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In der Republik Kadebostan kennt man keine Kälte

In der Republik Kadebostan kennt man keine Kälte Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

Nach dem Gig von Pablo Nouvelle dachte ich ja schon, ich höre nicht recht. Aber heute Abend dachte ich, ich sehe nicht recht. Da stehen Kadebostany in Hemden mit zurückgekrempelten Ärmeln auf der Bühne, Poseidona sogar bauchfrei.

Der Zauberpark wurde im Laufe des Tages in sanftes Weiss getaucht. Es schneite bis in den späten Nachmittag, aber dann machte Frau Holle Feierabend. Es war merklich kühler unter meinen Sohlen und ich war dankbar für meine Handschuhe. Umso ungläubiger starrte ich die Künstler auf der Bühne an, die bei den tiefen Temperaturen nicht mal mit der Wimper zuckten. Nein, auch Poseidona zeigte keine Anzeichen von Gänsehaut oder blauen Lippen.

Wenn die paar Heizstrahler auf der Bühne tatsächlich so effektiv sind, frage ich mich aber, warum alle anderen - vor Donnerstag - dick eingepackt auf der Bühne standen und meinten, sie hätten kalt. Da ist doch was faul im Staate Dänemark. Pardon, in der Republik Kadebostan. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Truppe rund um DJ Guillaume de Kadebostany hinter der Bühne ein Feuer entfacht haben. Die Rauchentwicklung während ihres Auftritts war dermassen hoch, dass man zeitweise tatsächlich hätte denken können, einer der Heizstrahler hätte die Bühne in Brand gesetzt.

Kadebostany Michelle Bruegger szenemagazin 0024

 

Sie sind zwar offenbar kälteresistent, aber nicht wettersicher. Oder vielleicht waren einfach zu viele andere auf der Strasse, die - wie jedes Jahr - komplett vom Schnee überrascht wurden. Passiert ja auch so selten im Dezember… Jedenfalls hatte Kadebostany deswegen länger als geplant, um aus dem Welschland anzureisen. In anderen Ländern wäre das nicht mal aufgefallen, aber wenn hier ein Konzert 10 Minuten später beginnt, werden die Leute unruhig. Ob die rund 400 Zuschauer einfach festgefroren waren oder tiefenentspannt, ist leicht zu beantworten: es ist Freitag, macht euch keinen Stress. Das dachten sich wohl auch die Mitarbeitenden von inventix, die auch heute «Evening Supporter» waren und lautstark auf der Tribüne feierten. Meine gestrige Vermutung, weshalb gestern niemand von inventx anwesend war, ist demnach komplett falsch.

DJ Guillaume de Kadebostany hat ein visuell speziell anmutendes Gerät, an dem zig Kabel eingestöpselt sind. Von weitem sieht das eher aus wie ein verdrahteter Koffer, der am Flughafen unter Umständen einen Einsatz auslösen könnte. Mit ihm stehen die Bläser Chris Butcher (Posaune) und Zacharie Ksyk (Trompete) auf der Bühne, Fang the Great und Poseidona übernehmen den Gesang.

Mit im Gepäck haben sie die neuste Single «Wild in Secrets». Wobei das so nicht ganz stimmt. Schliesslich haben sie eine spezielle Version für Zürich geschrieben. Nach einer Stunde meint Kadebostan, das wäre jetzt eigentlich der Zeitpunkt, wo sie die Bühne verlassen würden und das Publikum intensiv um eine Zugabe bitten würde. Da dem Publikum aber vermutlich kalt und ihnen zu warm sei, solle man mal so tun, als wären sie bereits wieder zurück auf der Bühne. Gesagt, getan. Sie spielen noch weitere Songs, bevor sie alle in einer Reihe standen und DJ Guillaume de Kadebostany einen nach dem anderen vorstellte und sie sich in alter Manier vor dem Publikum verbeugten. Damit endet die Show, die gleichzeitig auch der letzte Auftritt von Kadebostany im 2021 war. 

 

 

Eventdatum: 10.12.2021

Fotograf:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  The Circle, Flughafen Zürich

Veranstalter: No Ordinary Art - NOA

 

 

Publiziert in Konzert

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