem perfekten Auftakt-Act macht für das heisse Wochenende. Trotz der hohen Temperaturen finden sich schon einige Fans vor der Bühne ein, die den jungen Musiker lautstark feiern.

Die Main Stage darf Caroline Alves um 16:15 Uhr einweihen. Die Gewinnerin des Swiss Music Awards «Bestes Talent» von 2021 zieht trotz der frühen Stunden schon einige Gäste an. Ihr persönlicher Stil aus Pop, Soul und Indie gefällt dem Publikum. Mit Paper Thin und Sticks and Stones stellt Caroline Alves ihr grosses Talent unter Beweis. Sie war auch nicht ohne Grund die Vorgruppe von Coldplays ausverkauften Konzert im Letzigrund. Neben ihren eigenen Songs spielt Caroline Alves auch Covers von berühmten Hits wie Back To Black von Amy Winehouse, an welche die Stimme der in Brasilien geborenen Künstlerin erinnert.

Auf der ZOA Stage tritt als nächstes ein ganz besonderes Schweizer Talent auf. Nickless hat es 2016 geschafft, in kürzester Zeit grosse Erfolge zu feiern. Und das ohne vorherigen Social-Media-Hype, veröffentlichte Coversongs oder der Teilnahme an einer Casting-Show. Er gewann mit seiner allerersten Single Waiting und als absoluter Newcomer den Swiss Music Award «Best Hit». Der Song wurde auf Spotify mittlerweile über 3 Millionen Mal gestreamt. Nickless begeistert seine Fans mit seiner Stimme, seinem Talent am Schlagzeug und seiner Ausstrahlung. Waiting rundet einen tollen Auftritt ab. Auf der Main Stage folgt Kenya Graces mit ihrer Fusion von Soul, Jazz und elektronischer Musik. Dass die Künstlerin in Nairobi geboren wurde, lässt sich einfach an der Wärme der afrikanischen Rhythmen ihrer Songs erkennen. Die Sonne wird nun auch etwas barmherziger, sodass das stetig anwachsende Publikum die Beats nicht nur vom Schatten aus geniessen kann.

Obwohl die Main Stage für die bekannteren Acts gedacht ist, zeigt sich im Verlauf des Nachmittags immer mehr, dass die ZOA Stage für uns heute insgesamt das bessere Programm bietet. Nach Jared Lembo und Nickless tritt als nächstes Tom Grennan auf. Der britische Singer-Songwriter überzeugt mit kraftvollen Vocals ein wachsendes internationales Publikum. Tom Grennan hat mit seinem Album «Evering Road» zwei Platinum-Songs produziert. Little Bit Of Love und By Your Side gehörten 2021 zu den Top 3 der meistgespielten Songs. Der Brite startet seinen Auftritt circa 10 Minuten zu spät, da seine Band Tonprobleme hatte. Doch dann legt Tom Grennan richtig los. Das Publikum ist schon recht beeindruckend, doch es strömen mit jedem Song immer mehr Leute in Richtung Bühne. Das reicht Grennan aber anscheinend nicht, denn viele Zuschauer klammern sich immer noch an den angenehmen Schatten oder sitzen auf den Treppen. Der Künstler springt kurzerhand über die Absperrung und fordert alle Rumsitzer persönlich zum Aufstehen und Mitfeiern auf. Neben seinen Top-Hits präsentiert Grennan auch seinen neusten Song Higher, der Mitte September veröffentlich wird. Der mitreissende Refrain lässt bereits jetzt vermuten, dass sich hier ein neuer Hit anbahnt.

Das bereits um 19:40 Uhr mit James Arthur ein absoluter Top-Act auf der Main Stage auftritt, zeigt, wie gut das diesjährige Lineup des Zürich Openairs bestückt ist. Der Brite wurde durch seinen Sieg bei «The X Factor» 2012 berühmt. Und anscheinend hat ihn sein Erfolg auch etwas unentschieden gemacht. Zuerst hiess es, die Fotografen dürfen für 3 Songs in den Pit und danach aus der Ferne fotografieren. Dann wurde der Pit gestrichen und zum Schluss wurde den Fotografen generell verboten, Fotos zu machen. Ob sich alle daran gehalten haben, bleibt offen. Doch das stört die Masse nicht, denn die will James Arthur für seine emotionale Tiefe und berührenden Pop feiern. Der Brite interagiert eher wenig mit dem Publikum, zeigt sich aber auch von seiner verletzlichen Seite. Er spricht über die Wichtigkeit mentaler Gesundheit und dass wir alle mehr darüber sprechen sollen. Seine eigenen Schwierigkeiten hat er im Song Train Wreck verarbeitet. Zum Schluss beglückt James Arthur die Masse noch mit seinem Welthit Say You Won’t Let Go, der beinahe 3 Milliarden Mal auf Spotify gestreamt wurde.

Auf der ZOA Stage geht es britisch weiter. Jorja Smith ist eine grandiose R&B-Sängerin, deren Musik sich durch ihre soulige Stimme und tiefgründigen Texte auszeichnet. Jorja ist bekannt für ihre Fähigkeit, moderne R&B-Klänge mit klassischen Soul-Elementen zu verbinden, was ihr weltweite Anerkennung und eine treue Fangemeinde eingebracht hat. Mit ihrer kraftvollen Bühnenpräsenz zieht die Ausnahmekönnerin ihr Publikum in den Bann. Während Kenya Grace uns in die Weiten Afrikas transportierte, reist Jorja Smith mit uns nach Südamerika. Ein perfekter Auftritt für diesen heissen Sommerabend.

Kurz vor 22 Uhr betritt RIN die Main Stage. Während der Deutsche mit seinen modernen, trap-inspirierten Beats die Massen in Ekstase versetzt, können wir leider eher wenig mit seiner Musik anfangen. Seine über 2 Millionen monatlichen Streams rechtfertigen seinen Auftritt zur Prime Time aber ganz klar. Wir nutzen die Zeit, um uns mit Aperol Spritz und Gin Cocktail etwas abzukühlen und uns für den Auftritt von Marc Rebillet vorzubereiten. Der Amerikaner rockt um 23:25 Uhr die ZOA Stage mit seiner improvisierten Live-Show. Zur Vorbereitung haben wir uns seinen 2023 Auftritt am Coachella angeschaut und wollten uns den Auftritt auf keinen Fall entgehen lassen. Marc Rebillet ist ein überaus talentierter Musiker, Performer und auch etwas ein Spinner. Eine perfekte Mischung für einen unterhaltsamen Act kurz vor Mitternacht. Das Publikum feiert seine einzigartige Mischung aus Elektronik, Funk und Comedy, die er live mit Hilfe von Loop-Stations und Improvisation kreiert. Sein energiegeladener und unvorhersehbarer Auftritt zeigt, dass er ein aussergewöhnlicher Künstler ist. Wir sind absolut begeistert!

Auf der Main-Stage findet der zweite Freitag des Zurich Openairs mit der südkoreanischen DJ Peggy Gou einen überzeugenden Abschluss. In der House- und Techno-Szene ist Peggy Gou weltweit bekannt und wird von über 11 Millionen Fans monatlich gehört. Nach Marc Rebillets Power-Show sind wir aber etwas ausgelaugt und verabschieden uns relativ bald. Am Samstag ist ja auch nochmal ziemlich was los am ZOA 2024!

 

  

Eventdatum: 30.08.2024

Text: Sarah Morgenroth & Dario Stähelin / szenemagazin.ch

Fotograf:  Reto Turotti / szenemagazin.ch

Location:  ZOA Zürich

Veranstalter: ZOA

Zuschauerzahl: unbekannt

 

Caroline Alves

 

Jared Lembo

 

Jorja Smith

 

NICKLESS

 

Tom Grennan

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Reto Turotti
Publiziert in Konzert

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