Riverdance: Ein Phänomen des irischen Tanzes wird 30
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Die Riverdance-Truppe ist aktuell in Deutschland unterwegs und macht einen kurzen, einmaligen Abstecher ins Hallenstadion Zürich. Hier verzücken sie die gut 2800 Zuschauer.
Es ist nicht mein erstes Mal, dass ich die Show sehe. Genau wann ich die Show zum ersten Mal gesehen habe, kann ich nicht mehr sagen, aber es ist lange her. Wenn ich mich richtig entsinne, war es sogar die erste Aufführung in der Schweiz. Fotografiert habe ich sie erstmals 2017. Der Zauber der Show ist nicht verlorengegangen, auch wenn sie inzwischen in die Jahre gekommen ist und das Team mehrfach ausgewechselt wurde.
Wir betreten die Halle, wo der Parkettbereich in zwei Sektoren aufgeteilt ist. Der vordere ist flach und der hintere steigt leicht an, sodass die hinteren Reihen gut nach vorne sehen. Der Mischpultbereich, auch FOH oder Front of House genannt, ist zwischen diesen beiden Bereichen angesiedelt. Wir haben die Erlaubnis, im Gang hinter dem FOH zu fotografieren, was sich für uns als optimale Position erweist. Die Bühne ist einfach gehalten und hat links und rechts einen Aufbau, welcher einen Videoscreen beinhaltet. Dieser ist eigentlich die Fortsetzung des grossen sich dahinter über die ganze Bühne erstreckenden Screens. Das ist auch der Grund, warum fünf Materialtrucks reichen.
Riverdance, die weltweit gefeierte Tanzshow, hat den irischen Tanz in den 90er-Jahren zu einem globalen Phänomen gemacht. Die Show, die ursprünglich als eine kurze Zwischenhandlung während des Eurovision Song Contest 1994 entstand, entwickelte sich rasch zu einem eigenständigen Erfolg und tourt seitdem ununterbrochen um den Globus. Die Idee zu Riverdance entstand aus dem Wunsch, die irische Kultur auf einer grossen internationalen Bühne zu präsentieren. Der Choreograf Michael Flatley und der Komponist Bill Whelan schufen eine mitreissende Mischung aus traditionellem irischen Stepptanz, Volkstänzen und moderner Musik. Die kraftvollen Bewegungen der Tänzer, die energiegeladene Musik und die atemberaubenden Kostüme verzauberten das Publikum auf Anhieb.
Riverdance ist nicht nur eine Tanzshow. Sie ist eine Hommage an die reiche Geschichte und Kultur Irlands. Sie verbindet auf einzigartige Weise traditionelle Elemente wie irische Mythen und Legenden mit modernen Tanztechniken und einer pulsierenden Bühnenshow. Die Zuschauer werden auf eine emotionale Reise durch die irische Landschaft mitgenommen und erleben die Leidenschaft und Energie ihres Volkes. Ebenfalls werden auch Tänze aus anderen Regionen eingebunden, wie zum Beispiel Flamenco, amerikanischer Stepptanz und osteuropäische Tänze.
Der Erfolg von Riverdance war überwältigend. Die Show wurde in zahlreichen Ländern aufgeführt und brach immer wieder Rekorde. Riverdance inspirierte eine ganze Generation von Tänzern und führte zu einem erneuten Interesse am irischen Tanz. Die Show hat dazu beigetragen, das Image Irlands weltweit zu verbessern und das Land als ein Land mit einer lebendigen Kultur und Tradition zu präsentieren.
Michael Flatley verliess Riverdance 1995 und stellte seine eigene Show Lord of the Dance auf die Beine. Auch diese Show ist für mich/uns keine unbekannte. Auch Lord of the Dance konnte ich sowohl als normaler Gast bestaunen, als auch als Fotograf auf meinen Sensor der Kamera bannen.
Wie Michelle schon 2022 in ihrem Bericht über Lord of the Dance geschrieben hat, ist auch heute der Cast nicht wirklich irländisch angehaucht, sprich rothaarig. Die wenigsten haben eine rot-strahlende Haarpracht. Dies tut dem Zauber der Show jedoch keinen Abbruch. Was eher stört, sogar sehr, dass die Musik an sich viel zu laut ist. An meinem Platz bei den Rollstuhlplätzen hinten messe ich weit über 105 Dezibel. Eine einfache Flöte schreit regelrecht und kämpft mit dem Steppklacken, welches leider richtig untergeht. Dass das Hallenstadion nicht die optimale Halle ist für hochqualitativen Sound, ist bekannt. Der die Halle halbierende schwere Vorhang macht es etwas besser. Aber gegen die viel zu lauten Instrumente kann auch er nichts anhaben. So sieht man leider sehr oft nur die artistische beziehungsweise sportliche Tanzleistung, hört aber das Klacken nicht, was diesen Tanz ausmachen würde.
Quelle: Youtube-Kanal von Riverdance
Über die Show kann eigentlich nicht allzu viel erzählt werden, ausser dass sie physikalisch sicherlich sehr anstrengend ist für die Tänzer. Für mich als Zuschauer ist es einfach etwas mehr als 90 Minuten träumen und den Tanz geniessen. Wer sich nun dennoch durch den Bericht anfixen liess, kann die Show noch bis zum 13. Dezember in diversen deutschen Städten sehen.
Eventdatum: 03.12.2024
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: Hallenstadion, Zürich
Veranstalter: Good News Productions AG
Zuschauerzahl: ca. 2800
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/1341-riverdance-ein-phaenomen-des-irischen-tanzes-wird-30#sigProId340f73ee65
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Marcel Kaul
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